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19.09.1980 - 

Modellanwendung von AV-Medien in großen Unternehmungen:

Video im Auftrag und Einsatz der Bundeswehr

Video in der Ausbildung ist ebensowenig Selbstzweck, wie die Ausbildung selbst. Beide dienen der Verbesserung der betrieblichen Kommunikation und damit der Leistungssteigerung des Unternehmens. Gerade für Großorganisationen mit vielfältigen Aufgaben und hohen Anforderungen an Quantität und Qualität der Information und Kommunikation ist Video ein unersetzliches Hilfsmittel auch und gerade in der Ausbildung. Wie diese Anforderungen modellartig zu bewältigen sind, soll an nachfolgendem Beispiel des Einsatzes von audiovisuellen (AV) Medien in der Ausbildung der Streitkräfte der Bundeswehr verdeutlicht werden. DB Beispiel stammt von der dy log Personal- und Organisationsberatung, Frankfurt.

Zur Vorbereitung dieses AV-Einsatzes sollte ein entsprechender Informationsfilm mit dem Titel "Ausbildungstechnologien in den Streitkräften" erstellt werden. Er sollte die Grundsätze des Generalinspekteurs für die Anwendung von audiovisuellen Ausbildungsmitteln vermitteln.

Zunächst wurden die Kriterien für den zu erstellenden Film entwickelt. Diesen Kriterien zufolge sollte der Gebrauch von Video vor allem der Verbesserung und Verdichtung der Kommunikation innerhalb der gesamten Bundeswehr dienen.

Um sicher zu gehen, daß die Ziele dieses Filmes den gestellten Anforderungen entsprechen würden, wurden von dy log Untersuchungen und Analysen zur umfassenden Informationsgewinnung durchgeführt.

Schon auf dieser Stufe der Informationsgewinnung ergaben sich Hinweise, die der Forderung nach Kommunikationsverdichtung im Wege standen.

Als hemmend erwiesen sich die Intransparenz und Orientierungslosigkeit in der Organisation, die Motivationsdefizite wie auch der geringe Identifikationsgrad der Beteiligten, die Statusunsicherheit der Ausbilder, die Abhängigkeit und Kontrolle durch vorgefertigte Lehrprogramme und schließlich noch die Ängste im Umgang mit hochentwickelter Hardware.

Der durch Erlaß des Generalinspekteurs geregelte Einsatz von Video mußte hier zwangsläufig auf Barrieren treffen, die einen sinnvollen Einsatz in Frage stellten.

Die für die Untersuchung gesammelten Informationen bildeten die Konzeptionsgrundlage, aus der dann entsprechende Kriterien über den Rang der Filmziele abgeleitet wurden.

Die hierbei entwickelte Gesamtkonzeption gliedert sich in die folgenden Punkte:

- Definition des Auftrages

- Eingliederung des Auftrages in ein Kommunikations-Modell

- Ableitung von Kriterien

- Auswahl von Analyse-Methoden

Adressatenanalyse

Problemfeldanalyse

Anforderungsanalyse

- Problemdefinition

- Ableitung und Entscheidung für Vermittlungsziele

- Auswahl und Entscheidung für Realisationsmethoden

Zur Durchführung der Analyse wie auch der Entscheidung über die Realisationsmöglichkeiten wurden die folgenden Kommunikationsmodelle angewandt. Grundlage dieser Modelle war auch her die Erkenntnis, daß die Ausbildungsmedien der Intensivierung und Verdichtung der Kommunikation zu dienen haben, um damit die Leistungssicherung und Leistungssteigerung der Bundeswehr zu gewährleisten.

Die Kommunikation läßt sich dabei im folgenden Modell veranschaulichen, in dem Sender und Empfänger in einem austauschbaren Funktionsverhältnis stehen. (Abbildung 1)

Entsprechend kann der Ausbilder als Sender zugleich Empfänger werden, indem er die zu vermittelnden Informationen aus den Weisungen oder aus den Bedarfsmeldungen beziehungsweise Erfolgskontrollen der Soldaten erhält.

Umgekehrt muß der Soldat als Empfänger von Informationen auch zum Sender werden, wenn er seine eigene Leistung kontrolliert und aus anfallenden Informationsdefiziten seinen Bildungsbedarf formulieren kann.

Je intensiver dieser Kommunikations-Kreislauf betrieben wird, desto sinnvoller und wirkungsvoller können Kommunikationsmedien eingesetzt werden. Je intensiver aber solche Ausbildungsmedien genutzt werden desto größer die Kommunikationsdichte, desto stärker auch die Leistungsbereitschaft der Bundeswehr.

Um die notwendige Kommunikationsdichte zu erreichen, muß beim Einsatz von entsprechenden Mitteln auf zwei Aspekte der Kommunikation hingewiesen werden. Auf der einen Seite steht die durch die technischwissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung hervorgebrachte Informationsflut, auf der anderen Seite Unüberschaubarkeit, die Orientierungslosigkeit und Sinnverlust hervorbringt.

Der Einsatz von Ausbildungsmitteln hat sich daher neben der quantitativen Verbreitung von Informationen vor allem auf das Selektieren, Ordnen und Verarbeiten von unüberschaubaren, vielfältigen Informationen zu konzentrieren. (Abbildung 2)

Im Rahmen dieses allgemeinen pädagogischen Prozesses werden Informationen ausgewählt und nach der Zielsetzung des Auftrages bewertet. Zugleich vermitteln die so verarbeiteten Informationen jene Orientierung und Überschaubarkeit, die die Motivation und Identifikation der Soldaten und damit die Leistung der Bundeswehr insgesamt wesentlich bestimmen.

Im Bereich einer berufsfeldbezogenen Pädagogik werden Informationen vermittelt, die den technischen Anforderungen entsprechen und sich auf das Können des Soldaten beziehen. Im gleichen Maße werden Informationen vermittelt, die über Orientierung und Zielsetzung den Soldaten motivieren und damit das Wollen des Soldaten betreffen.

Ferner werden diese Informationen so vermittelt, daß sie den Anforderungen sowohl an die technischen Fertigkeiten als auch an die Motivation der Soldaten gerecht werden. Hierbei werden die technischen Informationen immer im Rahmen von Visualisierungs- und Theoriemodellen verarbeitet, um gleichermaßen die Kriterien der Auswahl und Bewertung erkennbar zu machen.

Aus diesem Modell läßt sich die besondere Bedeutung von Ausbildung und Ausbildungsmedien in bezug auf die Erfüllung des Auftrages feststellen.

Für den zu erstellenden Film ergaben sich aus der Analyse und der vorliegenden Problemdefinition die folgenden vordringlichen Vermittlungsziele:

- Transparenz und Orientierung

- Motivation und Identifikation

- Statusverbesserung des Ausbilders und der gesamten Ausbildungssituation

- Handhabbarkeit und Brauchbarkeit der Ausbildungsmittel

Nach Vorgabe dieser Informationsziele wurden einzelne Themen zu einem umsetzbaren Drehbuch zusammengefügt.

Der Film versteht sich in seiner Konzeption als einführender Baustein für eine Reihe von Videoprogrammen.

Informationen: a, mt. Arbeitsgemeinschaft Media-Technik, Lutz D. Haibach + Partner, Domitianstraße 35, 6000 Frankfurt am Main 50.

* Dr. Dieter Stey ist Geschäftsführer der dy log Personal- und Organisationsberatung, Dr. Dieter Stey + Partner, Landgraf-Philips-Str. 53, 6000 Frankfurt am Main 50.