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27.03.1981 - 

Professor Staudt fordert von der neuen Informationstechnologie Probierfähigkeit und Mitteilbarkeit:\

Vertrösten auf das Nachfolgemodell zieht nicht mehr

DÜSSELDORF - Nicht die Manipulation der "gestörten" Endbenutzer und Betroffenen darf der Weg sein, das in der modernen Informationstechnologie steckende technische und ökonomische Potential entgegen den immer stärker werdenden Widerständen praktisch zu nutzen; angezeigt sind Reparaturen an den Störquellen dieser Technologie selbst. Mit dieser Forderung, abgeleitet in vier Grundthesen, wandte sich Professor Dr. Erich Staudt, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Duisburg, auf der zurückliegenden Polymedia-Trainingskonferenz an die Adresse der "Eingeweihten", deren Imponiergehabe er als eine der Hauptursachen für die fehlende "Probierfähigkeit" der neuen Technik brandmarkte.

Staudts Thesen lauteten - grob zusammengefaßt -:

- Die zunehmende Verunsicherung von Herstellern und Anwendern wird einen schnellen und breiten Einsatz der neuen Informationstechnologien verhindern.

- Die verminderte Diffusionsgeschwindigkeit (Tempo der Akzeptanz) beruht auf Zweifeln der potentiellen Anwender an den ökonomischen Vorzügen der neuen Technik, an ihrer vorhandenen oder nicht vorhandenen Kompatibilität, aber auch an der eigenen Lernfähigkeit.

- Eine nur noch einer Technikerelite verständliche, zudem nicht einmal ausgereifte Innovation stößt auf technische, personelle und soziale Widerstände.

- Die Ursachen dieser Widerstände gilt es zu erforschen, um so die Störquellen beseitigen zu können und die Chancen von Innovationen probierfähig und mitteilbarer zu machen.

Innovation unstrittig - außer im konkreten Fall

"Ich will provozieren", begann Staudt sein Referat zum Thema "lnnovation als Störenfried" und bereitete die in einem Düsseldorfer Hotel versammelten DV-Profis damit auf starken Tobak vor. Zuvor aber beschrieb Staudt den Nährboden, auf dem der allenthalben zu beobachtende Widerstand gegen neue Informationstechnologien sich bilden konnte. Lesen Sie im folgenden - geringfügig gekürzt - Staudts Ausführungen.

In unserer Wirtschaft besteht eine vordergründige Einigkeit darüber, daß man innovieren sollte. Die innovierende Unternehmung ist Motor des technischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts, und die Beherrschung und wirtschaftliche Nutzung neuer Technologien sind von entscheidender Bedeutung für die Wettbewerbsposition des einzelnen Betriebs.

Die rechtzeitige Beherrschung und wirtschaftliche Nutzung moderner Technologien sind zugleich für die Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland ein entscheidener Wettbewerbsfaktor. Eine innovierende Wirtschaft gilt aus volkswirtschaftlicher Perspektive als Garant für Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Doch wird in aller Regel die lnnovationsfähigkeit von Individuen, Institutionen und Gesellschaft überschätzt. Sie reagieren auf den missionarischen Eifer der Innovatoren zurückhaltend, abwartend und, wenn er zu groß wird, sogar feindlich. Die großen Heilslehrer, Erfinder, Promotoren und Vermarkter neuer Technologien geben sich dann enttäuscht und erschüttert.

Weil ihr Allheilmittel nicht gleich angenommen und freudig begrüßt wird, räsonieren sie über Technikfeindlichkeit in unserer Gesellschaft. Ihre Überschätzung der Überzeugungskraft technischer Neuerungen und ihre Unterschätzung der durch missionarischen Übereifer hervorgerufenen Widerstände erzeugen aber gerade erhöhte Störpotentiale, die analysiert und abgebaut werden müssen, wenn die Stagnation überwunden werden soll.

