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09.10.2006

Viele offene Stellen bleiben unbesetzt

Die IT-Branche beklagt wieder den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern.

Rund 43 Prozent der vom Branchenverband Bitkom befragten Unternehmen gaben an, dass sie sich durch das Fehlen geeigneter Experten in ihrer Geschäftstätigkeit behindert fühlen. Das ist der höchste Wert, den der Bitkom seit dem Jahr 2001 erhoben hat. "Viele Unternehmen können offene Stellen nicht wie geplant besetzen", sagte Verbandspräsident Willi Berchtold. "Das Defizit an Fachleuten bremst das Wachstum der Unternehmen und behindert die Entwicklung innovativer Produkte und Dienste", mahnte der Repräsentant der deutschen ITK-Branche.

Besonders groß ist der Expertenmangel bei Softwareanbietern und IT-Dienstleistern. Dem Verband zufolge wachsen diese beiden Marktsegmente in diesem Jahr besonders kräftig. Der Umsatz mit Software soll in Deutschland um 5,5 Prozent auf 17 Milliarden Euro zulegen, der Markt für IT-Dienstleistungen um 4,5 Prozent auf 29 Milliarden Euro. "Dieser Trend wird auch im kommenden Jahr anhalten", sagt Berchtold. Die Hälfte der zurzeit 750 000 Beschäftigten der ITK-Branche ist bei Softwarehäusern und IT-Dienstleistern tätig.

Fortsetztung auf Seite 4

Diese aus Sicht der IT-Beschäftigten positive Entwicklung bestätigen auch die Stellenauswertungen des Personaldienstleisters Adecco. Von 15816 auf 18968 kletterte gegenüber dem Vorjahr die Zahl der IT-Stellenangebote, die in den ersten neun Monaten 2006 in 40 Tageszeitungen und der computerwoche ausgeschrieben wurden.

Neben den Beratungs- und Softwarehäusern, auf die auch in der Adecco-Statistik die meisten Offerten entfallen, stehen auch Zeitarbeitsfirmen gut da: Die Nachfrage nach Mitarbeitern auf Zeit stieg um fast 70 Prozent. Die meisten Branchen suchten mehr IT-Beschäftigte als im Vorjahr, allen voran der Maschinenbau, die Elektronikindustrie und der öffentliche Dienst. Rückläufig sind dagegen die Angebote der Telekommunikations- und der Finanzdienstleistungsbranche. Die Frage, welche IT-Qualifikation besonders gesucht war, lässt sich eindeutig beantworten: Allein 4395 Offerten gab es für Anwendungsentwickler, rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. Prozentual noch stärker stieg das Interesse an Internet-Spezialisten, wenn auch auf niedriger Basis - und zwar von 443 auf 643. Größer als im Vorjahr ist auch der Bedarf an Verkäufern, Datenbank- sowie System- und Netzspezialisten. Zurückgegangen sind die Angebote für Mitarbeiter im RZ-Umfeld.

Kritik an Hochschulausbildung

Laut Bitkom sind vor allem Softwarespezialisten und Informatiker mit betriebswirtschaftlichen Zusatzkenntnissen gefragt. "Häufig passen die Anforderungen der Unternehmen und die Qualifikation der Bewerber nicht zusammen", sagt Bitkom-Sprecher Berchtold. In der Hochschulausbildung werde noch zu großer Wert auf theoretisches Wissen gelegt.

Gefragt seien heute vor allem Kenntnisse in der Prozessoptimierung und branchenspezifisches IT-Know-how. Das müsse einhergehen mit persönlichen Fähigkeiten wie Kundenorientierung, Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie Fremdsprachen. Hinzu komme, dass die Studienanfänger-Zahlen in der Informatik rapide sänken: von 38000 im Jahr 2000 auf nur noch 29000 im Jahr 2005. Davon wird nach der aktuellen Abbrecherquote weniger als die Hälfte einen Abschluss erreichen. Der Bedarf der Wirtschaft wird aber auf rund 15000 Informatikabsolventen pro Jahr geschätzt. (hk)