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14.05.2004 - 

Kolumne

"Verwelkter GSM-Lorbeer"

Peter Gruber Redakteur CW

Hand aufs Herz! Haben wir Europäer nicht immer etwas hochmütig in den Fernen Osten geblickt, von Japan einmal abgesehen? Plakativ gesagt, traute man den Asiaten lange nicht viel mehr als das Zusammenlöten von Billig-PCs zu. Diese Geisteshaltung wurde durch den großen internationalen Erfolg der zweiten Mobilfunkgeneration GSM genährt, die aus den Labors der Alten Welt stammt.

Doch während die Europäer noch glaubten, sie allein hätten die Mobilfunkweisheit mit dem Löffel gefressen und sich auf ihren GSM-Lorbeeren ausruhten, wurden sie von den Asiaten überholt. Bei der dritten Mobilfunkgeneration geben nicht wir den Ton an, die Musik spielt längst im asiatischen Raum. Ein Beispiel ist der südkoreanische Hersteller Samsung, der das Feld von hinten aufrollte und nun Nokia und Motorola attackiert.

Doch nicht nur im Mobilfunk setzen die Asiaten Akzente. Auch in der Internet- und Breitbandnutzung haben sie den Rest der Welt abgehängt. In Südkorea zum Beispiel gehen bereits drei Viertel der 15 Millionen Haushalte über einen Breitanschluss ins Internet. Die Nachfrage nach schnellen Zugangstechniken ist auch in Japan, Hongkong, Taiwan, Singapur und Malaysia sehr hoch, und China entwickelt sich im Flug vom Agrar- zum Hightech-Staat.

Über die Dynamik, mit der in Asien der technische Fortschritt vorangeht, können wir nur staunen. Offensichtlich ist der Informations- und Kommunikationsbedarf in Fernost so ausgeprägt, dass Mobilfunk- und Internet-Dienste in einem für uns unvorstellbaren Maß konsumiert werden. Hinzu kommt eine enorme Begeisterungsfähigkeit der Menschen für technische Innovationen. Diese Mentalitätsfaktoren, gepaart mit großem Ehrgeiz und einem gewaltigen Wettbewerbsdruck, führen dazu, dass uns Asien technologisch mehr als einen Schritt voraus ist.

Während sich die Telekom hierzulande weitgehend ohne Konkurrenz müht, Breitbandanschlüsse unters Volk zu bringen, nehmen die Koreaner bereits das Wireless Broadband Internet in Angriff, um die Reichweite von Hotspots auszudehnen. Außerdem tüfteln sie an der Vision, Anwendern Informations- und Kommunikationsleistungen über ein einziges, auf IP basierendes Netz zur Verfügung zu stellen, das Mobilfunk-, Festnetz- und WLAN-Dienste ohne Medienbrüche integriert. Möglich werden soll dies durch multiple Endgeräte, die je nach Anwendung und Service automatisch die für den Kunden beste Schnittstelle zu einem auf IP basierenden Backbone-Netz wählen.

Auch wenn man aus europäischer Sicht über die exzessive Internet- und Mobilfunk-Nutzung der Asiaten den Kopf schütteln mag, steht doch fest, dass der Fortschritt nicht mehr hier getrieben wird. Europa muss sich mit der Rolle des Verfolgers zufrieden geben und sollte aufpassen, technologisch nicht den Anschluss zu verlieren.