In der Innovationsforschung besteht weitgehende Einigkeit darüber,

- daß der erfolgreiche Einsatz einer technischen Neuerung von ihrer eigenen Qualität und vom Zustand und den Aktivitäten ihrer Hersteller und Anwender bestimmt wird

- und die Diffusionsgeschwindigkeit von spezifischen Eigenschaften (oder der Einschätzung spezifischer Eigenschaften) abhängt: Sie steigt mit dem Nachweis der relativen Vorteilhaftigkeit und der Kompatibilität, sinkt mit dem Komplexitätsgrad und wird durch die Probierfähigkeit und Mitteilbarkeit der jeweiligen Technik bestimmt.

Angewandt auf den Bereich der Informationstechnologie ergeben sich hieraus vier Thesen:

These I:

Die heutige Situation der Hersteller und Anwender neuer Informationstechnologien ist durch zunehmende Verunsicherung gekennzeichnet. Sie findet ihren Ausdruck in der verworrenen Produktpolitik der Hard- und Sofware-Hersteller und der Zurückhaltung potentieller Anwender. Es besteht ein erhebliches Informationsdefizit über weitere Entwicklungs- und Einsatzmöglichkeiten. Die Entwicklung einer angemessenen Infrastruktur zum Abbau dieser Unsicherheit befindet sich erst in den Anfängen. Mit einem schnellen Einsatz der neuen Informationstechnologien in breiter Front ist deshalb nicht zu rechnen.

Die Hersteller sind vorwiegend an der technischen Machbarkeit orientiert. Den Anwendungsbereich kennen sie nur ausschnittsweise, über die Wirkungen des Einsatzes der Techniken bestehen nur Vermutungen. Sie suchen die schnelle Amortisation ihres Forschungs- und Entwicklungsaufwandes und überschlagen sich im "Schneller, Besser, Billiger" einer vorwiegend durch rasante technische Einzelentwicklungen bestimmten Generationenfolge.

Daraus folgt:

- Eine hektisch wechselnde Modellpolitik ersetzt Vorausdenken und Eindenken in den Anwendungsbereich.

- Die Entwicklung von Hard- und Software läuft entsprechend als "trial and error"-Prozeß ab.

- Hard- und Software sind nicht abgestimmt.

- Die Lebenszyklen sind kürzer als die Amortisationszeiten für Forschung und Entwicklung, Produktlinien und Marketing.

- Die notwendigen Fehlentwicklungen belasten als Investitionsruinen (im Hard- und Softwarebereich) Hersteller und Anwender.

Anwendungsgebiet der neuen Informationstechnologien ist der in der Vergangenheit überproportional angewachsene informationswirtschaftliche Bereich von Unternehmungen und Verwaltungen. Hier befinden sich - bei im übrigen in tendenzieller Massenproduktion erstarrten Fertigungsbedingungen - die Elastizitätsreserven, die die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit der Betriebe sichern.

Intransparenz mit Folgen

Diese Regelungs- und Steuerungspotentiale sind konventionell human besetzt. Sie sind bei allem Bemühen um eine

"wissenschaftliche Betriebsführung" nicht voll transparent. Die aufgeblähte Informationswirtschaft und die Verfügbarkeit von Informationstechnologien, die Teilfunktionen der Informationswirtschaft substituieren können, drangen zu einer partiellen Technisierung in diesen Bereichen.

Daraus folgt:

-Der Ersatz anspruchsvoller Funktionen im informationswirtschaftlichen Bereich führt zu einer zunehmenden Komplexität der eingesetzten Technologien.

- Aufgrund der mangelnden Transparenz des Anwendungsbereiches kommt es zu unerwarteten und ungewollten Folgewirkungen der neuen Technologien.

- Der Anwender hat zusätzliche Integrationsprobleme und wird zu ungeplanten Zusatzaufwendungen veranlaßt (beispielsweise Programmpflege).

- Es kommt zu Störungen mit enormer Reichweite.

- Es entstehen neuartige Schnittstellenprobleme zwischen verschiedenen Technologien und zwischen dem Menschen und der Technik.

