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01.06.2001 - 

Small-Form-Factor-PCs reduzieren TCO

Viel Wirbel um relativ wenig PC

MÜNCHEN (CW) - Im Bemühen, das zähe Replacement-Geschäft im Firmenkundenumfeld zu reanimieren, greifen die PC-Hersteller auch schon mal auf alten Wein in nicht ganz neuen Schläuchen zurück. So scheint derzeit dem Small-Form-Factor-(SFF-)PC ein Revival zugedacht: Der Mini-Desktop - ohne schmückendes Beiwerk der ideale Mitarbeiterrechner - soll nicht nur Platz, sondern laut Gartner vor allem Gesamtkosten sparen.

Anlässlich des ersten Geburtstags von Hewlett-Packards "E-PC", der dem "E-Vectra" für Großunternehmen sowie dem "Brio" für den SMB-Sektor (SMB = Small and Medium Business) entsprungen ist, rührt der Hersteller erneut die Werbetrommel für die Kleinen der PC-Welt. Was auf den ersten Blick wie ein zierlicher Heizlüfter anmutet, ist im Prinzip ein vollwertiger Rechner, mit dem der Hersteller die Lücke zwischen dem traditionellen Allround-Desktop und Geräten für Spezialanwendungen - etwa den arg funktionsreduzierten Internet-Appliances - schließen will. HPs E-PC, der lediglich aus Gehäuse, interner Festplatte und Netzteil besteht und bescheidene 3,8 Kilogramm wiegt, nimmt auf dem Schreibtisch nicht mehr Platz ein als ein Lexikon.

Konzentration aufs WesentlicheNeuerdings mit Ein-Gigahertz-CPU von Intel, jedoch nach wie vor mit einer für spielebegeisterte Mitarbeiter uninteressanten Grafikleistung, präsentiert sich der No-Nonsens-Kleine als Wunschtraum eines jeden Arbeitgebers. Die Preise des in den Varianten "C10" für Großunternehmen sowie "S10" für kleine und mittlere Betriebe erhältlichen E-PCs liegen zwischen 1300 und 2000 Mark. Ab einer Abnahmemenge von 500 Stück lässt sich dessen Standardkonfiguration auch dem Kundenwunsch anpassen.

Niedrige BetriebskostenAbgesehen von ihrem geringem Platzbedarf sollen sich die SFF-PCs, mit denen unter anderen auch Konkurrent Compaq ("Ipaq"-Desktop) die Unternehmensklientel angeht, jedoch insbesondere durch niedrige Betriebskosten auszeichnen. So fällt die Total Cost of Ownership (TCO) bei den Diätrechnern nach einer Untersuchung von Gartner um sechs bis acht Prozent niedriger aus als bei herkömmlichen PCs. Langfristig sollen sich diese sogar um bis zu 30 Prozent reduzieren lassen, denn nach Einschätzung der Analysten werden mit steigender Nachfrage auch die Preise für die verbauten, meist hochwertigen Komponenten deutlich nachgeben. Allein bei den Hardwarekosten hat Gartner eine auf drei Jahre ausgelegte jährliche Einsparung von bis zu 25 Prozent gegenüber traditionellen PC-Konfigurationen errechnet.

Darüber hinaus sollen die legacy-free (alle Konnektoren sind durch USB-Ports ersetzt) beziehungsweise legacy-reduced (ohne PCI-Slots) SFF-PCs aufgrund ihrer geringen Anzahl interner Komponenten sowie der begrenzten oder nicht vorhandenen Erweiterungsmöglichkeiten weitaus weniger störanfällig sein. Laut Gartner addieren sich die reduzierten Ausfallzeiten zu einer durchschnittlichen Kostenersparnis von 13 Prozent. Als ebenso wichtig erachten die Gartner-Auguren jedoch die Einsparungen, die sich über das bei den komponentenreduzierten Rechnern mögliche Reparaturkonzept in den Bereichen Service und Support erzielen lassen: Nach dem Motto "Ersetzen statt Reparieren" wird ein streikendes SFF-Gerät nicht mehr wie üblich an Ort und Stelle repariert, sondern kurzerhand ausgetauscht. Idealerweise sollten Unternehmen dabei über eine Art Geräte-Pool verfügen, um im Falle einer Störung sofort ein Ersatzgerät zur Hand zu haben. Im Zuge des Austauschs wandert die Festplatte des kränkelnden Geräts in ein neues System, während der ausgemusterte Kandidat zur Reparatur geschickt wird.

Ferner soll sich laut Gartner der bei den SFF-PCs stark eingeschränkte Einfluss des Nutzers auf die Gerätekonfiguration positiv auf die Produktivität und die Leistungsfähigkeit der Anwendungen auswirken. HP setzt dem in "Big-Brother"-Manier noch eins drauf: So verfügt der E-PC über ein programmierbares Zentralschloss, das alle I/O-Schnittstellen auf der Gehäuserückseite verriegelt. Der Schutz vor unberechtigtem Zugriff sowie unerwünschten Modifikationen der Hardware soll Systemadministratoren die Verwaltung und Handhabung der Firmenrechner-Landschaft erleichtern.

Günstige PrognosenNach Angaben von Eric Dumas, Produkt-Manager E-PC bei HP, machen die SFF-PCs derzeit 15 Prozent aller abgesetzten HP-Business-Desktops aus. Bis zum Jahresende will der Hersteller diesen Anteil auf 25 Prozent erhöhen. Seinen Optimismus bezüglich der Sparrechner zieht Dumas nicht zuletzt aus einer weiteren Gartner-Studie, auf die sich der HP-Manager beruft: Demnach soll der SFF-Anteil an neu verkauften Business-PCs bis Ende 2004 auf rund 65 Prozent steigen.