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01.10.1982 - 

Praktische Perspektiven der verteilten Datenverarbeitung:

Verständnis für Umgang mit Rechnern wächst

WIESBADEN - Auch wer ein EDV-Gesamtkonzept, organisatorisch und vom Kostenrahmen her, bereits besitzt, muß einige Perspektiven der verteilten Datenverarbeitung beachten. Dr. Hans Becker von der Norsk Data Deutschland GmbH in Wiesbaden, gibt Tips.

Anwendungsmäßig, logisch und systemanalytisch sind drei Komponenten zu bewerten und auszuwählen:

- Datenverarbeitungsanlage (Rechner mit lokaler Peripherie) mit Operating;

- Kommunikatioswege (nach Erstinstallation und Test wartungsfrei zu nutzende Dienstleitungen);

- Endgeräte (Bildschirmterminals Drucker, Plotter, Satellitenrechner) für den Anwender.

Nachdem die Datenverarbeitung aus der Groß-Zentral-Rechner-Philosophie herausgewachsen ist und in den meisten Benutzerkreisen zunehmend Verständnis und Know-how für den Umgang mit Rechnern heranwächst, hat der Evaluationsprozeß bei der Ausstattung des Anwenders zu beginnen. Es wird im folgenden vorausgesetzt, daß ein EDV-Gesamtkonzept organisatorisch und vom Kostenrahmen her existiert. Abschließend sind Kompatibilitätsprobleme zu betrachten.

Endgeräte

Die Ausstattung der Endgeräte hängt wesentlich von den Möglichkeiten des Anwenders ab. In der Büroautomation steht der ergonometrische Bildschirmarbeitsplatz im Vordergrund, in der Produktion die Qualität grafischer Geräte und Plotter für die Konstruktion oder die Einfachheit der Bedienung für Betriebsdateneingabe und -vorgabe, in der Entwicklung die Leistungsfähigkeit des Satellitenrechners beziehungsweise die Zugriffsmöglichkeit zum Zentralrechner.

Der Ausbau der Geräte vom Terminal über Small Business Computer bis zum Supermini ist wesentlich vom Verständnis des Endbenutzers für EDV abhängig. Es reicht vom "Schreibmaschinenverständnis mit Korrigieren und Löschen" über "Kochbuchbedienung von Turnkey-Systemen" bis zur eigenverantwortlichen Bedienung von leistungsstarken Rechnern einschließlich Datensicherung.

Kommunikationswege

Nach den bundesdeutschen Fernmeldebestimmungen ist zunächst wesentlich, ob der Leistungsweg ausschließlich innerhalb der 25 Kilometer auf Privatgelände verläuft oder die Dienste der Post ins Kalkül zu ziehen sind.

Im ersten Fall ist meist das Leistungsangebot des Lieferanten der zentralen Datenverarbeitungsanlage beziehungsweise des Netzüberwachungskonzentrators maßgebend. Neu in Diskussion und Angebot sind lokale Netze, die mit Koaxialkabel eine höhere Übertragungsrate an jeden Ort bringen können. Für die Feinplanung sind hier aber auch Anwenderforderungen zu berücksichtigen bezüglich Reaktionszeit und Priorität.

Bezüglich der Postdienste ist derzeit die Benutzung des Fernmeldenetzes über Synchronmodems im Wählernetz das Gebräuchlichste. Bei Asynchronverbindungen ist zu prüfen, ob nicht entsprechende Leistungsumsetzer/Multiplexer für Terminals einen besseren Datendurchsatz liefern. Sofern Satellitenrechner angeschlossen sind, können für Großrechneranschlüsse über Synchronmodems die Arten der Datenverarbeitung simuliert werden (zum Beispiel Dateitransfer, Remote-Batch- oder Remote-Dialog-Verarbeitung). Läßt man feste Postleitungen außer Betracht, bietet sich das kostengünstigere Datex-P-Netz an, d-- jedoch noch nicht die Zuverlässigkeit des Fernmeldenetzes aufweist und in der zukünftigen Gebührenpolitik ungewiß ist.

Größe und Ausbau richten sich hier nach vorhandener und geplanter Programm- und Datenkapazität. Vom organisatorischen Konzept her spielt die Frage eine Rolle: zentrale Datenbank, integriertes Informationssystem und ähnliches. Mit zunehmend , besseren Kommunikationsmöglichkeiten ist die Frage der dezentralen Datenverwaltung und -zuständigkeit zu überprüfen.

Kompatibilität

Die Kompatibilität ist weniger eine Frage des Anwenders als die des Lieferanten. Die meisten Hersteller haben selbst bei einer "Allerwelts-Schnittstelle" wie V.24 unterschiedliche Bedingungen für ihre Peripherie (fehlende, invertierte; kabel- oder gerätesimulierende Assignments). Bei der Benutzung von virtuellen Verbindungen ist softwaremäßig über das Leitungshandling hinaus die Anwenderschnittstelle zu prüfen. Bei den anstehenden lokalen Netzen wird die Integrierbarkeit von "Fremdprodukten" im Vordergrund stehen.

Zusammenfassend läßt sich sagen daß in jeder größeren Organisation die Homogenität einer distribuierten Anwendung den Anwendererfordernissen zu opfern ist mit der Lösung individueller Adaption.