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26.06.1992 - 

Auslieferung nicht vor diesem Herbst

Version 7:Oracle zieht jetzt mit den Konkurrenten gleich

MÜNCHEN (gfh) - Nach langen Verzögerungen präsentierte die Oracle GmbH jetzt die Version 7 ihres Datenbanksystems. Unter dem Schlagwort "Cooperative Server" soll das Produkt nicht nur zum Stand der Technik aufschließen, sondern darüber hinaus die Konkurrenzprodukte überholen. Lieferbar ist die neue Oracle-Datenbank jedoch noch nicht.

"Wie die Mitbewerber bieten auch wir jetzt Two-Phase-Commit und referentielle Integrität, nur müssen sie bei Oracle, Version 7, nicht programmiert werden. Sie stehen automatisch zur Verfügung", preist Geschäftsführer Franz Niedermaier sein Produkt an.

Bei diesem von der Branche als Transparenz bezeichneten Konzept soll die Datenbank die Komplexität eines Netzwerks dadurch verbergen, daß Anwendungen so auf verteilte Daten zugreifen, als wären sie auf nur einem Rechner gespeichert.

Die konsequente Automatisierung rechnerübergreifender Funktionen, die, so Niedermaier, den anderen Client-Server-Datenbanken abgeht, mache die Version 7 zum Cooperative Server.

Konkurrenten sehen keine revolutionären Features

Für Georg Pöll, Marketing-Manager der Informix GmbH, stechen Oracles Trümpfe, nämlich Datenintegrität ohne Programmierung und Transparenz, keineswegs. "Diese Eigenschaften gehören zur ANSI-Definition für referentielle Datenintegrität", so der Marketier, "und werden von allen Herstellern angeboten, die sich wie Oracle auf ANSI-Konformität berufen können."

Konkret bietet Oracle zur Herstellung der in verteilten Umgebungen problematischen Datenintegrität zwei Möglichkeiten an. Zum einen unterstützt das Produkt die deklarativen Definitionen für referentielle Integrität ebenso wie die Entity-Integritätsbedingungen, die vom amerikanische Normengremium ANSI herausgegeben wurden. Zum anderen lassen sich prozedurale Definition-en für komplexe Regeln wie "Store Procedures" und ereignisgesteuerte Trigger-Funktionen erstellen.

Außerdem wurde die Software Herstellerangaben zufolge für die automatische und dynamische Lastverteilung optimiert. Eine bessere Performance der Datenbank ließe sich darüber hinaus durch die Verwendung der Shared-SQL-Option erreichen.

Hierbei brauchten bei der häufigen Wiederholung gleicher Datenbankaktionen identische SQL-Befehle nur einmal abgesetzt werden, da sie nach dem Laden resident im Speicher gehalten würden. Mitbewerber wie Pöll sehen in diesen Features allerdings nichts Neues. Außerdem sei das Produkt noch nicht auf dem Markt.

Obwohl die neue Oracle-Version bereits seit dem September 1991 von Anwendern getestet wird, muß Geschäftsführer Niedermaier einräumen, daß die Auslieferung frühestens nach Ablauf der Beta-Test-Phase in drei bis vier Monaten beginnen könne. Derzeit ist lediglich eine Entwicklerversion des Produkts verfügbar.

Außerdem, so Niedermaier, arbeite das Unternehmen bereits jetzt am Nachfolgeprodukt zu Version 7, das in etwa drei Jahren freigegeben werden soll. Nach Auskunft des Oracle-Geschäftsführers soll es sich dabei um eine objektorientiertes Produkt handeln. Dafür müsse ein "evolutionärer Ubergang" von der bisherigen Datenbanksprache SQL zu einer objektorientierte Variante geschaffen werden. Das Standardisierungsgremium ANSI befasse sich derzeit ebenfalls mit Richtlinien für ein objektorientiertes SQL.