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25.01.1980 - 

Hersteller äußern sich zu Stärken und Schwächen der Minicomputer:

Viel Leistung, wenig Software, keine Miete

MÜNCHEN (je) - Für den Einsatz von Minis, schreibt die Honeywell Bull AG, Köln, erscheint uns am wesentlichsten die flexible Konfigurationsmöglichkeit in Hard- und Software, die es dem Anwender erlaubt, genau die Rechnerleistung vor Ort zu installieren, die dort benötigt wird. Hinzu kommt eine breite Palette von Peripheriegeräten, die denen eines Universalrechners entsprechen. Typisch für einen Mini ist zusätzlich der relativ leichte Anschluß von Fremdterminals und der Anschluß an fremde Zentralsysteme beziehungsweise Netze.

Das Aufzeigen positiver Mini-Eigenschaften hinderte die Kölner nicht daran, auf gezielte CW-Fragen hin auch die schwächeren Seiten der Universalrechner-Konkurrenten zu benennen. Dies taten in unterschiedlichem Maße auch andere Minicomputer-Anbieter, die sich an der CW-Umfrage beteiligten.

Die Tandem Computers GmbH, Frankfurt, grenzte sich gegenüber dem Minicomputer-Mitbewerb vorsorglich ab: Das Non-Stop-System Tandem 16 ist grundsätzlich ein Verbund-(Netz-)System von Computern mit Minicomputer-Struktur (16-Bit-Wortverarbeitung). Da aber jedes System mindestens zwei bis maximal 16 Zentraleinheiten enthält jede Zentraleinheit bis zu zwei MB Hauptspeicher groß -, ist das System eigentlich kein Mini mehr. Wir konkurrieren fast ausschließlich mit "Mainframes".

Die Philips Data Systems GmbH, Siegen-Weidenau, unterstrich nachdrücklich, ihre Minis seien schon seit vielen Jahren im kommerziellen Bereich eingesetzt, und nannte dazu das Bank-Terminal-System PTS 6000 und das Verbundsystem P 8000. Basierend auf dieser Minicomputer-Konzeption, erläuterte Philips" wurde ein leistungsfähiger 16-Bit-Mikroprozessor entwickelt.

Diese neue Konzeption garantiere Kompatibilität mit vorhandener Software und sei vor allem die Basis für das Netzwerk-Konzept N20DS. Philips-Philosophie sei der Vertrieb kompletter Systeme, bestehend aus Hardware, System-Software und Anwendungs-Software, wobei die benutzerfreundlichen Schnittstellen leicht an jeweilige Gegebenheiten angepaßt werden könnten.

Vorteile für den Minicomputer-Programmierer - darauf sei vorab noch hingewiesen - erblicken die Hewlett-Packard GmbH, Böblingen, und die Prime Computer GmbH, Wiesbaden, übereinstimmend in der Möglichkeit des Online- beziehungsweise interaktiven Programmierens. Gleichzeitig aber wertet Hewlett-Packard es als Nachteil, daß der Programmierer sich an die Online-Programmierung gewöhnen muß - worin nicht unbedingt ein Widerspruch liegt.

Hewlett-Packard

Kommerzielle Minicomputer der Serie HP 3000 von Hewlett-Packard sind für den universellen Einsatz konzipiert. Hinsichtlich der Software-Anforderungen stellen wir fest, daß die Dialogorientierung im Vordergrund steht. Hier bietet unsere Hardware und Systemsoftware gezielte Lösungsmöglichkeiten, ohne die traditionelle Stapelverarbeitung zu vernachlässigen.

Honeywell Bull

Generell ist zu sagen, daß der Mini-Anwender heute den gleichen Komfort von seinem Operating-System erwartet, wie der Betreiber eines Universalrechner-Systems. Hinzu kommt noch eine Anzahl von - für den Mini typischen - Hersteller-Softwarepaketen (zum Beispiel Datenerfassungsgenerator). Da sich die Benutzerkreise in ihren Anwendungen sehr stark unterscheiden, bieten wir drei verschiedene - auf der Anwendungsebene kompatible - Operating-Systeme an:

- MOD 200, ein geschlossenes Betriebssystem für den Endbenutzer für Transaktionsverarbeitung;

- MOD 400, ein universelles Betriebssystem für den Multifunktionsbetrieb (unterschiedlichste Anwendungen laufen zusammen in Multiprogramming);

- MOD 600, ein universelles Betriebssystem mit Datenbanksystem (IDS II nach Codasyl-Norm), Realtime und Timesharing sowie extensiver Systemfunktion für den qualifizierten Benutzer.

