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16.06.1978 - 

GlNFIS-Entwicklung abgeschlossen:

Version II als kommunale Datenbank

Die in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft F 4 zusammengeschlossenen deutschen Städte und Landkreise (siehe Kasten) habe im Laufe von nahezu zehn Jahren das EDV-Verfahren "Gemeindliches Integriertes Finanz-Informations-System (GINFIS)" entwickelt. Dieses Programmsystem deckt den gesamten Kernbereich des kommunalen Finanzwesens. Von der Aufstellung des Haushaltsplanes bis zur Rechnungslegung, von der Sollbuch bis zur Zwangsvollstreckung laufen in über hundert Programmen vielfältige Aktivitäten aus einem wichtigen Stammgebiet der gemeindlichen Verwaltung automatisch ab.

Die langjährige Entwicklung des Verfahrens und seine Kosten von vier Millionen Mark sind ein Indiz für die Komplexität dieses Systems. Die auf die einzelnen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verteilten Arbeiten mußten teilweise mehrmals auf Grund von tiefgreifenden Gesetzesänderungen im kommunalen Finanzwesen neu aufgenommen werden, worauf vor allem die Dauer der Verfahrensentwicklung zurückzuführen ist.

Fertigstellung nach mehrmaligem Neubeginn

Bei ihrer letzten Jahrestagung konnten die einzelnen Kommissionen der Arbeitsgemeinschaft nun aber doch über die Beendigung ihrer Aufgaben berichten. Der Arbeitskreis "Personenkonten'' hatte seine Tätigkeit bereits seit längerem abgeschlossen, mußte aber noch einmal aktiv werden, nachdem durch die Abgabenordnung 1977 (AO) auch für Realsteuern (Grund- und Gewerbesteuer) Stundungszinsen eingeführt und die Reihenfolge der Anrechnung von Zahlungen auf bestehende Forderungen geändert wurden. Die Stundung von Forderungen einschließlich Bescheiderteilung und die Berechnung der Stundungszinsen ist bei GINFIS jetzt voll automatisiert. Die abschließenden Aufgaben des Arbeitskreises "Sachbuch" bestanden in der sogenannten Regionalisierung verschiedener Programme. Darunter versteht man die Optimierung der Programme für die Bedürfnisse der gemeinsamen kommunalen Datenverarbeitungszentralen (GKD), das sind die Rechenzentren, die die Datenverarbeitung für kleinere und mittlere Gemeinden gemeinsam durchführen.

Unterdessen hat der Redaktionsausschuß das Anwendungshandbuch fertiggestellt. Mit dieser Dokumentation verfügt GINFIS über eine vorbildliche Verfahrensbeschreibung, die über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus Lob gefunden hat.

Einführung auch im Ausland

Längst hat GINFIS die deutschen Grenzen überschritten. Unter dem Namen "Kommunales Finanz-Informations-System KOFIS" wenden auch mehrere österreichische Städte für sich und ihr Umland das Verfahren in einer entsprechenden Version an. Es sind zunächst Innsbruck, Klagenfurt und Graz. Auch war die Rede davon, daß eine spanische Millionenstadt an der Anwendung interessiert sei.

Kommt GINFIS II?

Datenbank-Diskussionen bestimmen die Frage der Fortentwicklung von GINFIS. Zwar ist das EDV-Verfahren materiell abgeschlossen, auch haben einzelne Anwenderstädte für Teilbereiche bereits Datenbanken eingesetzt, aber Anfang der achtziger Jahre wird man sämtliche Dateien in eine zentrale Datenbank einbinden müssen. Die Arbeitsgemeinschaft F 4 vertritt die Auffassung, diese mittelfristige Zukunftsaufgabe rechtzeitig anzugehen. Grundlage für die Beratung war ein Arbeitspapier der Stadt Nürnberg. Es sieht vor, einen Arbeitskreis "Technik" treten zu bilden, in dem auch Siemens vertreten sein soll und der einen Projektbericht für die Hauptversammlung zu erarbeiten hat. Es ist ein Programmgerüst auf der Basis von BS2000 und UDS zu entwickeln, das vorerst den Arbeitstitel "GINFIS II" erhält. Die anwendenden Städte und ihre Dienststellen dürfen durch die neue Konzeption nicht belastet werden.

* Heinrich Adolphs ist Kreisoberamtsrat bei der Stadtverwaltung Siegburg

Der Arbeitsgemeinschaft F4 gehören an:

Die Städte München, Nürnberg (federführend), Mannheim, Bonn, Köln, Düren, Wuppertal, Mülheim an der Ruhr, Münster in Westfalen und die Landkreise Mettmann (bei Düsseldorf) sowie der Rhein-Sieg-Kreis (der Rhein-Sieg-Kreis bildet mit dem Oberbergischen Kreis eine gemeinsame kommunale Datenverarbeitungszentrale, Sitz Siegburg). GINFIS aber wird darüber hinaus von weiteren Städten und Gebietsrechenzentren angewendet. Vergleichsweise wird insgesamt das Finanzwesen von Kommunen verwaltet, die der Einwohnerzahl nach der Schweiz oder Dänemark gleichkommen.