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21.01.2008 - 

Kommunikation auf allen Unternehmensebenen

Videokonferenzen sind ein Muss

Videokonferenzsysteme werden vom IT-Fachhandel noch kaum wahrgenommen. Polycom-Deutschland-Chef Kay Ohse weist aber auf die Potenziale hin. Ihm zufolge sind solche Lösungen bald ein Muss für jeden Reseller.

Von Klaus Hauptfleisch

Viele denken beim Begriff Videokonferenzsysteme noch an die holprigen Lösungen aus den Anfangstagen. Dabei reicht schon eine ISDN-Leitung mit zwei B-Kanälen, um eine durchaus brauchbare Desktop-Qualität zu erreichen. 2006 hat Weltmarktführer Polycom erstmals eine Lösung mit 720p-HD-Auflösung vorgestellt. Laut Deutschland-Chef Kay Ohse ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Full HD mit 1080p erreicht wird. Der Netzwerk-Riese Cisco habe das Thema mit intensiven Marketingmaßnahmen in den Chefetagen publik gemacht, freut sich Ohse und betont, dass Polycom auf offene Standards setzt, damit Videoconferencing nicht nur auf die oberste Ebene beschränkt bleibt.

Meinung des Redakteurs

Im Zuge der Globalisierung werden Geschäftsreisen eher zu- als abnehmen. Videokon-ferenzen können den Trend nur abfedern, aber nicht aufhalten. Der Leidensdruck in den Unternehmen scheint jedoch so groß zu sein, dass die Top 500 fast alle schon solche Lösungen im Einsatz haben. Ein wesentlicher Vorteil von Videokonfe-renzen mit Content-Übertra-gung scheint mir die bessere Vorbereitung auf Geschäftsrei-sen zu sein. So manche Folge-reise ließe sich so vermeiden.

Deutschland-Chef Kay Ohse arbeitet seit vier Jahren bei Polycom und beobachtet bei HD-fähigen Geräten wie diesem eine rasante Entwicklung bei Videokonferenz- systemen.
Deutschland-Chef Kay Ohse arbeitet seit vier Jahren bei Polycom und beobachtet bei HD-fähigen Geräten wie diesem eine rasante Entwicklung bei Videokonferenz- systemen.

Auch der IT-Fachhandel, so Ohse, wird langsam hellhörig. Bei 157,8 Millionen Geschäftsreisen im Jahr 2006 (laut VDR) und Gesamtkosten in Höhe von 47,4 Milliarden Euro allein in Deutschland winken immense Einsparpotenziale durch Videokonferenzsysteme. Die Schätzung reichen bis 30 Prozent. Ohse geht aber von realistischeren 20 Prozent aus. Da sei der Return on Investment (ROI) schon innerhalb eines Jahres gegeben.

20 Prozent weniger Geschäftsreisen heiße auch 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Somit kämen Video-konferenzen auch dem Ziel der Bundesregierung von 40 Prozent weniger CO2 im Jahre 2020 entgegen und würden damit zu einem unverzichtbaren Teil der Unternehmenskommunikation. Jeder gefahrene Pkw-Kilometer schlägt laut Daten vom Umweltbundesamt von 2005 mit 144 Gramm CO2 zu Buche, jeder Flugkilometer mit 369 Gramm, jede Bahnfernfahrt mit 52 Gramm.

Auffällig sei allerdings, dass bisher nur 40 Prozent der Behörden Audio- und Videokonferenzen nutzen, bei Großunternehmen liegt der Anteil bei 60 Prozent. In Konzernen werden zunehmend IP-Lösungen eingesetzt und öffnen damit den ersten Schritt zu einer Unified-Collaboratio-Lösung. Im Mittelstand, der das Thema nur vereinzelt angeht, herrschen meist ISDN-Lösungen vor. Für einige Mittelständler wie Automobilzulieferer und Bauunternehmen, große Rechtsanwaltskanzleien und Designagenturen seien Videokonferenzsysteme aber heute bereits ein Muss, da sie neben Einsparungen auch Wettbewerbsteile böten. Ebenfalls stark wachsende Anwendungsbereiche sind laut Ohse auch die Telemedizin und der Bildungsbereich, etwa für Fernstudiengänge.

"CIOs und Reseller werden sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen", meint Ohse. Bisher habe man bei der Anschaffung und Installation solcher Systeme oft mit dem Facility-Management zusammengearbeitet. Dabei würden mehr als 60 Prozent des Geschäfts über den AV-Fachhandel laufen, nur 40 Prozent über Systemintegratoren, Netzwerk-oder TK-Provider. Der Vertrieb über den IT-Fachhandel sei also noch recht jung. Aber im Laufe der nächsten drei Jahre werde Videokommunikation allgegenwärtig und in der unternehmensweiten Kommunikation hoch integriert, sodass auch IT-Fachhändler sich damit auseinandersetzen müssten.

"Denn wenn ich es als IT-Fachhändler nicht wahrnehme, macht es ein anderer. Insofern kann das Thema für Reseller eine Frage des Überlebens werden", argumentiert Ohse und fügt hinzu, dass die Polycom-Produkte wie alle Videokonferenzsysteme zwar erklärungsbedürftig seien, dahinter aber keine "mystische Technologie" stecke. Praktisch jeder mit Kenntnisen in ISDN oder Netzwerktechnologie könne erfolgreich beraten und die Systeme implementieren. Polycom sei von der Historie her sehr fachhandelsorientiert. Dazu gehört auch die Unterstützung der Partner bis hin zu Schulungsangeboten. Gut zweistellige Margen machen Videokonferenzlösungen zum einem lohnenden Geschäft, so Ohse.

Mit 30 Prozent Wachstum per annum und einem Vorjahresumsatz von 682,4 Millionen Dollar ist das 1990 gegründete Unternehmen zuversichtlich, 2007 die Eine-Milliarde-Dollar-Hürde zu überschreiten. 35 bis 40 Prozent des Umsatzes macht Polycom laut Ohse mit Audiolösungen, sprich mit reiner Konferenztelefonie.