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21.03.1986

Viele Jugendliche fanden die Halle 1 interessanter:Computer Camp fehlte es an Atmosphäre

HANNOVER (bk) - Jahrelang eher gelitten als gern gesehen, kamen die Jugendlichen durch das neue CeBIT-Konzept erstmals in den Genuß einer eigenen Halle. Die Messe AG hatte die Halle 14 in ein "Computer Camp" umfunktioniert. Doch das Interesse der Jugendlichen an dieser Aktion war recht dürftig.

Die Messe AG - als Veranstalter - hatte sich für diese "Begegnungsstätte jugendlicher Computerfreunde" einiges einfallen lassen. Dennoch hielt sich das Interesse der Jugendlichen an "ihrem" Computer Camp in Grenzen. Zwar erfreuten sich Bastelzelt und Hobbybörse großer Beliebtheit, doch gerade im Treffpunkt, in dem Jugendliche ihre Ängste, Probleme und Fragen zum Technologiezeitalter loswerden konnten, herrschte nur zu oft gähnende Leere. Projektleiter Rolf Berger selbstkritisch: "Das Forum hatte noch zu sehr Schulstundencharakter, und das kam bei den jungen Leuten nicht an." Doch noch aus einem anderen Grund besuchten nur wenige Jugendliche den Treffpunkt: Jahrelang mußten sie bei Forumsveranstaltungen für die Jugend die Erfahrung machen, nur Mittel zum Zweck redegewandter Diskussionspartner aus Industrie und Politik zu sein. Dies hat Spuren hinterlassen, und so mag es nicht verwundern, wenn sie den Gesprächsrunden nunmehr den Rücken kehrten.

Vor allem aber kritisierten die Jugendlichen am Computer Camp die sterile Atmosphäre. Die weißen Zeltplanen wirkten sehr nüchtern - ein paar Farbtupfer hätten gewiß nicht geschadet. Auch war diese große Halle zu unausgefüllt, die Fläche zu wenig genutzt. Die Jugendlichen kamen sich nicht selten etwas verloren vor.

Demzufolge waren die Meinungen der Jugendlichen über "ihre Begegnungsstätte" geteilt. Fanden die einen die Idee "echt gut", so beurteilten andere das Computer Camp eher als fad: "Hier ist doch nichts los." Auch besuchten viele Schüler nur deshalb das Camp, weil ihnen von den Lehrern vor allem die Teilnahme an dem Seminar "EDV - Was ist das?" vorgeschrieben wurde. Ergebnis: Die meisten verschwanden schon nach kurzer Zeit in Richtung Halle 1, weil dort, so die Jugendlichen, "das Leben tobte".

Jugendliche fühlen sich als Lückenbüßer

Dennoch bezeichnen die Verantwortlichen den Verlauf dieses "Experiments" als gelungen. "Es war ein erster Schritt hin zu den Jugendlichen, die jahrelang vernachlässigt wurden", so Berger. Andererseits aber wären die jungen Leute auch in diesem Jahr wohl kaum berücksichtigt worden, wenn nicht das neue Konzept zu einem Überangebot an Ausstellungsfläche und Hallen geführt hätte. War die Jugend wieder einmal "Lückenbüßer"?