Prime

Kommerziell eingesetzte Systeme benötigen Multi-user-Eigenschaften. Es müssen Datenverwaltungssysteme sein, die benutzerfreundlich sind. Prime offeriert das Betriebssystem Primos (virtuelles Multi-user-Timesharing-System) sowie Cobol, RPG II, Midas (Datenverwaltung) und Forms.

Tandem

An unser System werden folgende Anforderungen gestellt: Hochsprache, Online-programmierbar über Bildschirme, komfortables Datenbanksystem, Erweiterungen ohne Neu-Programmierung, TP-Monitor.

Wir bieten:

- Hochsprachen: COBOL, Fortran, Mumps sowie TAL,

- komfortable Software-Werkzeuge, die den Aufwand zur Erstellung von Anwender-Programmen auf ein Minimum reduzieren (Editor, Bildschirmformatiersystem, Querysprache, Relationen-Datenbanksystem, TP-Monitor).

Hewlett-Packard

Wir haben derzeit in Cobol geschriebene Anwenderprogramme für die Bereiche Stücklistenverwaltung, Materialwirtschaft, und zwar in englischer Version. Mitte 1980 wird dieser Komplex, erweitert um die Fertigungsplanung, in einer deutschen Version zur Verfügung stehen.

Honeywell Bull

Anwendungen werden in der Regel speziell für den Benutzer erstellt oder von diesem selbst in Hochsprachen geschrieben. Für Standardpakete bieten wir die Zusammenarbeit mit Softwarehäusern an.

Philips

Die Anwendungen liegen vorwiegend im Bereich des Kreditsektors. Daneben gibt es aber auch realisierte Anwendungen etwa in der Mineralölbranche (Verkaufssteuerung), Duty-Frec-Shops in Flughäfen (Kassensystem), im kommunalen Bereich sowie in einem größeren Tankstellensystem.

Prime

Programmsystem Pakt, das aus folgenden Komponenten besteht: Anlagenbuchhaltung, Auftragsverwaltung, Bestandsverwaltung, Debitorenbuchhaltung, Kreditorenbuchhaltung, Finanzbuchhaltung, Kostenkontrolle/Budget, Lohn-/Gehaltsabrechnung.

Tandem

Tandem selbst bietet keine Anwendersoftware an.

Hewlett-Packard

Wir arbeiten mit einer Reihe von namhaften Softwarehäusern und Rechenzentren zusammen, deren Softwareangebot für unsere Computersysteme beispielsweise umfaßt: Lohn/Gehalt, Auftragsabwicklung, Finanzbuchhaltung, Kostenstellen-/-artenrechnung, Materialwirtschaft.

Honeywell Bull

Für das System 6 steht eine Anzahl von fertigen Anwendungspaketen zur Verfügung, die von Softwarehäusern zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise Auftragsabwicklung, Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaftssystem, Lohn und Gehalt und ähnliche.

Prime

Prime arbeitet mit diversen Softwarehäusern zusammen.

Tandem

Über Tandem-Kunden in Deutschland sind beispielsweise folgende Software-Pakete zu erhalten: Lohn und Gehalt, Finanzbuchhaltung, - Warenwirtschaft, Fertigungssteuerung. Alle Programme sind in Cobol geschrieben.

Hewlett-Packard

Die Umstellung bestehender Batch-Programme in Cobol oder RPG II ist in der Regel problemlos und in vernünftiger Zeit durchführbar. Schwierigkeiten sind zu erwarten, wenn Dialogprogramme umgestellt werden sollen, die einen speziellen Terminalmonitor verwenden, der auf unseren Systemen nicht erforderlich ist. Natürlich haben wir Kunden, bei denen wir Computer unseres Mitbewerbs abgelöst und bestehende Programme konvertiert haben; dies ist sogar die Regel (Batch-Programme).

Honeywell Bull

Für Programme auf der Hochsprachenebene für Stapelverarbeitung treten in der Regel keine Probleme bei der Übernahme von Programmen von Universalrechnern auf. Schwieriger wird jedoch in der Regel die Übernähme von Transaktions-orientierten Programmen, insbesondere dadurch, daß der Minicomputer wesentlich freundlicher auf Interrupt-gesteuerte Ereignisse reagiert und dementsprechend auch spezielle Software, etwa Bildschirmformatierungsprogramme und Steuerungsprogramme, zur Verfügung stellt. In den meisten Fällen müssen zumindest die Stellen modifiziert werden, die sich mit der unmittelbaren Terminalunterstützung befassen.

