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13.08.2004 - 

Storage-Management erlaubt feinere Nutzungszuordnung

Verursacher sollen Speicherkosten tragen

In den meisten deutschen Unternehmen sind die Speicherlandschaften über Jahre oder gar Jahrzehnte historisch gewachsen. Entsprechend heterogen sehen sie heute aus. Ein Management-System, das eine solche Komplexität und Heterogenität überwachen und steuern kann, muss mehr sein als ein Anlagenverzeichnis, welches die einzelnen Komponenten auflistet. Gefragt ist vielmehr ein Informationsnetz, das alle Faktoren kennt und souverän zu einer Lösung integriert - auf Knopfdruck, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Viele Unternehmen erkannten bereits vor Jahren, dass die SCSI-basierenden Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen Applikations-Servern und Speichersystemen wenig Spielraum für Betriebs-, Desaster- und Recovery-Konzepte ließen. Investitionen waren an einzelne, funktionale Inseln gebunden. Spiegelungskonzepte ließen sich nur mit proprietärer Hardware realisieren. Diese musste für jede einzelne Verbindung neu erworben werden.

Aus der Erkenntnis heraus, dass Lösungen flexibel, sicher und ausbaufähig sein müssen, entwickelten sich die Storage Area Networks (SANs) in der heute bekannten Form. Die Flexibilität, die sich nun bot, wurde dankend angenommen. Die "Konsolidierungswelle" nahm ihren Lauf.

Experten erwarten zentrale Administration

Heute geht es in erster Linie darum, Methoden und Werkzeuge bereitzustellen, um diese konsolidierten Landschaften zu betreiben und die in der Topologie liegenden Mehrwerte zu nutzen. In Teilbereichen existieren bereits Lösungsansätze, etwa für Applikationen, SAN-Switches oder Subsysteme. Jede "Lösung" bringt jedoch ihre eigene Vielfalt an Tools mit und gliedert sich in Unterfunktionen für die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen: Visualisierung, Management, Application Programming Interfaces (APIs), Performance-Messung und dergleichen mehr.

Die Zukunft - und darüber sind sich alle Branchenbeobachter einig - gehört allerdings Management-Systemen, die eine umfassende, anwendungsorientierte Erfassung und Abbildung ermöglichen, die von der Applikation bis zu dem jeweiligen Plattenlaufwerk reicht. Erst solche Systeme erlauben ein zentrales, integriertes Management von mehreren, heterogenen Rechnern, Speichernetzen, Anwendungen und Speichersystemen. Der Branchenverband SNIA (Storage Networking Industry Association) setzt mit der voranschreitenden CIM-Normung (Common Information Model) hier ganz bewusst Akzente, die Entwicklung von Systemen in diese Richtung voranzutreiben. CIM-basierenden Lösungen gehört die Zukunft, weil sie die Anforderungen von wachsender Komplexität, kürzeren Entwicklungszyklen und heterogener Kompatibilität erfüllen können.

Mehr als nur ein Inventar

Moderne Management-Werkzeuge wie der "Hi-Command Storage Services Manager" von Hitachi Data Systems verfügen über Kernfunktionen wie das automatische Auffinden aller SAN-Komponenten, die grafische Darstellung der Topologie und der logischen Abhängigkeiten, das Performance-Management sowie ein Kapazitäts-Management (End-to-End) inklusive Prognose. Anwender sollten zudem darauf achten, dass das Tool den Speicher der Applikation automatisch zuweist, Quality of Services garantieren und alle Komponenten inklusive Abschreibung, Abteilung, Ansprechpartner, Lokation und dergleichen inventarisieren kann.

Die genaue Kenntnis aller Komponenten im Speichernetz ist eine wesentliche Voraussetzung für eine weitere Funktion, die sich erst jetzt im Storage-Markt realisieren lässt: die verursachungsgerechte Kostenverrechnung bei Nutzung von Speicherressourcen. Die Daten der Inventarisierung münden in eine Inventardatenbank, also einen Anlagenspiegel. Darin werden Anschaffungsdatum und -kosten, Restwert, Abschreibungszeitraum und -methode verzeichnet. Da jede Komponente der Speicherinfrastruktur auch einer bestimmten Abteilung beziehungsweise Kostenstelle zugeordnet ist, lassen sich die Aufwendungen für Abschreibungen problemlos dieser Kostenstelle oder bei anteiliger Zuordnung auch mehreren Kostenstellen zuordnen. Diese inventarbasierende Kostenverrechnung kannte man bisher auch schon, neu daran ist aber der Grad der Automatisierung.

Wesentlich präziser - und damit verursachungsgerechter - ist die Kostenverrechnung allerdings mit der speicherbasierenden Methode, die erst durch moderne Management-Systeme möglich geworden ist. Hierbei werden alle Komponenten des Speichersystems zunächst in Klassen unterteilt, für die sich dann bestimmte Verrechnungspreise bestimmen lassen. Man unterscheidet so beispielsweise extrem hoch verfügbare, hoch verfügbare und normal verfügbare Systeme.

IT-Manager und Controller versöhnt

Die Kosten für die Anschaffung der Speicher, für ihre Pflege und Wartung sowie die Abschreibung fließen direkt in die Verrechnungspreise moderner Management-Systeme ein. Definiert werden sie in Euro pro GB und Jahr - für ein extrem hoch verfügbares Speichermedium wird also etwa ein Verrechnungspreis von 200 Euro pro GB und Jahr angesetzt. Das Management-System verfolgt genau, welche Speicherkapazität von welcher Anwendung wie lange in Anspruch genommen wird. Durch einfache Multiplikation dieses Wertes (Speicherkapazität einer bestimmten Anwendung) mit dem Verrechnungspreis werden schließlich die Kosten den Verursachern - Abteilungen beziehungsweise Kostenstellen - zugeordnet.

Sowohl IT-Manager als auch Controller dürften sich über diese neue Methode der Kostenverrechnung freuen. Die IT-Manager, weil die gesamte Rechenarbeit in einem modernen Management-System automatisch erledigt wird und die neu gewonnenen Erkenntnisse die Argumentation gegenüber Kollegen in anderen Abteilungen wesentlich erleichtern. Die Controller, weil die hohe Transparenz in der Kostenstruktur des IT-Bereichs endlich eine verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten ermöglicht. Abzuwarten bleibt weniger, ob sich diese neue Form der Kostenverrechnung durchsetzen wird, sondern vielmehr, wie schnell dies geschieht. (kk)

*Steffen Bartsch ist Manager Solution Strategy bei Hitachi Data Systems.