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18.10.1996 - 

RWE verläßt die Dreier-Allianz

Viag und BT wollen Festnetz und Mobilfunk verquicken

Die Allianz aus Viag und BT hat sich um die vierte Mobilfunklizenz E2 beworben. Nach Einschätzung von Georg Obermeier, dem Vorstandsvorsitzenden der Viag Aktiengesellschaft, bedeutet schon allein die Tatsache, daß die E2-Lizenz als letzte Mobilfunk-Betriebserlaubnis vergeben wird, einen Wettbewerbsvorteil: "Der Betreiber von E2 kann aufgrund der schnellen Entwicklung auf diesem Gebiet ein ganz anderes Equipment anbieten als die Konkurrenten."

Er zeigte sich optimistisch, die Lizenz zu erhalten, zumal Viag bisher keine anderen Bewerber bekannt seien. Dafür spricht auch, wie aus Insider-Kreisen verlautete, die Möglichkeit, daß Post- und Telekommunikationsminister Wolfgang Bötsch die Lizenz vor Auflösung seines Ministeriums einem bayerischen Unternehmen zuschustern könnte.

Der Bewerbung liegen folgende Überlegungen zugrunde: Der Mobilfunk wird sich nach Ansicht des Viag-Vorstandsvorsitzenden mittelfristig zu einem Massenmarkt entwickeln. Außerdem würden Festnetz und Mobilfunk technisch sehr schnell zusammenwachsen. Viag und BT wollen den Kunden beide Dienste aus einer Hand bieten und die damit verbundenen Kostenvorteile weitergeben. Ab dem Frühjahr 1998 plant die Allianz, falls sie den Zuschlag erhält, zunächst einen Metropolitan-Service in den großen Ballungsgebieten Deutschlands einzurichten. Eine flächendeckende Versorgung müsse dann schnellstmöglich realisiert werden.

Während Viag/BT die E2-Lizenz als ein zentrales Element in der TK-Strategie betrachten, favorisiert RWE die Erschließung des privaten Massenmarktes über das Festnetz. An dieser unterschiedlichen Auffassung über die Rolle von E2 zerbrach das Dreier-Bündnis. Ein tiefes Zerwürfnis zwischen den ehemaligen Partnern RWE und Viag stritt Obermeier jedoch ab. Insbesondere auf dem Gebiet der Netzinfrastruktur sei durchaus eine Kooperation denkbar, denn die Einzugsgebiete beider Seiten ergänzen sich geografisch.

Die Börse reagierte auf den Wechsel von RWE aus der Koalition mit Viag und BT zu deren Konkurrenten Veba zunächst mit Kursgewinnen für RWE und Veba sowie einem Verlust von 3,5 Prozent bei den Viag-Aktien. Viag und BT versuchen nun, aus der Not eine Tugend zu machen. "Wir werden unsere Pläne im Duo sogar schneller und effizienter umsetzen können als in einer Dreier-Allianz, die einen größeren Abstimmungsbedarf aufweist", erläuterte Obermeier. Auch die Standortdiskussion zwischen Nordrhein-Westfalen und Bayern falle weg. Nicht wegdiskutieren läßt sich jedoch die Tatsache, daß mit RWE die konkurrierende Allianz um die Veba AG stärker wird. Letztendlich wird wohl bei den ganzen Rangeleien im TK-Markt die Deutsche Telekom der lachende Dritte sein.