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19.09.1980 - 

Siemens-Verkehrsrechner steuern Tunnelpassage:

Via Computer sicher durch den Gotthard

GÖSCHENEN/AIROLO (sg) - Am 5. September wurde der mit einem Kostenaufwand von 690 Millionen Franken und einer Bauzeit von fast vier Jahren erstellte und mit 16,3 Kilometern längste Straßentunnel der Welt dem Verkehr übergeben. Damit verkürzt sich für den Autofahrer der von altersher bestehende Weg von Norden nach Süden, für den bislang die Gotthard-Paßstrecke benutzt wurde, um Stunden und was noch weit wichtiger erscheint, die Nord-Süd-Passage wird dadurch winterfest.

Bei diesem Projekt der Superlative sorgt ein computergestütztes, von der Siemens-Albis AG entwickeltes Tunnelüberwachungs- und Verkehrssteuerungssystem dafür, daß die Verkehrsteilnehmer im längsten Straßentunnel der Welt nicht zuviele, dafür aber gezielte Anweisungen erhalten, die der aktuellen Verkehrssituation gerecht werden.

Den Kontrollbeamten in den Kommandostellen Göschenen und Airolo erlaubt das in dieser Komplexität einmalige System, sehr rasch die Entscheidungen zu treffen, die für einen flüssigen Verkehr notwendig sind.

Die eigentliche Verkehrserfassung beginnt bereits mehrere Kilometer vor den Tunnelportalen. Schlaufendetektoren, die auf Metall, welches sich über ihr Feld bewegt, mit einer Induktivitätsänderung reagieren, melden an zwei miteinander verbundene Siemens-Verkehrsrechner von Göschenen und Airolo, wieviele Lastwagen und Personenwagen mit welcher Geschwindigkeit auf den Tunnel zurollen. So kündigt sich ein Stau schon frühzeitig an, und die Kontrollbeamten beiderseits des Gotthard haben Zeit, die nötigen Maßnahmen zu treffen, um im Tunnel selbst den Verkehr jederzeit flüssig zu halten.

Lichtschranken an beiden Tunnelzufahrten erkennen zudem überhohe Fahrzeuge schon frühzeitig und veranlassen die Sperrung der Tunneleinfahlt, kurz bevor der zu große Brocken das Portal erreicht. Ebenso bewirkt ein Tunnel-Brand, den einer der zahlreichen Feuermelder den Rechnern meldet, daß alle Ampeln vor dem betroffenen Abschnitt automatisch auf Rot schalten, damit keine weiteren Fahrzeuge in den Tunnel einfahren.

Der Verkehrsfluß wird alle 500 Meter gemessen. Abhängig von der Anzahl der Personen- und Lastwagen die sich in einem Abschnitt befinden wird auch die Tunnellüftung bedarfsgerecht gesteuert. Bei Verkehrsstörungen werden über Fernsehkameras automatisch Bilder des betreffenden Abschnitts auf die Monitoren in den Kontrollzentren überspielt. Dasselbe geschieht, sobald ein Fahrzeug in eine der 33 Ausweichnischen einfährt.

In den beiden Kommandozentralen bei den Tunnelportalen laufen alle Fäden zusammen. Die Meldungen und Daten, die auf die Bildschirme und Blattschreiber der Verkehrsüberwacher gelangen und am Rückmeldetableau angezeigt werden, sind durch die beiden Verkehrsrechner die einander in der Betriebsführung abwechseln, schon geordnet und sinnvoll miteinander verknüpft. Die Kontrollbeamten erhalten durch diese verdichtete Information einen raschen und umfassenden Überblick.