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21.01.1994

Vermittlung sozialer Faehigkeiten sind enge Grenzen gesetzt Eine hohe Interaktivitaet und ein Spielkonzept schaffen Motivation

Multimedia-Anwendungen koennen durch ihre Vielfalt quasi kuenstliche Welten schaffen. Ru- dolf Lambrecht* diskutiert Ein- satzmoeglichkeiten in Weiterbildung, Unterhaltung, Wissenschaft, Beratung und bei Praesentationen.

Was im folgenden unter Multimedia zu verstehen ist, sei am Beispiel des Programms "Europe" demonstriert. Das mehrsprachige Lernspiel ist eine massgeschneiderte Multimedia-Anwendung. Hier geht es um Typisches, Ueberraschendes oder einfach Liebenswertes aus den Laendern der Europaeischen Gemeinschaft, nicht um die Vermittlung von Schulwissen. Das Programm kann als Spiel wie als Informations-Tool genutzt werden.

Die Benutzer waehlen Aufgaben zu Politik und Wirtschaft oder Kultur und lassen sich ueberraschen. Vielleicht sehen sie ein Video, in dem ein neugieriger Zauberer um Hilfe bittet, wenn er versucht, sich in den europaeischen Institutionen zurechtzufinden. Oder die Spieler sollen die optimale Windstaerke fuer daenische Windkraftwerke einstellen. Moeglicherweise geraet man vor dem Bildschirm aber auch bei herrlichen Opernmelodien ins Traeumen.

Durch das Programm begleitet "Stella", einer der zwoelf Europasterne. Stella sorgt dafuer, dass in der Vielfalt die Uebersichtlichkeit gewahrt bleibt, erklaert, was zu tun ist, stellt Fragen und verraet auch die Antworten. Alle wichtigen Informationen koennen sich die Benutzer natuerlich auch bequem schriftlich auf den Bildschirm holen. Fuer die richtige Loesung wird man mit Sternen belohnt, und wenn man es auf zwoelf Sterne bringt, ist man ein wahrer Europameister.

Erst Didaktik buendelt die vielfalt zum Produkt

Bedeuten viele "Medien" in einer Anwendung also schon Multimedia? Nein. Erst eine didaktisch befriedigende Gestaltung buendelt die mediale Vielfalt zu einem brauchbaren Produkt, das Wissen vermitteln und gleichzeitig Spass machen kann. Denn Multimedia- Programme duerfen ebensowenig wie ein menschlicher Trainer, Langeweile aufkommen lassen. Abwechslungsreiche Fragestellungen, ungewoehnliche Medienkombinationen und natuerlich die hohe Interaktivitaet der Anwendungen koennen durchaus motivieren. Ein besonderer Reiz kann auch, wie am Beispiel von Europe gezeigt, in der Konzeption als Spiel liegen.

Die Digitalisierung von Video- und Audiosignalen ermoeglicht es, alle Medien ausschliesslich vom Computer (mit zusaetzlichen Lautsprechern) abzuspielen. Die Videoqualitaet zeigt bereits einen sehr hohen Standard und entspricht anspruchsvollen Sehgewohnheiten. Die Programmierung von Europe erfolgte in Tool Book. Das Programm kann von Festplatte oder CD-ROM abgerufen werden.

Die natuerliche Ausdruckskraft der A/V-Medien

Bei Multimedia-Anwendungen ergaenzen sich die natuerliche Ausdruckskraft der auf die menschlichen Sinne zugeschnittenen audiovisuellen Medien mit der rationellen Flexibilitaet von Computern zu hoch interaktiven Systemen automatisierter Informationsverarbeitung. Multimedia-Systeme ermoeglichen neben den Be- und Verarbeitungseigenschaften insbesondere den menschengemaessen Transfer von Informationsinhalten. Sie werden so zu flexiblen Instrumenten wirkungsvollerer Kommunikation. Das gilt sowohl in traditionellen Anwendungsfeldern der Informationstechnik (Selbstbedienung, Ausbildung, elektronische Post) als auch in neuen (Praesentation, Beratung, Videokonferenzen, Telekooperation).

Zur Zeit sind die Produktionskosten fuer Multimedia noch sehr hoch. Mit einer zunehmenden Kostendegression ist aber eine breite Markteinfuehrung zu erwarten.

Nach den bisherigen Erfahrungen kann Multimedia vor allem als neue Praesentationstechnik betrachtet werden. Auf Messen, in Informationszentren, Museen, Reisebueros und Banken koennen multimediale Systeme schwerpunktmaessig eingesetzt werden. Sie bieten aufbereitete Informationen, die die Kunden eigenstaendig abfragen koennen. Vorteile sind unter anderem:

-Weniger Beratungspersonal wird benoetigt;

-anonyme Benutzung senkt Hemmschwellen;

-Praesentation von Produkten, die aus Platzgruenden nicht aufgestellt werden koennen;

-indirekter Werbeeffekt (Image-Gewinn durch die Neuartigkeit der multimedialen Praesentationsform selbst).

Ein anderes Anwendungsfeld fuer Multimedia ist die betriebliche Aus- und Weiterbildung. Vorreiter sind hier Autohersteller, Versicherungen und Banken.

Multimedia kann ein neues Medium werden, mit dem Lernende den Lernprozess selbst organisieren koennen. Das individuelle Ansprechen mehrerer Sinne und die Beruecksichtigung unterschiedlicher Lernstile steigert den Lernerfolg:

-Visuell orientierte Schueler lernen besser mit Hilfe von Bildern, Grafiken und Diagrammen;

-Textorientierte lernen besser, indem sie lesen;

-Auditiv-Orientierte nehmen Informationen besser via Stimme, Musik und als Toene auf und

-Kinetiker lernen am besten, wenn sie Dinge physisch manipulieren koennen.

Bei der Telekooperation (Distance Learning) ist zusaetzlich die Einblendung eines raeumlich entfernt sitzenden Trainers moeglich, der beratend und klaerend den Lernprozess unterstuetzen kann..