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06.10.2000 - 

Vorstoß auf die letzte Meile

Viag Interkom schnürt für den Mittelstand ein Richtfunkpaket

MÜNCHEN (CW) - Viag Interkom bietet ab sofort einen Dienst an, der mittelständische Unternehmen per Richtfunk anbindet. Unter der Bezeichnung "E-Nfrastruktur" erhält der Kunde Sprach- und Internet-Services via Funk in einem Anschluss.

"Wir wollen im Ortsnetz von der Telekom und anderen Carriern unabhängig werden", sagt Jürgen Weidner, Manager Business Developement Directaccess bei der Viag Interkom. Aus diesem Grund setzt der Münchner Carrier verstärkt auf das Point-to-Multipoint-Verfahren (PMP), über das mehrere Kunden per Richtfunk mit dem Festnetz verbunden werden können. Damit umgeht das Unternehmen die Kupferader der Telekom, die laut Viag auf der letzten Meile noch immer einen Marktanteil von 97 Prozent besitzt.

Die Münchner hatten vergangenes Jahr bei der Ausschreibung von der Regulierungsbehörde den Zuschlag für 213 Richtfunkgebiete in Deutschland bekommen. Damit deckt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 50 Prozent der Fläche mit 80 Prozent der Bevölkerung sowie einen Großteil der Geschäftskunden ab.

Zum Start wird das Unternehmen E-Infrastruktur in 42 deutschen Städten vermarkten und den Dienst dann sukzessive ausdehnen. Im kommenden Jahr soll laut Weidner eine Milliarde Mark in den Ausbau des Richtfunknetzes gesteckt werden. Außerdem hat sich Viag Interkom in einer zweiten Ausschreibung um die Betreiberrechte für 63 weitere Gebiete beworben.

Bei E-Nfrastruktur erhält der Teilnehmer eine Richtfunkantenne, über die Daten und Sprache zu einer Basisstation und von dort ins Backbone-Netz übermittelt werden. Er kann dabei unter Verwendung der bestehenden Telefonanlage und gewohnten Rufnummern zwischen zwei ISDN-Basis- sowie einem ISDN-Primärmultiplexanschluss wählen. Für den Mehrgeräteanschluss (ISDN2) und den Anlagenanschluss (ISDN2n) im Basisbereich werden monatliche Grundgebühren in Höhe von 39,90 beziehungsweise 49,90 Mark, berechnet, für den S2M-Anschluss (ISDN30) 499 Mark.

Der neue Service erlaubt den Kunden, im Sprachdienst zwischen zwei Tarifmodellen zu wählen (siehe Tabelle). "Festnetz Direkt 1" beinhaltet dabei eine einfache Gebührenstruktur, die deutschlandweit rund um die Uhr einen einheitlichen Tarif vorgibt. Bei "Festnetz Direkt 2" hingegen variieren die Entgelte je nach Zeitzone und sind stärker auf das Telefonieprofil eines mittelständischen Unternehmens ausgerichtet. Außerdem wird in diesem Tarifmodell eine zusätzliche Monatsgebühr von 99 Mark erhoben. In beiden Tarifvarianten wird eine einmalige Anschlussgebühr erhoben, wenn sich der Kunde vertraglich nicht mindestend drei Jahre bindet.

Das Internet-Angebot von E-Nfrastruktur umfasst neben 50 E-Mail-Accounts, 100 MB Webspace auch zwei Domain-Namen. Der Kunde hat zudem die Alternative zwischen zwei symmetrischen Bandbreitenversionen, einmal "Internet Pauschal 1" mit einer Übertragungsrate von 256 Kbit/s und "Internet Pauschal 2" mit 1280 Kbit/s. Die erste Variante ist für eine Monatpauschale von 390 Mark, die zweite für 950 Mark zu haben, wobei der Kunde keiner Zeit- und Volumenbegrenzung (Flatrate) beim Zugang zum Internet unterliegt. Bindet sich die Firma nur für ein Jahr, fällt eine einmalige Anschlussgebühr von 1200 Mark an, bei zweijähriger Vertragsdauer 600 Mark. Bei einem dreijährigen Kontrakt berechnet Viag keine Einrichtungspauschale.

Über die Sprach- und Internet-Kommunikation hinaus enthält der Dienst ein Web-Portal, das Inhalte von Partnern wie Lycos Bertelsmann, Hewlett-Packard, Amazon, Spiegel Online, German Parcel Paket-Logistik, Sportal etc. liefert. Das Portal erlaubt dem Kunden, seinen Internet-Zugang individuell zu konfigurieren. Jedem Mitarbeiter des Betriebs kann dabei ein geeignetes Nutzerprofil zugeordnet werden.