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05.04.1996 - 

Werksschliessungen sind nicht geplant

Verlustgeplagte Alcatel SEL streicht weitere 3000 Stellen

Mit einem Verlust von 25,6 Milliarden Franc manoevrierte sich der franzoesische TK-Konzern Alcatel 1995 tief in die roten Zahlen, nachdem im Jahr zuvor noch ein Reingewinn von 3,6 Milliarden Franc ausgewiesen worden war. Erst fuer 1998 rechnet President Serge Tschuruk wieder mit Profit.

Vorher muss der Manager jedoch seinem Ruf als Sanierer gerecht werden. Er hat bereits tiefgreifende Veraenderungen angekuendigt, die auch die deutsche Alcatel SEL betreffen. So sollen die hierzulande in mehrere Gesellschaften aufgeteilten Aktivitaeten der Gruppe zentralisiert werden. Eine Milliarde Mark werden der deutschen Tochter von der Muttergesellschaft zur Verfuegung gestellt. "Deutschland ist fuer Alcatel das wichtigste Land ausserhalb Frankreichs", aeusserte Tchuruk, der in Deutschland die Telecom-Aktivitaeten konzentrieren will.

Geplant sind auch weitere Stellenkuerzungen. In diesem Jahr will man sich von 1300 Mitarbeitern trennen, 1997 sollen weitere 1700 Arbeitsplaetze abgebaut werden, wobei das Unternehmen Umschulungen und Versetzungen vornehmen will, aber auch reale Entlassungen nicht ausschliesst. Betroffen sind in erster Linie die Produktion sowie Installation und Verwaltung. Fabriken sollen jedoch nicht geschlossen werden. Zudem will man die Belegschaft im Bereich Forschung und Entwicklung um 200 Personen aufstocken.

Alcatel SEL wurde bereits in den letzten Jahren personell ausgeduennt. So mussten 1994 insgesamt 3200 Mitarbeiter ihren Hut nehmen, 1995 waren es nochmals 2000 Beschaeftigte. Zum Jahresende 1995 bot Alcatel SEL rund 17000 Personen einen Arbeitsplatz.

Auch die deutsche Tochter plagen hohe Verluste. Wie das Unternehmen meldet, wird das 1995 aufgelaufene operative Minus hoeher ausfallen als der 1994 eingefahrene Verlust, der 150 Millionen Mark betragen hatte. Alcatel schreibt das schlechte Ergebnis unter anderem den Preissenkungen beim TK-Equipment sowie der Ueberarbeitung der Software des digitalen Switching-Systems "Alcatel 1000 S12" zu, die offenbar kraeftig ins Geld ging. Auch 1996 rechnet die deutsche Tochter mit keiner Rueckkehr in die Gewinnzone.

Das Jahr ging fuer Alcatel SEL nicht gut an: Die Telekom schob dem Unternehmen die Schuld an dem Softwarefehler zu, der den Kunden zu hohe Telefonrechnungen bescherte und den Carrier 70 Millionen Mark kostete.