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13.02.1987 - 

Die ,Festlegung der Gebühren erfolgt nach Anzahl der Rechnerknoten:

Verteilte Datenbanken beeinflussen Lizenzstruktur

MÜNCHEN (qua) - Der Trend zur dezentralen DV erfaßt zunehmend auch die Datenbankwelt. Diese Entwicklung schlägt sich nicht nur in neuen DB-Produkten nieder. Mit dem Abteilungsrechner 9370 von IBM und den sogenannten verteilten Datenbanksystemen kommt auch die Anbieterpraxis auf, Software-Lizenzen nach Installationen zu staffeln.

Heute erheben bereits mehrere Softwarehersteller den Anspruch, in ihrer Angebotspalette ein DB-System zu führen, das dem Attribut "verteilt" Genüge leistet. Klaus Borel, Frankfurter Distriktleiter bei Oracle, vertritt allerdings die Ansicht, daß bislang nur das Schlagwort, jedoch kein entsprechendes Produkt existiere. Ein echtes verteiltes Datenbanksystem müsse nämlich auch die automatische Pflege des Data Dictionary auf jedem Rechnerknoten leisten. In dieser Hinsicht versage zur Zeit aber noch jedes der als dezentrale Datenbank deklarierten Systeme.

Netzbausteine ermöglichen dezentrale Datenhaltung

Die beiden geläufigsten wurden in erster Linie für DEC-Rechner konzipiert: "Ingres/Star" von Relational Technology und die "SQL/Star"-Familie von Oracle, deren Funktion "SQL-NET" seit kurzem auf dem Markt ist. In beiden Fällen handelt es sich um Netzbausteine, die auf die Datenbanken "Ingres" und "Oracle" aufgesetzt wurden. Borel ist zuversichtlich, daß sein Haus 1988 auch die erwähnte automatische Data-Dictionary-Pflege anbietet.

Seit etwa drei Jahren verfügbar sind "Sesam-DCN" von Siemens und das Datenbanksystem "Datacom/ DB" der ADR, das ausschließlich auf IBM-Rechnern läuft. Die ADR-Datenbank bewerkstelligt nach Angaben eines Unternehmenssprechers ebenfalls eine verteilte Datenverwaltung - und zwar mit Hilfe der Netzkomponente "D-Net", die demnächst auch mit DDB-Funktion vorliegen soll. Noch in diesem Jahr will die Darmstädter Software AG eine Version ihrer Datenbank "Adabas" auf den Markt bringen, die eine dezentrale Datenhaltung erlaubt.

IBM will zunächst DB2-Performance optimieren

Andere Hersteller halten sich bislang mit der Vermarktung verteilter DB-Systeme zurück. Die IBM räumt zwar ein, daß sich im Hinblick auf den Abteilungsrechner 9370 die Installation eines solchen Systems geradezu anbiete. Nach eigenen Aussagen will der Branchenführer aber erst einmal die Performance seiner relationalen Datenbank "DB2" optimieren, bevor er sich auf Neuland begibt. Allerdings existiert - so ein Insider - ein Produkt mit der Bezeichnung R-Net" , das Big Blue noch nicht zur Marktreife geführt hat. Die "Unvollendete" habe Oracle bereits als eine Art Vorlage für SQL-Net" gedient.

Was die Softwarelizenzen betrifft, so sind sich die befragten Hersteller einig: Sie vertreiben ihre Datenbanken nicht als Paket, sondern gegen eine nach Anzahl der Installationen gestaffelte Gebühr. Lediglich die alte "D-Net"-Version wird von der ADR noch zu Pauschal-Konditionen vertrieben. Denn die Verträge setzen teilweise auf sehr alten Nutzungsrechten auf, und "die Firmengeschichte könne nicht einfach vom Tisch gefegt werden". Ziel des Unternehmens sei jedoch die europaweite Vereinheitlichung der Verträge.

Zum Thema verteilte Datenbanken hat die ADR solche Verträge noch nicht verabschiedet, weil diese Produkte nach Aussagen des Herstellers Oberhaupt erst mit dem 9370 interessante werden. Der IBM-Rechner bedeute eine enorme Erweiterung des Marktpotentials für "D-Net". Die potentiellen Kunden will ADR nicht durch eine absatzhemmende Lizenzpolitik verschrecken. Deshalb sieht der Anbieter eine nach Rechneranzahl gestaffelte Lizenz mit Raum für Mengenrabatte vor und folgt damit demselben Trend wie auch Siemens, Oracle, Relational Technology und die Software AG.

Bis auf Siemens stimmen die Hersteller auch darin überein, daß sie die Höhe der Lizenzkosten abhängig vom Betriebssystem und von der Rechnergröße festlegen. Zwar macht auch die Software AG derzeit noch eine Ausnahme, indem sie die Hardware außer acht läßt; sie will ihre Gebührenstruktur aber im Laufe des Jahres an die der Konkurrenz anpassen.