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03.08.1979

Verteilte Konfusion

Was die COMPUTERWOCHE über die Abmagerung der EDV-Zentralen als Folge des Distributed Data Processing recherchiert hatte, war ,,Thema der Woche" in der Ausgabe 29 vom 20. Juli 1979 ("Rationalisiert sich der EDV-Chef selbst weg?") - ein kontroverses Thema, wie das Leser-Echo zeigt.

So widerspricht Hugo Schwenk, Leiter des Konzernbereiches Organisation und EDV der Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg Aktiengesellschaft, der Auffassung von DDP-Kritiker Fritz Voigt, Cendata Gesellschaft für Datenverarbeitung, "der EDV-Leiter sei in jedem Fall der Dumme".

In seinem Leserbrief (siehe Meinungen) vertritt Schwenk die Ansicht, durch die Kombination "DDP-Rechner in Zusammenarbeit mit einem zentralen Host-Rechner" werde den Endbenutzern in Werken und Verkaufsbereichen "die volle Abdeckung des Kapazitätsbedarfs bei gleichzeitiger Sicherstellung des Informationsflusses im Gesamtunternehmen gewährleistet" - für den EDV-Chef - so Schwenk - eine "außerordentlich erfreuliche Entwicklung, auch in seinem persönlichen Bereich".

Und was denkt die (noch) schweigende Mehrheit der EDV-Leiter?

IBM-Bonbons

Itel müht sich, dem Druck IBMs standzuhalten.

Doch mit der erwarteten H-Serie hat der Marktführer offensichtlich einen Pfeil im Köcher, der ins Mark treffen könnte. So scheint eine Konfusion in der Itel-Firmenspitze programmiert. Den "normalen" IBM-Anwender dürfte das Itel-Dilemma indessen ziemlich kaltlassen: Er hat seine eigenen Probleme, hervorgerufen durch die für den 1. Oktober 1979 angekündigten Preiserhöhungen seines /370- beziehungsweise 303X-Lieferanten, wie CW berichtete ("Cash & Cary" in der Ausgabe vom 20. Juli 1979).

Daß sich darauf neben verunsicherten IBM-Anwendern auch pikierte CW-Leser zu Wort melden würden, war zu erwarten. Doch der Auffassung, die COMPUTERWOCHE habe damit wieder einmal über IBM "nur spekuliert", widerspricht ein Insider, dessen Leserbrief wir auf ausdrücklichen Wunsch an dieser Stelle ohne Namensnennung veröffentlichen - quasi als Gastkolumne:

Bei Entscheidungen die in den kommenden Wochen über DV-lnvestitionen fallen werden dürften die Mietpreiserhöhung der IBM ferner erwartete Kaufpreissenkungen sowie die mögliche Ankündigung einer neuen Technologie durch die H--Serie zur Diskussion stehen - nicht zu vergessen die Geschäftssituation bei IBM-Mitbewerbern wie Itel oder Amdahl.

Soweit die Gerüchteküche.

Aber auch das t978 rückläufige Ergebnis der IBM sinkende Kurse und weitere Indikatoren die den Innovationszwang der Computer-lndustrie anzeigen, sind im Gespräch.

Denkbar ist auch daß die Mietpreiserhöhung von IBM im Rahmen eines langfristigen Finanzplanes kalkuliert wurde um beispielsweise die inzwischen lästigen Putzerfische abzuhängen. Ohne Zweifel wird das beste Geschäft nach wie vor über den Standard-Mietvertrag abgewickelt. Aus dieser Ertragserwartung heraus ist es sicherlich naheliegend, daß auch IBM - auf Jahre gesehen - in diesem Bereich die interessantesten Erträge aufzuweisen hat Nicht grundlos wird IBM vor etwa 20 Jahren gezwungen worden sein auch das Kaufgeschäft zuzulassen. Es erscheint also als durchaus verständlich wenn die IBM Finanzabteilung - im Gegensatz zu dem Jahresdenken des IBM-Vertriebs - einen längerfristigen Zyklus für die Ertragsbetrachtung zugrunde legt.

Wenn man eine derartige Strategie zugrunde legt wird es durchaus interessant eine Kaufpreisreduzierung für die heutigen Systeme in Aussicht zu stellen denn - eingedenk der Tatsache daß IBM-Anwender noch immer die treuesten Kunden sind - wird auch im Hinblick auf die zu erwartende Kaufpreissenkung eine Entscheidung kurzfristig nur für den Abschluß eines Normal-Mietvertrages fallen wobei ein LZM-Vertrag sicherlich zunächst ein Bonbon ist Dieser Umstand garantiert der IBM zunächst auf absehbare Zeit das heißt zumindest für den Zeitraum von zwei bis drei Jahren einen sicher zu erwartenden Umsatz bei einer sehr erklecklichen Rendite. Das bedeutet daß Kaufaspiranten zunächst nichts kaufen dürfen.