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18.08.1989 - 

Nach den bösen Verlusten im abgelaufenen Geschäftsjahr:

Vertrauensschwund macht Wang zu schaffen

18.08.1989

LOWELL (IDG) - Schwer im Magen liegt vielen amerikanischen Wang-Kunden der hohe Bilanzverlust ihres Lieferanten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Erste Reaktionen: Die einen wollen vorerst keine neuen Systeme von Wang anschaffen, andere erwägen, dem Hersteller ganz den Rücken zu kehren.

Weitaus schlimmer als erwartet war für die Wang Labs das Resultat des Geschäftsjahres 1988/89 ausgefallen. Insgesamt hatte der Minicomputerhersteller aus Lowell eine Verlust von 424 Millionen Dollar ausweisen müssen, davon allein 375

Millionen Dollar im letzten Quartal (siehe auch COMPUTERWOCHE Nr. 32 vom 4. August 1989, Seite 1). Zwar beeilten sich die Wang-Manager sogleich, ihre 150 größten Anwender mit speziellen Schreiben zu beruhigen, doch der Schock und die Enttäuschung vieler US-Kunden über das finanzielle Debakel sind groß.

So befürchtet James Niquette aus Chicago, daß die Investitionsvorhaben der DV-Abteilungen in Sachen Wang nun weitaus schärfer durch die Controller in den Unternehmen geprüft und überwacht werden. "Somit werden sich im nächsten halben Jahr sicher viele Kunden mit dem Kauf von Wang-Systemen zurückhalten." Nicht nur abwarten, sondern aussteigen will David Pinkus, MIS-Direktor bei Fuller Co. in Bethlehem: "Die Verluste von Wang können uns in unserer Entscheidung, den Hersteller zu wechseln, nur bestärken."

Schwer tun wird sich der Minicomputerhersteller indes nicht nur, manchen Anwender bei der Stange zu halten. Hart wird es auch werden, Neukunden zu gewinnen, bekräftigt Lee Robert von der Nissan Motor Corp. im kalifornischen Gardena: "Die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Anbieters ist ein gewichtiger Grund, wenn man plant, mit ihm eine langfristige Geschäftsbeziehung einzugehen. "

Sparmaßnahmen können so schnell nicht greifen

Dennoch hoffen die Wang-Manager, das Schlimmste erst einmal überstanden zu haben. Mit Hilfe der Neugliederung des Unternehmens sowie der geplanten Sparmaßnahmen durch weltweiten Personalabbau und Schließung oder Verkleinerung von ausländischen Betrieben will man im dritten Quartal des neuen Geschäftsjahres wieder Gewinn machen. Doch amerikanische Marktbeobachter sind skeptisch, daß Wang dieses Ziel realisieren kann. "Die Kunden", so Jeff Governman, Finanzanalyst bei der Soundview Financial Group in Stamford, "werden vier aufeinanderfolgende Verlustquartale nicht akzeptieren." Weitere Sparmaßnahmen, vor allem weitere Entlassungen werden folgen, glauben andere Analysten. Dies wiederum werde das Vertrauen in Wang weiter erschüttern und die Nachfrage verringern.