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27.10.1989 - 

Bis zu fünf logische Sessions über eine physikalische Verbindung

Verteilte Intelligenz erhöht Leistung von 3270-Systemen

Der Anschluß von 3270-Endgeräten (Bildschirm, Drucker) an den Hostrechner geschah bisher üblicherweise über sogenannte Terminal-Steuereinheiten. An diese sind die Endgeräte sternförmig, meistens über Koaxkabel, angeschlossen. Im folgenden Beitrag erläutern Manuel Galea und Ernst Petermann*, ein neues Protokoll für den Anschluß von Terminals an 3270 Systeme.

Für die Kommunikation zwischen diesen Geräten und der Steuereinheit stehen mittlerweile zwei verschiedene Protokolle zur Verfügung. Das Protokoll für CUT erlaubt den Anschluß von einem nicht intelligenten, vollständig von der Steuereinheit abhängigen Endgerät. Um den weitergehenden Anforderungen der 3270-Welt gerecht zu werden, wurde ein neues Protokoll eingeführt, das DFT-Protokoll. Dieses beinhaltet eine Multiplexing-Funktion, welche es gestattet, über eine physikalische Verbindung bis zu fünf logische Verbindungen (Sessions) zu betreiben.

Das CUT-Terminal ist ein einfaches "Slave-Terminal". Die Hardware besteht im wesentlichen aus Bildschirmspeicher, Video-, Koax- und Tastaturlogik. Der 3270-Datenstrom wird dabei vom Host zur Steuereinheit gesendet. Diese interpretiert ihn, legt den Bildschirminhalt in ihrem internen Speicher ab und kopiert ihn direkt in den Bildschirmspeicher des CUT. Auf der Leitung werden die Daten zwischen Steuereinheit und

Terminal im Device Buffe Code (DBC) ausgetauscht. Der Code jeder gedrückten Taste wird zur Steuereinheit gesendet und bearbeitet. Durch Druck auf die alphanumerischen Taste wird der Code der Taste in de internen Speicher der Steuereinheit geschrieben, zum Bildschirmspeicher des CUT-Terminals reflektiert und auf dem Monitor angezeigt. Nach Eingabe der Datenfreigabetaste liest die Steuereinheit die vorher angegebenen Daten aus ihrem internen Speicher oder aus der Bildschirmspeicher, konvertiert sie in das 3270-Format und sendet die Daten zum Host.

Bei DFT wird der 3270-Datenstrom unverändert vom Host zum DFT-Terminal beziehungsweise umgekehrt gesendet. Tastatureingaben verarbeitet der Bildschirm selbst und bringt sie zur Anzeige. Im Gegensatz zum Anschluß von CUT-Terminal wird beim DFT-Terminal de komplette Bildspeicher des Endgerätes nicht in der Steuereinheit vorgehalten. Die Auswertung des 3270-Datenstrom und die Code-Konvertierung in der Steuereinheit entfallen. Diese hat nur noch die Funktion eines Verteilers (Multiplexer). Gegenüber einem CUT-Terminal belastet ein DFT-Terminal die Steuereinheit also sehr viel weniger.

Diese Architektur ermöglicht eine parallele Verarbeitung von 3270-Daten mehrerer DFT-Terminals an einer Steuereinheit. Dadurch wird die Kommunikationsgeschwindigkeit erhöht und die Steuereinheit entlastet.

Dieser Schritt in Richtung "verteilte Intelligenz" erlaubt es auch höherwertige Funktionen in einem DFT-Terminal zu betreiben, direkt von den DFT-Terminals ausführen zu lassen. Die Realisierung dieser Funktionen in einer Steuereinheit würde sehr schwer und kostenintensiv sein. DFT-Terminals könne sowohl in SNA- als auch in Non-SNA-Mode an den Host angschlossen werden.

Unter SNA stellt die Steuereinheit eine PUTYP2 dar. Wird die Steuereinheit lokal angeschlossen, belegt sie eine Kanal-Adresse, im Remote-Bereich eine SDLC-Adresse. Jede logische Session eines Terminals entspricht einer LU (Logical Unit). Ein DFT-Terminal belegt zwischen einer und fünf LU- Adressen im Host.

Unter Non-SNA belegt jede logische Session, beim lokalen Anschluß der Steuereinhet eine der 32 möglichen Sub-Channel-Adressen, beim Anschluß über BSC eine der möglichen Poll-Select-Adressen.

Das heißt für jedes Terminal, das mehr als eine Session unterstützen soll, muß für jede über eins hinausgehende Anzahl von Sessions ein Koax-Port in der Steuereinheit freigelassen werden. Die Anzahl von benutzbaren Koax-Ports ist in diesem Fall kleiner als 32. Beim Anschluß unter SNA besteht diese Einschränkung nicht.

Doch auch unter Non-SNA lohnt sich der Einsatz von DFT-Terminals. Wenn diese beispielsweise einen Drucker unterstützen, braucht für Terminal und Drucker nur ein Kabel von der Steuereinheit zum Endgerät verlegt zu werden, und es kann unter Umständen eine Koax-Port-Erweiterung bei der Steuereinheit eingespart werden. *

*lng. Manuel Galea und Dipl.-Ing. Ernst Petermann sind in der Entwicklungsabteilung des Zirndorfer Systemhauses HOB tätig.