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Das Netz übernimmt die notwendigen Funktionen selbst:

Verteilte DV macht Konzentratoren überflüssig

02.12.1983

Rapide fallende Hardwarepreise, eine atemberaubende Steigerung der Integrationsdichten, ein Preis/Leistungs-Verhältnis, das sich pro Jahr etwa um 20 Prozent verbessert und die steigende Verfügbarkeit von Netzwerken-das sind Fakten, die sich gravierend auf den Einsatz von Computern und den Zugang zu diesen Rechnern auswirken. Dabei spielten Konzentratoren lange Zeit eine wichtige Rolle. Doch mit der verteilten Datenverarbeitung geht der Trend in eine andere Richtung.

Denkt man einige Jahre zurück, so fand man in der Regel Folgendes: Große, teure Computer, die angeschafft worden waren, um in den Zentralen der Unternehmen riesige Mengen von Daten zu verarbeiten. Vorreiter auf diesem Gebiet waren Banken und Versicherungen und große kaufmännische Abteilungen. Die Datenerfassung erfolgte über Bildschirme, die sternförmig an die zentralen Computer angeschlossen wurden.

Zu dieser Zeit ließ sich die Interaktion mit dem Computer vernachlässigen. Die riesigen Datenmengen waren vielmehr nur einigen wenigen autorisierten Personen in Form von Berichten (Print-outs) zugänglich. Die zunehmende Ablehnung dieses schwerfälligen Informationsinstrumentariums ging mit dem Wunsch einher, die gespeicherten Informationen einer größeren Zahl von Mitarbeitern auf einfache Art zugänglich zu machen. Auch dieses erfolgte über Bildschirmterminals.

Nur mit Hilfe der Post

Während jedoch die ersten Terminals typischerweise im gleichen Gebäude oder zumindest auf dem selben Gelände standen, fanden sich die nächsten schon landesweit verteilt. Dabei war die Übertragungsgeschwindigkeit von 2400 Baud meist mehr als ausreichend, wobei jedoch im lokalen Bereich häufig Terminals über Koaxialleitungen angeschlossen wurden.

Der Anschluß der verteilten Terminals war allerdings, unabhängig davon, ob es sich um Stand- oder Wählleitungen handelte, nur mit Hilfe der deutschen Bundespost möglich. Diese stellt auf Mietbasis das Modempaar zur Verfügung, das auf Rechner- und Terminalseite benötigt wird.

Lassen sich nun an dem einen oder anderen Ort mehrere Terminals zu Gruppen zusammenfassen, so mag es sich abhängig vom Verkehrsaufkommen anbieten, eine Standleitung von der Bundespost zu mieten. Aus Kostengründen empfiehlt sich dies natürlich nur, wenn die Leitung so optimal wie möglich genutzt werden kann. Dies geschieht durch Konzentratoren oder Multiplexer, an die vier, acht oder noch mehr Terminals angeschlossen werden können.

Nicht gleichmäßig belastet

Die ersten Konzentratoren oder Multiplexer arbeiteten noch nach einem starren Zeitscheibenverfahren während alle neueren Geräte praktisch nach dem statistischen Verfahren funktionieren. Derartige Multiplexer sorgen für die optimale Zuteilung des Übertragungsweges und arbeiten unter der Annahme, daß im Regelfall nicht alle Terminals gleichmäßig belastet werden. Hinzu kommt, daß eine Übertragungsstrekke mit 4800 Baud oder mehr von einem Benutzer nicht ausgenutzt werden kann, denn 200 Anschläge pro Sekunde, entsprechen rund 1600 Bit pro Sekunde und es dürfte wohl kaum möglich sein, auf Dauer mit dieser Geschwindigkeit zu schreiben.

Das Sparpotential durch Einsatz eines Konzentrators bietet sich an: Zum einen werden die teuren Übertragungsleitungen optimal genutzt, zum anderen genügt ein Modempaar pro Multiplexer anstelle eines Modempaars pro Terminal. Statistische Multiplexer sind aus Kostengründen also immer dann zu empfehlen, wenn Gruppen von Terminals über große Entfernungen (privat oder öffentlich) an einer zentralen Datenverarbeitungsanlage angeschlossen werden sollen. Aber der Trend geht in eine andere Richtung.

Der eingangs erwähnte Verfall der Hardwarepreise führte in den letzten Jahren dazu, daß in steigendem Maß Intelligenz aus den zentralen Rechenanlagen in dezentrale Computersysteme (Mini- und Mikrocomputer) bis hin an den Arbeitsplatz ausgelagert wurden.

Damit ist die lokale Datenverarbeitung an der Stelle der Datenfernverarbeitung getreten, womit hier die Verarbeitung der Daten auf einem entfernten Computer gemeint ist. Dennoch benötigen auch diese lokalen, einzelnen Personen oder kleinen Gruppen zugeordneten Datenverarbeitungsanlagen die Verbindung zu anderen lokalen DV-Anlagen, aber auch die Verknüpfung zu übergeordneten Rechneranlagen bis hin zu den großen Computerzentralen.

Da im Fall des Datenaustausches nun aber Rechner mit Rechnern sprechen, deren Geschwindigkeiten bekannt sind, macht der Einsatz von Konzentratoren keinen großen Sinn mehr. Es bietet sich vielmehr an, sich aus dem Angebot der Bundespost das entsprechende Netz auszusuchen, beispielsweise Datex-P. In diesem Fall werden unabhängig von der Entfernung und der Dauer der Übertragung nur die Gebühren für die Menge der übertragenen Daten von der Bundespost erhoben. Benötigt wird in diesen Fällen (auch bei anderen Netzen) nur ein Modem pro Netzzugang.

Sind mehrere Mini- oder Mikrocomputer zu einer Gruppe zusammenzufassen, so empfiehlt es sich, diese zu einem lokalen Netz zusammenzuschalten, beispielsweise über Ethernet. Für ein solches Netz muß ein Netzwerkserver oder ein Gateway als Zugang vorgesehen werden. Entsprechende Terminalserver ermöglichen darüber hinaus den Anschluß nichtintelligenter Terminals an dieses lokale Netz.

Eine weitere preiswerte Möglichkeit, Terminals und Mikrocomputer an einen lokalen Hostcomputer anzuschließen, bietet sich durch die Verbindung mit einer vorhandenen Telefonnebenstellenanlage (vor allem aber auch mit den zukünftigen digitalen Nebenstellenanlagen). Dieser Hostcomputer kann wiederum direkt oder über ein lokales Netz Zugang zu anderen Computern bieten, die lokal oder entfernt aufgestellt sind. Natürlich wird es nach wie vor Fälle geben, die die Verbindung von Computern per Standleitung rechtfertigen. Dies empfiehlt sich jedoch nur, wenn es ein Kostenvergleich mit Datex-P oder Datex-L geraten sein läßt.

Solange es also die zentrale Datenverarbeitung geben wird, wird es auch einen Markt für Konzentratoren und statistische Multiplexer geben. Die Zukunft gehört jedoch der verteilten Datenverarbeitung, der Computerleistung am Arbeitsplatz.

* Klaus Kemmler, Marketing Manager für Kommunikationsprodukte, Digital Equipment GmbH, München.