Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.07.1993

Videofilme sollen 1994 auf jeder Workstation im Netz laufen Sun entwirft drei Workstations fuer 2D- und 3D-Bildbearbeitung

GRASBRUNN (CW) - Zwei neue Grafikadapter in drei Workstations bringt Sun Microsystems jetzt auf den Markt. In der vergangenen Woche stellte Sun den Nachfolger des GX-Systems vor, den "Turbo GX Plus", und zeigte ausserdem das neue Modell "ZX". Anlass fuer die neue Produktvielfalt ist wahrscheinlich unter anderem die Video- Workstation von Silicon Graphics, die speziell fuer die Bildbearbeitung konzipiert wurde.

Sun baut den neuen Adapter Turbo GX Plus in eine Sparcstation 10 ein, die sich damit besonders fuer zweidimensionale Grafikarbeiten eignen soll. Die Karte verfuegt ueber 4 MB Videospeicher und kann damit selbst bei einer Aufloesung von 1600 x 1280 Bildpunkten ein Bild doppelt speichern, so dass sich weiche und fliessende Bewegungen darstellen lassen. Der Austausch des Adapters selbst wird zwischen 5300 und 7700 Mark kosten, zusammen mit einer Sparcstation 10 liegt der Preis zwischen 50 500 und 106 000 Mark. Das Modell Turbo GX Plus ist laut Sun voll kompatibel zum Vorgaenger GX.

Fuer 3D-Arbeiten wie CAD oder Simulationen hat Sun den Grafikbeschleuniger ZX entwickelt: Zusammen mit einer Sparcstation LX schlaegt das neue System allerdings mit etwa 28 000 Mark zu Buche und wird damit wohl nur fuer Profianwendungen in die engere Auswahl kommen. Mit der leistungsfaehigeren Sparcstation 10 kostet der Grafik-Arbeitsplatz um die 45 000 Mark. Dafuer leistet der neue Adapter aber auch einiges: Zum Beispiel lassen sich pro Sekunde 750 000 dreidimensionale Vektoren mit einer Laenge von zehn Bildpunkten erzeugen. Der ZX-Adapter belegt zwei Sbus-Steckplaetze und erzeugt RGB-Ausgabesignale, die der PAL- oder NTSC-Norm entsprechen.

Viele grundlegende 3D-Effekte wie Transparenz oder Antialiasing fuehrt die ZX-Hardware aus, ausserdem kann der Adapter die Bildsignale auch an zwei Monitore gleichzeitig senden. Einen Abstrich mussten die Entwickler allerdings machen: Die maximale Aufloesung des ZX-Adapters betraegt 1280 x 1024 Bildpunkte, waehrend der kleine Bruder Turbo GX Plus auch 1600 x 1280 Bildpunkte ansteuern kann.

Fuer Ende 1993 kuendigte Donatus Schmid, Leiter der Marketing- Abteilung bei Sun, noch zwei Grafikerweiterungen an: Erstens werde man die Hauptplatine der Sparcstation 10 mit dem "SX"-Chip ausstatten, so dass sich 2D- und 3D-Bilder auch ohne zusaetzliche Hardware bearbeiten lassen sollen. Um die Filmproduktion moeglich zu machen, will Sun Ende des Jahres zweitens eine Sbus-Steckkarte anbieten, mit der in Echtzeit Filme komprimiert und dekomprimiert werden koennen. Unterstuetzen werde man, so Schmid, die Algorithmen JPEG, MPEG, H.261 und das Sun-eigene Format Cell. Ziel sei die Videouebertragung auch ueber LAN- oder WAN-Netze, deren geringe Uebertragungskapazitaet bisher nur holzschnittartige Bildfolgen erlaubte.

Der Prototyp einer Sparcstation 10SX hat einen neuen Videochip auf der Hauptplatine.