Prime

Bei der Umstellung von Batch- auf Dialog-Verarbeitung sind Probleme zu erwarten.

Tandem

Bei Online Programmen sind zum Teil umfangreiche Umstellungen erforderlich. Die Probleme, die beim Umstellen von Batch-Programmen auftreten, sind vernachlässigbar. Voraussetzung: Die Programme müssen in einer bei Tandem verfügbaren Hochsprache geschrieben sein.

Alte Software haben wir beispielsweise übernommen bei:

- Data Service, Hagen - Service-Rechenzentrum (Cobol),

- Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns - KZVB (Cobol),

- Krankenhauszweckverband Augsburg

- KZVA (Cobol),

- Zürich Versicherung (Fortran),

- Uni Frankfurt (Fortran und Mumps),

- Busch Jaeger, Lüdenscheid (Cobol).

Hewlett-Packard

Vorteile: Die Dialogorientiertheit der Systeme gestattet interaktive Programmierung gleichzeitig mit Transaktions- und Stapelverarbeitung. Nachteil: Der Programmierer muß sich an Online-Programmierung gewöhnen ("genialisches Probieren" ist möglich, sauberes Dokumentieren ist besser!).

Honeywell Bull

Ziel der Minicomputerentwicklung in der Software ist es, zumindest den gleichen Komfort wie auf den Großrechnern zu bieten. Dies ist auch in den meisten Fällen erreicht, zum Beispiel durch mehrfach parallele Online-Programmentwicklung auf den Minis.

Wenn die Compiler in Einzelfällen auch noch nicht alle Funktionalitäten eines Großrechners erfüllen, so ist es doch mindestens das kurzfristige Ziel, die gleiche Handhabung und den gleichen Sprachumfang der Universalrechner zu erreichen (beispielsweise Cobol-Compiler nach Full-ANSI).

Das System 6 zum Beispiel stellt für extensive Cobol-Verarbeitung einen eigenen zusätzlichen Cobol-Prozessor zur Verfügung, der die Anwendung um ein Vielfaches beschleunigt.

Prime

Vorteile: interaktives Programmieren.

Tandem

Die Vorteile des Programmierers eines Tandem-Systems bestehen in:

- sehr komfortabler Betriebssystem-Software,

- den Hardware-Erweiterungen um ein Vielfaches der Ausgangsstufe, sie erfordern keine Neu-Programmierung,

- Programmen, die für lokale Systeme geschrieben sind und auch im Netzwerk laufen,

- kurzen Response-Zeiten.

Nachteile aus der Sicht des Programmierers haben Minis gegenüber Universalrechnern nicht.

Hewlett-Packard

Unsere Minicomputer sind sehr leistungsfähig, und es sind Fälle denkbar, in denen kommerzielle Anwender nicht das gesamte Leistungspotential ausnutzen. Die Leistungsfähigkeit der Anlagen ist, insbesondere durch das Betriebssystem, gegeben, das seinerseits eine sehr große Bedienungsfreundlichkeit begründet. Insofern profitieren kommerzielle Anwender von der großen Leistungsfähigkeit, auch im Hinblick auf Wachstumsmöglichkeiten. Andererseits erleben wir jedoch auch, daß Anwender ab und zu wahre Wunder an Leistungsfähigkeit von unseren Maschinen erwarten.

Honeywell Bull

Durch das breite Anwendungsspektrum eines Minis kann dieser naturgemäß mehr, als der kommerzielle Benutzer in der Regel ausnutzen kann (etwa Prozeßsteuerung).

Durch die flexible Konfigurationstechnik beim System 6 läßt sich jedoch der Mini auf die einzelne Anwendung in der Hardware ziemlich genau konfigurieren. Im Einzelfall kann es passieren (beispielsweise bei Einplatzsystemen), daß der Rechner in seiner Prozessorleistung überdimensioniert ist.

Philips

Diese stellt sich bezogen auf die oben dargestellte Hardware-Konzeption für uns so nicht mehr.

Prieme

Grundsätzlich kann der Mini mehr, als gefordert wird. "Perlen vor die Säue werfen", hieße es, wenn der Benutzer sich statisch verhielte.

