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17.02.1978 - 

Job-Accounting:

Verschwendung ohne schlaflose Nächte

Von Dr. Gerhard Maurer. Seit Jahren wird über die Notwendigkeit, effiziente Job-Accounting-Verfahren einzuführen, geschrieben. Und eigentlich ist alles gesagt.

Jeder EDV-Chef weiß seit Urzeiten, daß es geradezu absurd ist, wenn abteilungsspezifisch über jeden Bleistift abgerechnet wird, andererseits aber die Gesamt-EDV-Kosten per Umlage über die Gemeinkosten "verrechnet" werden. (Das geschieht immer noch, selbst in Unternehmen, die sich ansonsten wegen Management-by-Exception oder gar Management-by-Objectives ganz ungemein up-to-date wähnen).

Jeder EDV-Chef weiß seit langem, daß Umlagen nach CPU-Laufzeiten bereits seit Multiprogramming, um so mehr seit interaktivem Dialog keinerlei verursachungsgerechte Kostenverteilung ergeben. (Dennoch zahlen sich Unternehmen, die nach dieser "Methode" die Kosten verrechnen, stolz zu denen, die es auch nicht schlechter machen als die meisten anderen - und das zu Recht.)

Jeder EDV-Chef weißt daß Job-Accounting-Formeln, die nicht die Belastung der Hauptspeicher und der Peripherie verursachungsgerecht einschließen, für Fachleute Augenwischerei sind.

Maserati ohne Bremsen

Gewiß, es gibt reichlich Entschuldigungen. Zur Hersteller-Systemsoftware gehören bis heute keine Job-Accounting-Verfahren, die - individuelle Parameter vorausgesetzt - Mark- und Pfennig-Beträge auswerfen (besonders gräuslich ist der DOS-Job-Account, ein verhexter Datenfriedhof). Rechtfertigt die aus Marketing-Gesichtspunkten der Hersteller durchaus verständliche Abstinenz, einen "Maserati" ohne Bremsen zu verkaufen? Der TÜV als Überwachungsverein wurde verbieten, so ein Auto zu fahren.

Es kann wohl kaum zu den Entschuldigungen zählen, daß die reichlich vorhandene herstellerunabhängige Job-Acoounting-Software fünfstellige Zahlen kostet. Der wahre Grund dürfte sein, daß meist die Zeit fehlt, dergleichen zu evaluieren und zu realisieren. Vielleicht will man auch keine schlafenden Hunde wecken.

Gewiß, gibt es einige Hundert Installationen hierzulande, bei denen die Auswertung der Betriebsdatenerfassung der Computer-Aktivitäten nicht nur in verursachungsgerechte (das ist das Stichwort!) Kostenverteilung, sondern auch in Entscheidungshilfen für die Optimierung der RZ-Ablaufplanung und für die Minimierung der Hardwarekosten umgesetzt wird. (Der entsprechende Guide-Arbeitskreis hat hier Pionierarbeit geleistet, die eigentlich vom Hersteller hatte kommen müssen.) Aber die Zahl der Rechenzentren, in denen dies nicht geschieht, ist vermutlich um eine Zehnerpotenz größer.

Alles bleibt beim alten

Ein schlechtes Gewissen wird dann den Schlaf nicht rauben, wenn bis auf weiteres davon ausgegangen werden kann, daß mangelndes Know-how des Top-Managements dafür sorgt, daß alles beim alten bleiben kann. Denn außer dem EDV-Chef und seinen Getreuen hat keiner seit Jahren, ja seit Jahrzehnten, die große Verschwendung bemerkt.

Wie gesagt, das alles ist seit Jahren bekannt.