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Kooperation verkündet, obwohl Peoplesoft auch mit IBM techtelmechtelt


20.04.2001 - 

Vertikale Allianz von Sun und Peoplesoft

MÜNCHEN (CW) - Peoplesoft und Sun Microsystems haben eine weit reichende Allianz bekannt gegeben. Die zwei Unternehmen werden nach der Vereinbarung die CRM-Lösung des kalifornischen Softwareanbieters bei Telekommunikationsfirmen und in Broker-Häusern anbieten. In beiden vertikalen Segmenten sind die zwei Kombattanten schon stark vertreten.

Bereits im März 2001 hatte Peoplesoft ein neues Release seiner CRM-Suite angekündigt, das sich Suns Enterprise-Javabeans-Technologie stark zueigen macht. Die Kalifornier versuchen mit Macht, in den CRM-Markt einzudringen. Hierzu hatten sie Ende 1999 ihren CRM-Zulieferer Vantive Corp. aufgekauft, um zumindest ansatzweise dem absoluten Marktführer in diesem Industriesegment, der Siebel Systems Inc., Paroli bieten zu können. Siebel beansprucht seit Jahren rund 70 Prozent dieses Marktsegments für sich. Peoplesoft andererseits ist vor allem auf dem Gebiet der ERP- und Human-Resource-Software bewandert.

Interessant an der jetzigen Kooperation ist, dass Peoplesoft bereits vergangenen Juni darüber sprach, mit Sun eine Allianz zum Vertrieb der CRM-Software in der Telecom-Sparte abschließen zu wollen. Eine entsprechende Ankündigung folgte Wochen da-rauf, nur an der Ausführung haperte es zunächst. Grund für die Verzögerung des Peoplesoft-Sun-Deals dürfte ein Abkommen sein, das das Softwarehaus praktisch zur gleichen Zeit mit IBM schloss. In diesem schrieben die Partner fest, Big Blues DB2-Datenbank als bevorzugte Unix-Datenbank-Entwicklungs- und Implementierungsumgebung für die Peoplesoft-8-Suite einzusetzen. DB2 läuft zwar auch auf Suns Solaris-Betriebssystem, "Oracle 8i" und Sybase aber sind auf die Solaris-Software besonders zugeschnitten worden und werden von Kunden, die Sun-Server einsetzen, bei weitem bevorzugt.

Die IBM-Peoplesoft-Partnerschaft zementierten beide Unternehmen darüber hinaus im Oktober 2000, als die Softwerker sagten, sie würden Big Blues "S/390"-Mainframes mit ihrer Peoplesoft-8-Software unterstützen. Gleichzeitig versprach Peoplesoft, IBMs Middleware-Angebot bei den eigenen Kunden der Human-Research-Lösung "Hrms" anzubieten.

Sun und Peoplesoft gehen mit ihrer Kooperation Märkte an, in denen sie ohnehin schon als Server-Anbieter und Lieferant von CRM-Software festen Grund unter den Füßen haben. Sun gilt als dominierender Server-Lieferant für Unternehmen aus dem Communications-Segment, obwohl viele dieser Firmen auch noch IBMs Großrechner einsetzen. Sun reklamiert zudem, der erfolgreichste Server-Lieferant für Broker-Häuser zu sein. 20 der 25 größten Finanzberater hätten die violetten Rechner in Diensten.

Peoplesoft wiederum sagt, man vereinnahme 43 Prozent aller Umsätze, die Anbieter von Finanzdienstleistungs- und HR-Software in den USA in der Communications-Industrie erwirtschaften. Neun von zehn Telecom-Unternehmen inklusive AT&T, Sprint, Bellsouth und Ameritech würden ferner die CRM-Lösung von Peoplesoft nutzen. Über 150 Communications-Konzerne hätten die Peoplesoft-CRM-Software installiert, 14 der 15 führenden Broker-Häuser zumindest einige der Peoplesoft-Programme in Betrieb.

Von der jetzt besiegelten Partnerschaft versprechen sich Sun und Peoplesoft mehr Sicherheit vor den Angriffen von Konkurrenten wie Siebel Systems und anderen, die den beiden Firmen dieses lukrative Kundensegment sicher nicht kampflos überlassen wollen. Ferner erhoffen sich beide Companies, auch andere vertikale Industriesegmente mit ihrer Kooperation erfolgreich angehen zu können. Das ist schon allein deshalb nicht unwahrscheinlich, weil jedes der beiden Unternehmen für sich auch gezwungen ist, andere Geschäftsfelder zu okkupieren, um langfristig das eigene Überleben zu sichern.