Tandem

versteht unter kommerziellen Anwendern grundsätzlich Anwender, die über umfangreiche Batch-Erfahrungen verfügen und mehr und mehr Online-Anwendungen realisieren müssen. Dazu zählen etwa: Online-Datenerfassung, Fertigungssteuerung, Verkaufsabwicklung, Stammdatenpflege, Arbeitszeiterfassung, Datenfernverarbeitung und vieles mehr.

Eines der Haupt-Entscheidungskriterien unserer Kunden für das Tandem-System ist seine quasi unbegrenzte Ausbaufähigkeit (zwei bis 16 Zentraleinheiten in einem System). Unsere Kunden müssen nicht befürchten, nach der Verwirklichung von einer oder zwei Anwendungen entweder weitere Insel-Lösungen realisieren oder auf andere Rechnermodelle umsteigen zu müssen.

Hewlett-Packard

Wir sehen die Installation eines Minis neben einem Großrechner als Entscheidung, bestimmte Aufgabenbereiche auszulagern und damit die Qualität der dezentralen Daten zu erhöhen und die Verarbeitung zu beschleunigen. Über genormte Leitungsprozeduren findet eine Kommunikation zwischen dezentralen und Großrechner statt, so daß in dieser Konstellation andere als Kompatibilitätsprobleme die Entscheidung beeinflussen. Beim reinen Downloading von Programmen ergibt sich natürlich eine andere Betrachtungsweise.

Honeywell Bull

Die Verbindung zwischen einem Mini und einem Großrechner findet auf drei Ebenen statt:

- Datenübertragung

- direkter Kanalanschluß

- Datenträgeraustausch.

Für die Datenübertragung (online) stehen im Notfall für die gängigsten Großrechner die entsprechenden Prozeduren und Emulatoren zur Verfügung.

Für den direkten Kanalanschluß stehen naturgemäß nur wenige Systeme zur Auswahl (für das System 6 ist es zum Beispiel das System 66 von Honeywell Bull sowie IBM /370 und aufwärts).

Für den Datenträgeraustausch ist in den meisten Fällen ein Austausch über Magnetband (etwa 9-Spur 800 oder 1600 Bit per Inch) leicht zu realisieren. Bei Disketten (Kapazität 256 K) besteht für die meisten Minis eine IBM-Kompatibilität, auf der ein allgemeiner Austausch möglich ist. Bei Magnetplattenstationen dürfte außerhalb der Systemfamilie keine Kompatibilität gegeben sein.

Philips

Unsere Systeme lassen sich selbstverständlich per DFÜ in Verbundnetzen mit Großrechnern oder anderen Subsystemen verbinden.

Prime

Grundsätzlich keine.

Tandem

In Deutschland gibt es eine große Anzahl von Installationen, bei denen Tandem-Rechner mit Siemens-, IBM-, Univac- oder Digital Equipment-Rechnern verbunden sind. Da diese Verbindungen ausschließlich über DFÜ-Leitungen mit BSC-Prozeduren erfolgen, sehen wir keine Kompatibilitätsprobleme auf der Hardware-Seite.

Hewlett-Packard

Uns sind keine Probleme bekanntgeworden, die sich spezifisch auf die Tatsache "Minicomputer" zurückführen ließen.

Honeywell Bull

Nach der Installation von nunmehr 150 Systemen sind uns keine spezifischen Probleme bei der Installation von Minicomputern bekanntgeworden.

Prime

Teilweise werden Umweltbedingungen angetroffen (Beispiele: Staub, Wärme, statische Aufladung, Stromnetz), die korrigiert werden müssen. Das wird vorwiegend bei Mini-Benutzern festgestellt, die sich vorher keinen Computer kaufen konnten.

Tandem

Die Durchschnitts-Installationszeit für ein Tandem-System von der Aufstellung bis zur Übergabe beträgt zwei Arbeitstage. Uns sind - auf Tandem bezogen - keine mit der Installation verbundenen Hardwareprobleme bekannt. Dasselbe gilt auch für die Software.

Tandem

Alle in Deutschland installierten Tandem-Systeme sind von Tandem verkauft. Käufer sind entweder die Kunden selbst oder Leasing-Gesellschaften.

Für Anwendungen, in denen Tandem-Systeme eingesetzt werden, sehen wir eindeutig den Trend in Richtung Kauf.