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28.03.1986 - 

Verkabelung auf dem Siemens-Stand lief größtenteils in eigener Regie:

Viele DÜ-Wege führten zu den Endgeräten

HANNOVER (sch) - Im Netzwerkdschungel auf und um das CeBIT-Ausstellungsgelände herum verliert man sich schnell. Denn hier kreuzen sich zahl- und auch schier endlose Messe-, Post- sowie Herstellernetze, die die Informationen zwishen externen Hosts, Verteilern und Endgeräten oder zwischen internen Rechenzentren und der dazugehörigen Peripherie hin- und herschieben. Diesbezüglich ein paar Geheinnisse zu lüften versucht hat die COMPUTERWOCHE, indem sie die DÜ-Wege auf den Siemens-Ständen inspizierte.

Seine Rechnerpower bezog der Münchner Elektro- und Elektronikkonzern während der Messe aus mehreren Quellen. Zunächst einmal gab es da 183 Postleitungen wie zum Beispiel Datex-P und Hfd, die von diversen Siemens-RZs oder Kunden (..) Halle 1 führten. Weitere 63 Leistungen verbanden die Stände in den Hallen 3, 6 und 17 mit der Außenwelt. Darüber hinaus wurden die für die Präsentationen beziehungsweise Demonstrationen notwendigen Daten natürlich auch aus dem eigenen CeBIT-Rechenzentrum "geholt". Der dortige Maschinenpark bestand in erster Linie aus einem Mainframe vom Typ 7550/N und zwei Großrechnern 7561. Die Hauptspeicherkapazität lag bei jeweils 16 MB; außerdem standen für jeden dieser drei Computer vier Platten mit 700 MB zur Verfügung. Zu den Hardwareriesen gesellten sich fünf Vorschaltrechner vom Typ 7500S, die die einschlägigen Daten vor ihrer Weiterleitung zum Endgerät pufferten. Dazu meinte Friedrich Wolfgang Gress, der technische Architekt für die CeBIT-Planung im Siemens-RZ: Normalerweise wären wir auch mit zwei Vorschaltrechnern ausgekommen, doch aus Sicherheitsgründen und für eine schnelle Datenübertragung zu den Grafikstationen benötigten wir fünf Stück." Insgesamt hätten neun Grafikstationen versorgt werden müssen, wobei auf zweien davon 3D-Anwendungen gelaufen waren. An dem Messe-Rechenzentrum hingen übrigens insgesamt rund 50 Kleinrechner und 50 Sichtgeräte.

Die Verbindungskabel unter und zwischen den Ständen selbst stammten entweder aus dem Hause Siemens selbst oder wurden von der Messegesellschaft angemietet. Die Länge der Siemens-Datenschienen belief sich auf 60 Kilometer Stark- und Schwachstronkabel, wobei von Halle 1 zu Halle 3 und 6 jeweils 80 oder von Halle 1 zu Halle 17 60 Doppeladern verlegt wurden.

Die Übertragungsraten in diesen Netzen lagen je nach Bedarf zwischen 1200 und 9600 Baud, im Falle langsamer Anwendungen wie zum Beispiel Telex aber auch nur bei 50

Baud. Neben den eigenen Leitungen standen 250 Kabelpaare von der Messe zur Verfügung. Über diese LANs lief unter anderem die Datenübertragung nach dem Message-Handling-Protokoll X.400. Nicht vergessen werden dürfen auch die zwei Sinec-Netze in Halle 3, die im Rahmen von Anwendungen zur Produktionsautomatisierung zum Zuge kamen und drei lokale Netze für Präsentationen mit Hicom und dem Dokument-System 5800 in Halle 1. Ein Extranetz auf Glasfaserbasis mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 140 MBit konnte man auch noch in Halle 6 antreffen. Es diente zum Schalten von Videokonferenzen und der Vorführung von Breitband-Btx mit über einen Bildplattenspieler eingespeisten Bewegtbildern und musikalischer Untermalung.

Schließlich installierte man auf den Siemens-Standorten noch eine DÜ-Verbindung für die Betriebstelefonanlage mit insgesamt 650 Teilnehmergeräten und 550"Piepsern".

Der Aufbau und die Inbetriebnahme dieser komplexen Netzwerkarchitektur ging den Angaben der CeBlT-Planer von Siemens zufolge innerhalb weniger Tage über die Bühne. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, daß man auf den Ständen weitgehend freie Hand gehabt habe und die Zusammenarbeit mit der Post gut gelaufen sei.