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Leistungsmessung und Tuning:


01.07.1983 - 

Viel Luft

Tuning wird immer noch mit dem Mäntelchen der Wissenschaft umhängt, obwohl nach Expertenmeinung allein die vier Grundrechenarten ausreichen, um Prinzip und Wirkungsweise zu verstehen. Vielleicht ist gerade deshalb Tuning noch eher die Ausnahme als die Regel. Dabei sprechen die Einsparungen, die erzielt werden können, für sich. Die Verringerung der Antwortzeit zum Betspiel von vier auf drei Sekunden erhöht die Zahl der Transaktionen je Stunde von 150 auf 158. Bei 200 Terminals errechnet sich so eine Leistungssteigerung von 1200 Transaktionen pro Stunde, was einer ungefähren Arbeitsleistung von sieben bis neun Mitarbeitern entspricht. Schuld an der beschriebenen Zurückhaltung der Anwender scheinen alle die zu sein, die mit dem Problem hauptberuflich befaßt sind. Da ist einmal das Management, daß das Thema "Kosten und Kosteneinsparungen" häufig direkt dem Rechenzentrum zuordnet, ohne die Kostenstelle "Endbenutzer" berücksichtigt zu haben. Auch die Hardwarehersteller tun ein übriges. Der Anwender muß für ein sinnvolles Tuning die Meßwerte seiner Anlage und ihre Relevanz kennen. Vor allem muß er sie interpretieren können. Häufig nennen die Hersteller nur solche Annäherungswerte, die zum Kauf von Zusatzhardware animieren.

Das nächste Problem sind die Softwaremonitoren und ihre Hersteller. Die Monitore liefern in vielen Fällen mehr Intransparenz als Hilfe: die wirklich wichtigen Parameter für eine Tuningmaßnahme sind häufig hinter viel zuviel unwichtiger Information versteckt. Interpretationshilfen gibt es auch hier nicht. Und Berater, die sich hinter griechischen Symbolen verschanzen, helfen dann auch nicht viel. Zu guter letzt gilt die Schelte der Tuningpäpste den Anwendungssoftwareentwicklern, weil sie die Betriebssystemeigenschaften allzuoft aus den Augen verlieren. Da bleibt dem Anwender nur noch eins: Er muß mit klarer Strategie ans Tuning ran. Dazu gehört die gute Kenntnis seiner DV, ihrer Leistungsfähigkeit und -möglichkeiten. Hier bieten sich Herstellerkurse au, die ihm wenigstens ein Gefühl für das Machbare geben. Als Handwerkszeug braucht er: klare Begriffsdefinitionen, die vorher abgestimmt sein müssen, eine gute Meßphilosophie, eine kontinuierliche Kapazitätsplanung und -überwachung sowie die notwendige Erfahrung. Auch Zweifler im Management können dann davon überzeugt werden, daß die Ausgaben für Tuningmaßnahmen gerechtfertigt sind. Das Motto heißt: Hardwarezukauf da, wo es sinnvoll ist, "Schrauben verstellen" dort, wo ungenutzte Reserven schlummern.