- Viele potentielle Anwender halten sich zurück.

Eine Abstimmung zwischen Herstellern und Anwendern fehlt weitgehend. Es ist deshalb zu erwarten, daß die Innovation zum Störenfried wird: Die technologisch euphorische Behauptung des "Schneller, Besser, Billinger" wirkt im potentiellen Anwendungsbereich beunruhigend, ja diskriminierend, stempelt sie doch die überkommenen Systeme und ihre Vertreter als "langsam, schlecht und teuer" ab. Die Promotoren der neuen Technologie werden zu Aggressoren.

Dabei ist die Grenze zwischen Angreifern und Angegriffenen nicht einmal eindeutig durch Hersteller und Anwender zu definieren. Die potentiellen Anwender haben sich, verunsichert durch die Effektivitätsdiskussion der Vergangenheit, längst rückversichert, den einen oder anderen Fachmann eingekauft und erste Investitionen in neue Informationstechnologien getätigt.

Die Hersteller verfügen damit über Brückenköpfe, Bastionen für die Vertretung ihrer Meinungen bei den potentiellen Anwendern. Das Gemeinsame zwischen Herstellern und jenen Brückenköpfen ist die Euphorie des technisch Machbaren.

Der geschickt vermittelte elitäre Habitus der "Digitalen" verstärkt bei den "Analogen" das Gefühl der Aggression, und jeder Mißerfolg der neuen Technologie und ihrer Promotoren wird zum Sieg in einer Abwehrschlacht gegen das beunruhigende Neue. Dies erschwert den Technokraten den Nachweis, daß die neue Technologie nicht nur technisch machbar, sondern auch ökonomisch sinnvoll und sozial akzeptabel ist.

These II:

Da die relative Vorteilhaftigkeit der Informationstechnologien nicht überzeugend darstellbar, ihre Kompatibilität aufgrund spezifischer Insellösungen nicht gewährleistet ist, zahlreiche potentielle Anwender sich angesichts der empfundenen Komplexität für überfordert halten und die Probierfähigkeit und Mitteilbarkeit wegen Komplexität und Entwicklungsdynamik eingeschränkt sind, wird die Diffusionsgeschwindigkeit der neuen Techniken abgebremst.

Die relative Vorteilhaftigkeit neuer Informationstechnologien wird meist nur in trivialisierten Wirtschaftlichkeitsrechnungen für Partialbereiche nachgewiesen. Weitergehende Wirkungen werden zwar befürchtet, aber nicht analysiert. Sie bleiben im Dunkeln, und damit läßt sich über sie vortrefflich streiten.

Digitale Schlagseite

Schlechte Erfahrungen mit den ersten Generationen der Informationstechnologien in der Vergangenheit diskriminieren die pseudoexakten Rechnungen weiter. Der Nachweis der relativen Vorteilhaftigkeit gelingt kaum überzeugend.

Die Kompatibilität der vorwiegend informationstechnologisch orientierten Kreationen im Hard- und Softwarebereich mit den technischen und personellen Bedingungen der Anwender ist nicht hinreichend gesichert.

Technische Unverträglichkeiten:

- Im Hardwarebereich ist die digitale Seite bevorzugt entwickelt, wohingegen Sensorik und Aktorik, welche die Kompatibilität mit der im übrigen analogen Anwenderseite herstellen, zurückgeblieben sind.

- Im Softwarebereich dominiert bisher das Bestreben, den Digitalbereich effektiv zu beherrschen, während die Orgware, welche die Kompatibilität mit dem Anwendungsbereich sichert, zurückgeblieben ist.

Personelle Unzulänglichkeiten:

- Substituierende Effekte der Technisierung führen zu Qualifikationsverlusten und Freisetzungen.

- Der Einsatz der neuen Technologie erfordert im Anwendersystem neue Qualifikationen, die vom konventionellen Ausbildungssystem nicht erbracht werden.

