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26.10.1979 - 

Steigenberger modernisiert

Verwaltungsrechner im Nobelhotel

26.10.1979

FRANKFURT (CW) - Gerade in die Traditionshotels hält die Datenverarbeitung durch das Hauptportal Einzug. Die Steigenberger Hotelgesellschaft, Frankfurt, versucht nach Angaben eines Firmensprechers über die EDV eine höhere Rentabilität sowie eine größere Einheitlichkeit innerhalb der Hotelkette zu erreichen.

Angenehm vermerken wird der Hotelgast, daß ihm das lästige Ausfüllen der Anmeldeformulare am Empfang abgenommen wird. In jedem Hotel der Kette ist er registriert, wenn er auch nur in einem Gast war.

Seit die "alte Hotelkasse von NCR" nicht mehr hergestellt wird, sieht Ton Tilburgs, der sich selbst als Organisationsprogrammierer, Systemprogrammierer und "Mädchen für alles" in der Steigenberger-EDV bezeichnet, eine Marktlücke in der Bereitstellung von Hotelorganisation. Diese für sich und andere zu schließen hat die Hotelgesellschaft ein amerikanisches Programmpaket der MCS, Dallas, übernommen, das zunächst auf Nova-Maschinen der Data General zugeschnitten war. Um jedes Hotel online mit der Zentrale in Frankfurt kurzschließen zu können, entschied man sich für IBM-Rechner der Serie 1, die mit der Großanlage IBM 370/125 harmonisieren. Da die deutsche Steuergesetzgebung "wesentlich komplizierter ist als die amerikanische" waren ohnehin große Änderungen in den Programmen erforderlich, erklärte Tilburgs. Man habe noch einige Schwierigkeiten mit dem EDX-Betriebssystem, die jedoch seit zwei Monaten in etwa zwei Wochen behoben sein sollen.

In dem Paket habe man an alle Wünsche der Hotelbranche gedacht, erklärte ein Vertreter von Steigenberger. So sei das Programm nicht nur für die 23 Filialen, sondern auch für andere Hotelbetriebe zu empfehlen. Zwei Unternehmer hätten sich bereits angeschlossen. Ein mittlerer Betrieb könne die Leistungen 1 für etwa 300 000 Mark kaufen. Dafür habe er neben der Software den IBM-Rechner 4955 mit 256 KByte, einen Plattenspeicher von 65 MByte, acht Bildschirme und zwei Matrixdrucker zur Verfügung.

Empfang, Telefonzentrale, Reservierungsbüro, Housekeeping und Portier wären über diese Investition mit Arbeitsplätzen versorgt.

Mit der Wunderwaffe Computer fühlt sich die Steigenberger Management-Gesellschaft stark genug, alte Nobelhotels aufzukaufen und wieder rentabel zu machen. Als Fallbeispiel gilt das Steigenberger Kurhaus Hotel, Scheveningen in Holland, das bereits den Planierraupen zum Opfer fallen sollte. Durch elektronisch überwachte Gewinn- und Verlustrechnungen sowie eine Betriebs- und Ablaufplanung könnte der Betrieb erneut wirtschaftlich arbeiten.

Mit dem Parkhotel Quellenhof, Bad Aachen - ebenfalls vor einiger Zeit übernommen - will Steigenberger Kongresse und damit teuer zahlende Gäste nach Aachen locken. Ein noch geheimgehaltenes Management-Programm soll in den nächsten Monaten eingeführt werden.