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28.01.1983 - 

Xephon-Anwender-Studie offenbart Überraschendes:

Viele IBM-Anwender mit DBMS unzufrieden

BERKSHIRE (hh) - Weniger als die Hälfte aller IBM-Anwender ist mit ihrem eingesetzten Datenbanksystem vollkommen zufrieden. Das zumindest ergab eine Umfrage der britischen Xephon Technology Transfer Ltd. aus Berkshire unter 20 Anwendern, die von dem Unternehmen zwar als nicht repräsentativ im Sinne einer statistischen Erhebung bezeichnet werden, deren analysierte Antworten auf einem Fragebogen aber überraschende Ergebnisse zutage brachten.

Das britische Institut selbst betrachtet die Aktion als Sammlung von Fallstudien, die durch einen gleichartigen Aufbau miteinander in Beziehung gesetzt werden können. Von den 29 Anwendern - allesamt IBM-Mainframer - setzen jeweils zehn IMS oder DL/1 ein, sechs fahren Total von Cincom, zwei Adabas der Software AG und einer Cullinanes IDMS. Bei der Auswahl der Systeme haben 15 Anwender keine Alternativen geprüft - und sind dennoch in ihren Erwartungen nicht mehr oder nicht weniger enttäuscht worden als die andere Gruppe, stellen die Xephon-Interviewer fest. Immerhin elf der Befragten würden unter den heutigen Erfahrungen ein anderes DBMS wählen.

Sieben der zehn IMS-User bleiben ihrem System allerdings treu, bezögen aber dennoch andere Produkte in eventuelle Wechselüberlegungen mit ein (3). Nur drei der zehn DL/1-Anwender sehen keine Alternative zu dem eingesetzten Data Base Managementsystem. Die Hälfte der Totalbenutzer sieht zwar dieses Produkt immer noch als Alternative bei einem möglichen heutigen Systemwechsel, wirft aber auch ein Auge auf andere Möglichkeiten. Der einzige IDMS-User in dieser Befragung wäre seinem DBMS-Lieferanten gegenüber untreu, bei Adabas würde eine Neuentscheidung ein Fifty-fifty ergeben.

Im Verlaufe der weiteren Befragung wurden die Anwender gebeten, neben Auskünften zu technischen Details auch ihre Erfahrungen mit den Datenbanksystemen anzugeben. Zusätzlich zu den sattsam bekannten Problemen, die sich mit dem Kosten-/Nutzen-Verhältnis, der Ausnutzung aller Möglichkeiten der Datenbanksysteme und Unterstützung und Ausbildungsproblemen befassen, äußerten sich die Anwender auch zu Spezialproblemen, die ihnen beim Einsatz ihres DBMS-Systems aufgefallen sind.

So beklagten die IMS-User die Komplexität des Systems und die Unflexibilität speziell beim Updaten der "Control Blocks" und beim Verändern der eingerichteten Datenbanken. Ein Anwender äußert sich negativ über das Alter des Designs mancher Strukturen, von denen drei seit 1971 nicht mehr geändert wurden. Auch die DL/1-Anwender sind entsprechend dieser Untersuchung nicht mit der Flexibilität zufrieden. Die hierarchische Struktur, so meint ein Befragter, erlaube nicht, das jeweils beste Datenbankdesign einzusetzen. Totalanwender bekritteln, daß der gewährte Support besser sein könnte und daß das System teilweise schwer zu kontrollieren sei. Ein Adabas-Nutzer stellt fest, daß häufige Reorganisationen notwendig sind, um effizient zu arbeiten. Der einzige befragte IDMS-Anwender, schließlich nennt die Komplexität, das Design und die Programmierkosten als nachteilig an seinem DBMS.

Aber auch die Vorzüge der unterschiedlichen Managementsysteme wurden hinterfragt.

Die IMS-Anwender bewerteten den Support, den IBM gewährt, als positiv, ferner auch die Benutzerschnittstelle und die allgemeine Verfügbarkeit. Robust nannten die Befragten das DL/1. Auch hier wurden Verfügbarkeit und allgemeines Handling als Pluspunkte gewertet.

Total sei leicht zu erlernen, meinten fünf der sechs Total-User. Adabas schließlich zeichne sich durch die Möglichkeiten aus, neue Felder hinzuzufügen und alte zu verändern. Generell sei wenig technische Unterstützung notwendig. Als positives Argument für IDMS schließlich wurde die Flexibilität genannt.

Die Studie der Xephon-Technology Transfer beinhaltet neben diesen Plus/Minus-Argumenten auch Fragen nach der Verbesserungsfähigkeit der Datenbanken, nach Ausbildungserfordernissen und nach Gesamtbewertungen. Sie ist für rund 30 britische Pfund erhältlich.

Zusammenfassend kommen die Autoren zu der Feststellung, daß Datenbanken und die Datenbanksoftware mit einer guten Verfügbarkeit und in tolerierbaren Grenzbereichen arbeiten. Dennoch gebe es vieles, was verbesserungswürdig sei.