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21.02.2003 - 

Produktionsnahe IT/Kommentar

Verschenktes Potenzial

Stefan Ueberhorst Redakteur CW

Die Rationalisierung innerhalb von Fertigungsunternehmen sei weitgehend abgeschlossen, jetzt müsse an der mit Partnern geknüpften Wertschöpfungskette gearbeitet werden - so argumentieren zumindest die Verfechter von Supply-Chain-Management-Lösungen. Tatsächlich ist die ERP-Welle zumindest in Großunternehmen abgeflacht, der Projektfokus liegt nun vielfach im Bereich Logistik- und Kunden-Management. Gleichzeitig heißt es aber auch, die Produktentwicklungszyklen seien noch zu lang und Aussagen über Liefertermine äußerst unzuverlässig. Ist also unternehmensintern doch nicht alles geregelt?

Bei weitem nicht - zwischen Soll und Ist klafft eine gewaltige Lücke. So wird der ERP-Einführung bescheinigt, dass mit den Systemen eine standardisierte Struktur für Anwendungsfunktionen gekommen ist, aber eben nur funktional und nicht prozessorientiert. Die Planung erfolgt nach den überholten Methoden von MRP II mit der Folge, dass Produktionspläne von der Alltagspraxis überholt und Aufträge verschoben werden. Komplexe Auftragsnetze sind dann nicht mehr transparent, ebenso wenig deren Bearbeitungsstand. Einen Ausweg aus diesem Dilemma verspricht Software für Advanced Planning and Scheduling, eine Disziplin, der sich viele Anwender erst noch stellen müssen.

Gleiches gilt für das Produktdaten-Management. In Zeiten einer von Variantenvielfalt und kundenindividuellen Wünschen geprägten Produktpalette klingt es wie Hohn, wenn sich die Bereiche Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service jeweils in proprietären Datenwelten aufhalten, anstatt auf einer gemeinsamen Informationsbasis zu arbeiten. Schließlich geht es noch um die IT-Insel Produktionsanlagen, deren ohnehin schon aufwändige Planung im Spannungsfeld zwischen CAx und ERP auf kürzere Produktlebenszyklen und Bedarfsschwankungen reagieren muss. Es gibt also noch reichlich Integrationsbedarf, und damit verbunden auch innerbetriebliches Rationalisierungspotenzial.