Der hohe Komplexitätsgrad der Informationstechnologien ist Resultante aus dem Bestreben, in sehr anspruchsvolle Anwendungsbereiche einzudringen, und dem niedrigen Reifegrad der Technologie. Eine nur unzureichend entwickelte Technologie in einem nicht voll beherrschten Anwendungsbereich führt zwangsläufig zu Störungen und Mißerfolgen.

Die vom Laien vermutete hohe Komplexität resultiert aber auch aus dem Imponiergehabe der "Eingeweihten", die mit Kilobyte um sich werfend Gerätetypen als Geheimcode stilisieren und mit einem Wust von Programmiersprachen und Bruchstücken der angewandten Mathematik die Erklärungsbedürftigkeit der Technologie unnötig hochschrauben.

Damit wird die vermutete Kompatibilität herabgesetzt und werden zugleich Anforderungen an die Fähigkeit und Bereitschaft der Anwender zum Lernen gestellt, von denen sich zahlreiche Betroffene überfordert fühlen. Aus dem gleichen Grunde ist die Probierfähigkeit der lnformationstechnologien herabgesetzt.

Die hohe Eintrittsschwelle erforderte von Anfang an besondere Vermarktungsstrategien, deren eigentliches Ziel es gar nicht war, den potentiellen Anwender probieren zu lassen, sondern deren Absicht einzig und allein darin bestand, ihn an das jeweilige Firmenprogramm zu binden und deren unbeabsichtigte Nebenwirkungen angesichts der hektischen Modellpolitik darin gipfelte, daß immer nur ein schon veraltetes Modell erprobt war, also stets der Glaube an die angekündigten Verbesserungen Mißerfolgserlebnisse verdrängen mußte.

Darunter leidet schließlich auch die für eine breite Diffusion neuer Technologien erforderliche Mitteilbarkeit, die Möglichkeit also, die positiven oder negativen Ergebnisse einer An- oder Verwendung der Technik anderen potentiellen Abnehmern mitteilen zu können.

These III:

Eine derartige Innovation erfreut bestenfalls die damit befaßte Technikerelite und gerade noch die sie vermarktenden Unternehmen Sie wird aber von der Mehrheit der damit Konfrontierten wegen technischer und personeller Unzulänglichkeiten als Störung empfunden Machbarkeit wurde erschüttert, und der Nachweis, inwieweit die neue Technologie ökonomisch sinnvoll und sozial akzeptabel ist, blieb aus. Innovation als Störenfried provoziert deshalb retardierende Kräfte, die als technisch, personell und sozial bedingte Innovationswiderstände wirksam werden.

Die häufig festgestellte hohe Geschwindigkeit der technischen Entwicklung sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich ist auf technische Teilbereiche beschränkt. Auf dem hohen Stand der technischen Entwicklung, auf dem wir uns heute befinden, wird aber jede neu hinzukommende Partialtechnologie einer verschärften Kontrolle auf Kompatibilität mit dem vorhandenen technischen Potential unterworfen.

Die Forderung nach horizontaler und vertikaler Kompatibilität verzögert die technischen Entwicklungen und engt den Entwicklungsspielraum ein. Für die Informationstechnologie bedeutet dies, daß jede voreilig auf den Markt geworfene Hardware-, Software- oder Orgwaregeneration den Einsatz der Folgegeneration retardiert.

Neben technischen Ergänzungen und Weiterentwicklungen hängt der Einsatz der neuen Informationstechnologien von der personellen Bewältigung der Technikgeneration durch Hersteller, Nutzer und Konsumenten ab. Die personelle Bewältigung bleibt nicht, wie vielfach vermutet, auf den Programmieraufwand begrenzt. Das heute auf diesem Gebiet absehbare Defizit stellt nur einen Bruchteil der personell bedingten Innovationswiderstände dar.

