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Bausparkasse Schwäbisch Hall steigt auf Cobol um


20.03.1992 - 

Viele Projekte machen erst mit Anwenderschulung Sinn

Das schönste System nutzt nichts, wenn die Anwender damit nicht umgehen können. Deshalb haben die Projekte wie die Einführung neuer Entwicklungsumgebungen nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Schulung und Einweisung der Mitarbeiter ein fester Bestandteil ist, Christian Kvech* berichtet, wie rund 180 Mitarbeiter der Anwendungsentwicklung bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall von der Programmiersprache Assembler auf Cobol und die Umgebung APS (Application Productivity System) umsteigen.

Für den Umstieg auf Cobol entwickelte die Abteilung Organisation/Information-Basissysteme (OIB) der Bausparkasse ein umfangreiches Schulungskonzept, um innerhalb von neun Monaten alle Mitarbeiter mit den neuen Werkzeugen vertraut zu machen. "Wir haben bereits beim Systementwurf für APS im Frühjahr 1990 die Verfahrensweise für die Schulung mitgeplant", sagt Jürgen Genz, Referatsleiter für Verfahren und Methoden in der Abteilung OIB. Bisher war bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall in der Anwendungsentwicklung Makro-Assembler Standard.

Bei der neuen Sprache sei es entscheidend gewesen, daß sie mindestens auf dem Niveau des eigenen Makro-Assemblers liege. Eigene Untersuchungen zeigten, daß der eigene Makro-Assembler dem reinen Cobol bezüglich der Produktivität im Hause überlegen war. Für APS habe man sich entschieden, weil diese offene Entwicklungsumgebung erlaube, Standards mit hausinternen Konventionen zu vereinbaren. Wichtig sei zum Beispiel die Kommunikation zwischen alten, in Assembler geschriebenen und neuen unter Cobol verfaßten Programmen.

Schulungs-Know-how von außen geholt

"Für uns war bei der Konzeption schnell klar, daß wir die Schulung in zwei Teile splitten würden", berichtet Genz. Die reine Cobol-Schulung sollte an einen externen Partner vergeben werden, da intern die Kapazitäten nicht vorhanden waren. Außerdem wollte man auf das Know-how externer Referenten sowie deren Schulungsunterlagen und spezielle Didaktik bei der Vermittlung der Inhalte zurückgreifen. Für den APS-Teil der Schulung sind hingegen interne Mitarbeiter verantwortlich.

"Für unser Haus gibt es einfach so viele interne Konventionen wie SPA-Handling, Programmkommunikation, Dialog-Konventionen, Entscheidungs- und Matrixtabellen etc., daß für einen externen Schulungspartner die Einarbeitung in entsprechendes Hintergrundwissen extrem aufwendig geworden wäre", betont Genz. Bei den insgesamt zehn Schulungstagen je Mitarbeiter wird jeweils die Hälfte von Cobol und APS beansprucht.

Bei der Suche nach einem externen Schulungspartner für den Cobol-Part entschied sich die Bausparkasse Schwäbisch Hall für die Zusammenarbeit mit CDI. Nach einer Testschulung mit den für das Projekt verantwortlichen Mitarbeitern ging der Auftrag für die insgesamt elf Kurse an den Seminaranbieter, aus München. "Wir haben zusammen mit CDI bereits unsere DB/2-Schulungen durchgeführt", berichtet Genz. Außerdem betreute CDI im Rahmen interner Traineeprogramme der Bausparkasse die Weiterbildung von Bankkaufleuten zu DV-Mitarbeitern für die Anwendungsentwicklung, denen in einer Kompaktausbildung Assembler und IMS vermittelt wurden.

Kleinere Anfangsschwierigkeiten habe es nur bei der Anpassung der Schulungsunterlagen an die spezifischen Anforderungen seines Hauses gegeben, da die CDI-Unterlagen ursprünglich auf Cobol II-ausgelegt waren. "Wir verwenden hier nicht Cobol II, sondern S-Cobol für APS, das über eine einfachere Syntax verfügt. Die Mitarbeiter arbeiten mit S-Cobol, müssen aber Cobol II für das Debugging lesen können, da APS die in S-Cobol verfaßten Programme in Cobol II generiert", erläutert Genz.

"Supportmultiplikatoren" helfen um Arbeitsplatz

Für die Wissensvermittlung wurde ein eigener Seminarraum für insgesamt 15 Teilnehmer eingerichtet. In der Regel werden die beiden Seminarteile jeweils in einer Woche unterrichtet - nach Möglichkeit mit einiger Zeit Abstand, um den Teilnehmern die Verarbeitung des umfangreichen Stoffes zu erleichtern.

Bei der Umsetzung des Gelernten am Arbeitsplatz werden die Seminarteilnehmer von sogenannten "Supportmultiplikatoren" unterstützt. Dabei handelt es sich um Kollegen der Teilnehmer, die in einer separaten Schulung auf diese Aufgabe vorbereitet wurden. Aufgabe der Supportmultiplikatoren ist die Betreuung der Kollegen vor Ort sowie die Unterstützung der Schulungsreferenten während der praktischen Übungen der einzelnen Kurse. "Dieses Konzept hat sich sehr bewährt, weil unsere Mitarbeiter nach dem Seminar an ihrem Arbeitsplatz einen Ansprechpartner bei Problemen haben", sagt Genz.