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31.10.1975

Verteilte Intelligenz durch Stand-Alone-Lösung

31.10.1975

Offizielles DV-Dogma - von allen Herstellern von Großsystemen eingesegnet - ist, daß nach dem Prinzip des sinkenden anteiligen Overheads bei steigender Anlagengröße die gebündelte Verarbeitung auf Großsystemen kostengünstiger sei als der Einsatz zusätzlicher Stand-Alone-Kleinsysteme. Wenn überhaupt "Verteilte Intelligenz", dann nur im Online-Verband - so hört man's so oft, daß viele schon gar nicht mehr zweifeln.

Indes, das Gegenteil ist auch wahr. Zwar läßt sich die Physik nicht betrügen, aber EDV ist mehr als nur Maschinenzeit. Es gibt wichtige organisatorische und menschliche Komponenten, die, wie vier Anwenderberichte zeigen, durchaus auch das Stand-Alone-System in der Fachabteilung bei vorhandenen Großrechnern als wirtschaftliche Alternative rechtfertigen können.

Hans Göldner, Leiter der DV-Planung, Preussag AG, Hannover

Anlagen der Mittleren Datentechnik werden im Konzern zusätzlich zum zentralen Großrechner und den daran angeschlossenen Datenfernübertragungsstationen eingesetzt. So zum Beispiel für den Geschäftsbereich Reederei für die Fakturierung, für die Heuerabrechnung und für die Finanzbuchhaltung von Paten-Reedereien; in dem Geschäftsbereich Tanklager für verschiedene Abrechnungs- und Verwaltungsarbeiten für Tanklager; in einem anderen Bereich übernimmt ein MDT-Rechner die Baulohnabrechnung; in einem weiteren die Berechnung von Rohrnetzen.

In jedem Fall geht dem Einsatz kleiner DV-Anlagen eine genaue Untersuchung voraus, die die Möglichkeit prüft, den Großrechner und die vorhandenen Programme bzw. die Programmierkapazität zu nutzen.

Bei geringem Datenvolumen, das schnell verfügbar sein muß, hat sich der Einsatz von MDT-Anlagen gegenüber der konkurierenden Alternative Datenfernverarbeitung schon mehrfach als Kostengünstiger erwiesen.

Peter Schulze, Leiter Organisation und Programmierung, Agfa Gevaert AG Kamerawerk, München

Im Kamerawerk der Agfa Gevaert AG verwalten drei MDT-Anlagen als Stand-Alone-Systeme unabhängig vom Großcomputer den gesamten Ersatzteile-Verkauf, also die Lagerverwaltung und die Vorfakturierung. Mit insgesamt :36 K werden alle Ersatzteile der durch uns produzierten oder vertretenen Geräte disponiert. Diese Anwendung erstreckt sich auf eine Lagerbuchhaltung für insgesamt 42 000 unterschiedliche Ersatzteile.

Neben der Inventur, dem Zu- und Abbuchen der Teile schreiben die MDT-Computer vom Typ Kienzle 6012 unterschiedliche Lieferscheine und Rechnungen für In- und Auslandskunden sowie für konzerninterne Stellen.

Ein Vorteil der MDT-Systeme ist die große Flexibilität. Wir können in kurzer Zeit neue Konten errichten und haben zudem die Möglichkeit, durch "direkten Zugriff" auf die Sachkonten auf eine Anfrage sofort zu reagieren.

Die Umstellung im Jahre 1971 von einer sehr ungenauen manuell geführten Kartei mit separater Lieferscheinschreibung konnte innerhalb eines Jahres vorgenommen werden. Die Alternative, diese Anwendung online über den Großrechner laufen zu lassen, scheiterte damals an zu hohen Kosten und zu wenig Speicherplatz. Neben der kurzen Umstellungszeit hat die MDT-Lösung den Vorteil, daß die vorhandenen Mitarbeiter den ersten Schritt zur EDV als nicht zu groß empfanden.

Heute hat sich unser Geschäft verdoppelt und wir mußten in den vier Jahren keine neuen Mitarbeiter einstellen. Allein hierdurch hat sich die Investition für die drei Kienzle-Computer amortisiert.

Natürlich ist der Einsatz der MDT keine endgültige Lösung. Sollten wir uns aber für ein neues System entscheiden, so waren die Kleincomputer doch eine menschlich und sachlich sinnvolle Vorstufe zu einer größeren Lösung.

Jochen Langen, Verwaltungsleiter, Hengel & Co., Aalen

Seit Januar 75 wird in unserem Hause ein MDT-Computer Philips 310 (Unidata) eingesetzt, der ausschließlich für die Finanzbuchhaltung arbeitet - unabhängig von der EDV-Abteilung unseres Hauses. Bereits heute konnten wir durch diese Lösung unser IBM-System 370 ganz entscheidend entlasten. Fehler, wie sie früher vorkamen, sind jetzt durch die direkte Bearbeitung der Daten am Entstehungsort nicht mehr möglich.

Das Software-Paket für die Finanzbuchführung ist so konzipiert, daß die Belege in der Reihenfolge, in der sie anfallen, gebucht werden können. Für die Umschulung des Personals haben wir nur zwei Tage benötigt, die Fachabteilung hat sich sehr schnell an ihren "eigenen Computer" gewöhnt.

Seit diese Anwendung nicht mehr über den Großcomputer läuft. konnte in der Finanzbuchhaltung eine wesentliche Leistungssteigerung verbucht werden. Ein weiterer großer Vorteil ist die Integration des Systems in die Buchhaltung: Die MDT-Anlage steht mitten in einem Großraum-Büro, so daß die Daten ständig zur Verfügung stehen. Durch den Nadel-Matrix-Drucker ist das System zudem noch leiser als eine normale Schreibmaschine.

Ulrich Höft, Leiter der EDV-Abteilung, Draeger Werk AG, Lübeck

Fünf Nixdorf-Systeme regeln in unserem Unternehmen verschieden Bereiche des Verkaufs. Diese MDT-Anlagen verarbeiten selbständig jeweils die Lagerbestandsfortschreibung, halten eine permanente Inventur, verbessern die Aussagefähigkeit in der Disposition, erstellen Planungsvorschläge für den Verkauf nach mathematischen Modellen, analysieren die Lagerbestände und erstellen ein maschinelles Mahnsystem des Verkaufs gegenüber dem Betrieb.

Noch vor einigen Jahren mußten wir uns in diesen Bereichen mit einer recht einfachen manuellen Organisation behelfen. Die Umstellung auf die MDT-Systeme verlief - auch von der Personalseite her - relativ problemlos. Mit dem jetzigen Ergebnis sind wir sehr zufrieden

trotzdem müssen die MDT-Computer Mitte 1976 einem neuen System Platz machen: Im Rahmen eines integrierten Online-Konzepts für das ganze Unternehmen soll auch der Verkauf direkt über den Zentralcomputer gesteuert werden. Die Investitionen sind natürlich enorm, aber durch die Zwischenstufe "Magnetkonten-Computer" konnten wir weitere Kosten einsparen, die die Umstellung von der manuellen Bearbeitung direkt zur Online-Lösung gebracht hätte. Das langsame Einarbeiten der Mitarbeiter, die nach und nach mit der EDV vertraut gemacht wurden, ist wesentlich unproblematischer, als sie gleich mit den neuesten technischen Möglichkeiten zu überfordern.