Die volle Nutzung des technischen und wirtschaftlichen Potentials fuhrt nämlich in den betroffenen Unternehmen und Verwaltungen nicht zu einfachen, durch die Software bedingten Änderungen im Personalbestand, sondern in vielen Bereichen zu einem totalen Wandel des Personalqualifikationsprofils vom Hilfsarbeiter und Facharbeiter über Techniker und Sachbearbeiter bis in die Führungsspitze der betroffenen Betriebe.

Die durch neue Informationstechnologien zunehmende Technisierung auch im bisher humanbestimmten informationswirtschaftlichen Bereich und die damit möglich werdende neue Automationsstufe der industriellen Fertigung fuhren schließlich zu einem totalen Wandel der Aufbau- und Ablauforganisation und damit in den dritten, den sozialen Problembereich.

Qualifikation und Position vieler Mitglieder der betroffenen Organisationen werden in Frage gestellt. Dabei entsteht eine Vielzahl von intra- und interpersonellen Konflikten, deren Ausgang letztlich darüber entscheidet, ob die Option der Technologie genutzt wird.

Arbeiter und Angestellte empfinden die Chancen der sich anbietenden technischen und ökonomischen Potentiale subjektiv als Bedrohung. Was für eine elitäre Minderheit Chance zur Selbstverwirklichung ist, beunruhigt die davon betroffene Mehrheit.

Es wird deshalb von ausschlaggebender Bedeutung für die weitere technisch-wirtschaftliche Entwicklung sein, inwieweit die Betroffenen und ihre Interessenvertreter in der Lage sind, die soziale Herausforderung des technischen Wandels konstruktiv zu bewältigen.

These IV:

Man wird sich verstärkt mit den Widerständen gegen neue Intormationstechnologien und ihren Ursachen beschäftigen müssen und dies nicht, um die Widerstände zu brechen, sondern um die weitere technische Entwicklung zu beeinflussen. Der Erfolg neuer Technologien wird nicht durch die Manipulation der "Gestörten ", sondern durch Reparaturen an der Störquelle gesichert.

Um das Mißverständnis zu vermeiden, daß die zukünftigen Qualifikationen einseitig durch den Gang der technischen Entwicklung bestimmt werden, muß darauf hingewiesen werden, daß die technisch orientierten Promotoren der Informationstechnologien ihre schlichte Auffassung, zur erfolgreichen Diffusion habe das Niveau der Benutzer zu steigen oder angepaßt zu werden, korrigieren müssen.

Die technische Entwicklung auf diesem Gebiet wird viel mehr als in der Vergangenheit aus dem Labor herauskommen müssen und sich wesentlich stärker als in der Vergangenheit der Aufgabe zu stellen haben, das Anspruchsniveau neuer Technikgenerationen an die verfügbaren oder erreichbaren Qualifikationen anzupassen.

Widerstand nicht nur von links

Von den drei Bremswirkungen, die die Geschwindigkeit der technischen Entwicklung drosseln, ist nur die letzte sozial bedingt. Es ist deshalb auch nur eine Seite der Medaille, wenn erfahrene und verdienstvolle Techniker über die zunehmende Technikfeindlichkeit in unserer Gesellschaft räsonieren.

Die andere Seite der Medaille besteht aus dem Fakt, daß man morgen mit diesen Vorbehalten gegen die Technik wird leben müssen. Erschwerend kommt noch hinzu, daß man die sichtbar werdenden Innovationswiderstände nicht alle in die linke Ecke verdrängen kann.

Ein guter Teil der Widerstände ist wohlbegründet. Er resultiert aus technischen und ökonomischen Ungereimtheiten und Qualifikationsdefiziten. Und hier liegt die Chance im Umgang mit den neuen Technologien. Diese Ungereimtheiten und Defizite können abgebaut werden.

Aus "Innovationen als Störenfried" wird dann zwar noch keine Heilslehre, aber technische Entwicklungen, angemessene Qualifikationen und Strategien zur sozialen Absicherung der Betroffenen dürften es ermöglichen, zumindest die Chancen der Innovation durch neue Informationsverarbeitungstechnologien probierfähig und mitteilbarer zu machen.