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24.08.1984 - 

Nicht alles was sich so nennt, gehört zur vierten Generation:

Verwirrspiel durch unklaren Leistungsumfang

DÜSSELDORF - Erleichterung bei der Entwicklung von Anwendungssystemen versprechen Softwareprodukte der vierten Generation. In diesem Marktsegment, das nach Analytikermeinung kurz vor einem Boom steht, tummeln sich bereits mehr als 40 Anbieter. Dennoch, die Definition und der genaue Leistungsumfang dieser "4th Generation Products" sind vielfach nicht exakt ausformuliert. Wim van Ek, Manager Technical Support Center, von der Applied Data Research (Deutschland GmbH) aus Düsseldorf beschreibt in seinem Beitrag die Mindestforderungen, die an ein Produkt dieses Genres gestellt werden müssen.

Der Nutzen, der für den Anwender eines Produktes der vierten Generation entsteht, erstreckt sich vor allem auf eine Steigerung der Produktivität der Anwendungsentwickler sowie eine spürbare Reduzierung der notwendigen Spezialkenntnisse und die Erhöhung der Qualität, Stabilität und Zuverlässigkeit der entwickelten Anwendungen.

In einem Produkt dieser neuen Generation werden alle Funktionen, die während des Lebenszyklus einer EDV-Anwendung zur Ausführung kommen, vereint. Dies umfaßt die Phasen der Realisation und Pflege von DV-Anwendungen, die automatische Dokumentation durch das aktive Nutzen eines integrierten Data-Dictionary-Systems sowie die Kontrolle bei Ausführung der entwickelten Programme.

Dabei gilt, daß dem Anwender alle Funktionen sowohl interaktiv am Terminal wie auch im Batch zur Verfügung stehen.

Alle Definition für das Anwendungssystem, die Ressourcen der einzelnen Programme wie Bildschirmformate, Reportdefinition und Dataviews werden getrennt von der eigentlichen Anwendungslogik festgelegt und dabei alle spezifischen Regeln zur Prüfung der Plausibilität der Einzeldaten definiert.

Die Informationsgewinnung und -verarbeitung basiert auf sogenannten Dataviews. Diese Informationskonstellationen sind völlig losgelöst von der physischen Speicherung der Daten.

Das Anwendungsprogramm beschränkt sich ausschließlich auf die Anwendungslogik bei völliger Ignoranz daten-, betriebs-, system- oder ausführungstechnischer Gegebenheiten.

Die Formulierung der Programmlogik zu einer zugegebenen simplen Aufgabenstellung zur Produktion einer Artikelliste mit den zu bestellenden Teilen kann zum Beispiel lauten:

For each Artikel

Where Bestand

Bestellbestand

Set Bestellmenge =

Monatsverbrauch * 3

* Bestellgruppe

Endfor

(Kein GO TO).

Beim Konstrukt "for each Artikel" mit der anschließenden Selektion handelt es sich um die Bestimmung der interessierenden Informationsmenge, ohne, wie bereits beschrieben, auf physische Gegebenheiten der Speicherung oder auf das "Wie" (open, lesen bestimmter Dateien, Wiederholung) Bezug nehmen zu müssen.

Handelt es sich bei der im Beispiel verwendeten "Bestellmenge" um ein Attribut der Benutzersicht "Artikel", so ist, entsprechend Berechtigung der Benutzersicht vorausgesetzt, dieses Element in der unterliegenden Datenbank verändert worden.

Lösungsebene und Klarheit der Struktur werden spätestens bei der Gegenüberstellung einer Lösung der gleichen Problemstellung mit konventionellen Daten- und Sprachtechniken deutlich.

Auch die automatische Dokumentation ist Bestandteil von Software der vierten Generation. Das Data-Dictionary ist zur Aufnahme und Wiedergewinnung aller das Gesamtsystem "EDV-Anwendung" betreffenden Informationen ausgelegt.

Durch den gemeinsamen Einsatz eines solchen Produktes und eines Data-Dictionary-Systems ergibt sich die Dokumentation des Anwendungssystems, der verwendeten Ressourcen oder der beteiligten Personen der Statusinformation automatisch.

Jede Aktivität durch das Entwicklungssystem wird synchron im Data-Dictionary protokolliert, interaktive Fragen bezüglich entsprechender Informationen und Zusammenhänge an des Data-Dictionary werden jederzeit sofort beantwortet. Batch-Reports ergänzen das Informationsangebot.

Um die leichte Erlernbarkeit der verschiedenen Funktionen zu garantieren, wird der Anwender durch entsprechende Menü-Technik ständig geführt.

Zum Beispiel werden während der Definition eines Anwendungssystems oder eines Bildschirmformates oder der Erstellung und Pflege von Programmen immer entsprechende Auswahlschirme der entsprechende der entsprechenden Detaillierungsebene gezeigt, die den Bediener führen. Der erfahrende Anwender kann zwecks schnellerer Arbeitsweise auch von einer Kommandosprache Gebrauch machen, die ihn sofort an die gewünschte Funktion führt.

Alle extern wichtigen Teile wie zum Beispiel Bildschirmformate und deren Verarbeitung in bezug auf Fehlerprüfung, Reports und deren Charakteristika wie Sortierfolge oder Arithmetik werden getrennt von eigentlichen Programmen interaktiv definiert.

Dies erlaubt einen stärkeren und frühzeitigen Einbezug der Fachabteilungen. Bereits in diesem noch relativ frühen Stadium der Realisation des Anwendersystems können alle externen Teile vorgeführt und getestet werden, ohne hierfür Programme im klassischen Sinne herstellen zu müssen.

Die neue Ebene der Anwendungsentwicklung durch ein 4th-Generation-Produkt hält die Investition in Anwendungsentwicklungen unabhängig von Änderungen in den Bereichen Betriebssystem, TP-Monitor und Datenstrukturen.

Diese Unabhängigkeit erstreckt sich sowohl auf das sonst nötige Spezialwissen der Anwendungsentwickler wie auch auf die entwickelten Anwendungen.

Häufig haben Anforderungskataloge die Eigenschaft unrealisierte Systeme zu beschreiben. Sicherlich sind auch bei den Ansprüchen die an ein Produkt der 4th Generation gestellt werden können, nach oben keine Grenzen gesetzt.

Das vorliegende Anforderungsprofil soll verstanden werden als Formulierung von Minimalanforderungen auf deren Realisierung langfristig kein Anbieter eines 4th-Generations-Produkts verzichten kann.