Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.07.2007

"Viele Java-Projekte gehen schief"

Mit aufwändigen Java-Vorhaben überheben sich etliche Unternehmen. Manche kehren wieder zu ihren gewachsenen Altanwendungen zurück.

Das zumindest behauptet Bernhard Gölitz, Country Manager beim britischen Tool-Anbieter Micro Focus. Immer wieder höre er von Großkunden, die ihre meist in Cobol geschriebenen Kernanwendungen durch eigenentwickelte Java-Programme ersetzen wollten, so Gölitz. In der Regel bedeute das auch das Aus für die auf Legacy-Anwendungen spezialisierten Produkte von Micro Focus. Jahre später kehrten Kunden desillusioniert zurück und wollten ihre Cobol- oder PL/1-Anwendungen weiternutzen. Gölitz: "Man kann über 20 bis 30 Jahre gewachsene Anwendungen nicht mit einem Fingerschnipp durch Java ablösen."

Ganz uneigennützig argumentiert der Manager freilich nicht. Neben klassischen Entwicklungsumgebungen offeriert Micro Focus auch eine Reihe von Modernisierungs-Tools für Altanwendungen, insbesondere im Cobol-Umfeld. Wachsen will der britische Hersteller künftig vor allem im Geschäft mit Enterprise Application Management. Gölitz versteht darunter Softwarewerkzeuge, die es Unternehmen erlauben, eigenentwickelte oder in Auftrag gegebene Anwendungen zu bewerten, beispielsweise hinsichtlich Wartbarkeit und Flexibilität.

Im Kontext von Modernisierungsprojekten spiele mittlerweile auch das Konzept der Service-orientierten Architektur (SOA) eine wichtige Rolle, so Gölitz weiter. Zwar beschäftigten sich fast alle seine Kunden mit dem Thema. Doch nur schätzungsweise 20 Prozent packten tatsächlich ein Projekt an. Erfolgreich umgesetzt haben nach seiner Erfahrung gerade mal fünf Prozent ein SOA-Vorhaben: "Den Unternehmen fehlt oft einfach das Know-how, in vielen Fällen scheitert die Sache aber auch an mangelndem Projekt-Management." Ein weiteres Problem sieht er darin, dass der Return on Investement (RoI) von SOA-Vorhaben meistens nicht sofort erkennbar sei.

Gölitz: "Der Druck, schnell ein SOA-Projekt aufzusetzen, kommt häufig aus dem Management." Dabei spiele der von Medien und Analysten erzeugte Hype eine nicht unerhebliche Rolle. Entsprechende Projekte würden in der Folge häufig nicht gut durchdacht: "Da wird gebastelt, einige Web-Services-Schnittstellen generiert und das Ganze soll dann SOA sein." Mit dem unternehmensweiten Konzept, dass er unter SOA verstehe, hätten solche Vorhaben nichts zu tun. "Der SOA-Gedanke ist grundsätzlich sensationell, aber leider nur schwer umsetzbar." (wh)