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17.07.1998 - 

Unix-Derivate von DEC und IBM werden nicht mehr unterstützt

Verluste zwingen SSA zu radikalen Schritten

Schon zwei Quartale in Folge schreibt die Softwareschmiede aus Chikago rote Zahlen. Problematisch ist vor allem das geringe Umsatzwachstum. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie SAP, Peoplesoft und Baan, die zwischen 60 und 100 Prozent zulegten, schaffte SSA nur magere 4,4 Prozent. Das neue Management unter der Führung von William Stuek, seit April Chief Executive Officer (CEO) von SSA, will mit Re- strukturierungsmaßnahmen im Wert von 120 Millionen Dollar einer weiteren Talfahrt vorbeugen. Etwa 30 Millionen Dollar davon fließen in den Abbau der Belegschaft. Rund 300 der weltweit 2500 Beschäftigte sollen gehen. Hierzulande sind allerdings nur sechs Mitarbeiter betroffen, erklärte Walter Königseder, Vice-President European Operations bei SSA.

Gleichzeitig wird die Zahl der Betriebssysteme reduziert, auf denen die objektorientierte BPCS-Software angeboten wird: Für die Unix-Derivate von Digital und IBM wird keine Weiterentwicklung mehr betrieben. Kunden, die sich bereits für diese Systeme entschieden haben, sagt Königseder Support für die nächsten fünf Jahre zu. Neben der angestammten AS/400 verbleibt damit lediglich HP-UX im Programm. Rund 30 Millionen Dollar aus dem Gesamtpaket sind für die Migration von AIX und Digital Unix auf die Systeme von Hewlett-Packard geplant, falls Kunden umsteigen möchten.

Als neue Plattform hinzukommen soll Windows NT. Königseder rechnet damit, daß eine NT-fähige Version nicht vor der zweiten Jahreshälfte 1999 verfügbar sein wird. Gleichzeitig möchte SSA seine Produkte stärker an kleinere und mittlere Unternehmen verkaufen und sich auf drei vertikale Märkte konzentrieren - die Prozeß- und Fertigungsindustrie sowie Distributionsunternehmen für Konsumgüterartikel und Handelsware.

"Uns fehlt das Wachstum im Mittelstand, obwohl wir mit der AS/400 ein typisches System für diese Klientel anbieten", bemängelt Königseder. Man habe das Potential bislang verkannt. Außerdem reichten Lippenbekenntnisse nicht, um in diesem Segment Fuß zu fassen. Königseder: "Man kann aus dem Hauptquartier in Chikago nicht das mittelständische Chemie-Unternehmen hierzulande bedienen."

Kritiker bemängeln zudem die geringe Funktionalität der Software. Dem will man bei SSA künftig durch Kooperationen und Zukäufe begegnen und das Produktspektrum sukzessive erweitern. Bisher waren nur Erzeugnisse aus eigenem Hause gut genug für SSA. Ein Problem, das Matthias Uhrig, Geschäftsführer der Dr. Böhmer, Uhrig & Partner in Dreieich, bestätigt: "Das Produktkonzept von BPCS ist ausgezeichnet, aber mit der Implementierung hapert es."