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20.10.1989 - 

Eingeschworene IBM-Anwender suchen allmählich Alternativen

Verzogerungen bei IBM-3390 nutzen PCM und Gebrauchtmarkt

FRAMINGHAM (IDG) - Während die IBM nichts über die Lage ihres einstmals angekündigten, aber auf die lange Bank geschobenen High-end-laufwerks sagt, suchen sich die Anwender ihre Alternativen auf eigene Faust. Das fährt soweit, daß in einigen Fällen, die Planung für Massenspeicheranschaffungen IBM-Produkte überhaupt nicht mehr berücksichtigt.

So erklärten mittlerweile diverse US-DV-Manager, daß sie - sollte Big Blue bis zum Jahresende die Karten nicht auf den Tisch legen - ihre Festplatten bei anderen Herstellern kaufen werden. Das umstrittene Laufwerk - bisher bekannt als 3390 - hätte bereits im Sommer vorgestellt werden sollen. Wegen technischer Probleme wurde die Einführung der Platte dann aber kurzfristig verschoben. Seitdem hört man aus Armonk in Sachen 3390 nichts mehr; weder Hintergründe über die Probleme, noch ein neues Auslieferungsdatum. Nach einer Information des Marktforschungshauses IDC soll die 3390 im ersten Quartal 1990 angekündigt und ausgeliefert werden.

Nutznießer des Zögerns bei IBM sind die PCMer und der Markt für Gebrauchtplatten. Dort holen sich jetzt die Anwender die benötigten Geräte. Für manchen Anwender bedeutet der Einkauf bei einem PCMer den ersten Schritt weg von der "reinen IBM-Lehre". So plante John Wood, Manager of Computer Networks bei der Royal Bank of Canada, schon länger die Anschaffung von NAS-Laufwerken. Nachdem ihn die 3380-Laufwerke schon sehr enttäuscht hatten, war die Verzögerung bei den 3390ern jetzt der entscheidende Punkt, sich an einen PCMer zu wenden. So wie in diesem Fall wenden sich immer mehr Anwender an Dritthersteller. Und das ist nur der Anfang: "Wenn wir schon die Platten bei NAS kaufen, werden auf kurze Sicht auch weitere Geräte dort beschaffen", meint John Wood.

Andere Anwender suchen sich ihre Geräte auf dem Gebrauchtmarkt, was die Preise für Gebrauchtgeräte erst einmal nach oben trieb. Und wieder andere wollen noch abwarten und während der Wartezeit ihren Bestand an Massenspeichern gründlich analysieren. Sie wollen sich ihre Platten dann kaufen, wenn IBM sie auch liefern kann. Aber: Sollte IBM nicht noch in diesem Jahr ein klares Wort sprechen, dann könnte das Auswirkungen auf die IBM-Treue haben, meinte ein US-Anwender.

Das Zögern zeigt allmählich seine Wirkung

Die ersten Anzeichen zeigen bereits, daß auch die IBM-Gemeinde bröckelt, wenn der Blaue Riese mal nicht liefern kann. Wenn schon in den USA immer mehr eingeschworene IBM-Anwender laut über den Weg zum PCMer nachdenken oder das bereits getan haben, sieht man, daß auch Armonk nicht für alle Zeiten auf seine Gläubigen setzen kann.

Die PCMer können jetzt zeigen, daß ihre Geräte durchaus mit den blauen Produkten mithalten können und damit so manches Unternehmen zur Anschaffung weiterer Nicht-IBM-Systeme zu bewegen.

Das ganze Drumherum um die 3390-Ankündigung zeigt jedenfalls, daß eine Announcementpolitik im Stil der IBM auch mal ihre negativen Wirkungen haben kann. Man stelle sich nur einmal vor, bei weiteren Announcements passiert ähnliches...

zek