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06.09.2007

Viele SAP-Kunden halten an R/3 fest

Zwar steigen vermehrt Firmen auf SAP ERP um, doch das Altprodukt wird noch lange anzutreffen sein.
R/3 4.7 hat als Migrationsziel an Bedeutung verloren.
R/3 4.7 hat als Migrationsziel an Bedeutung verloren.
Nur wenige Kunden verwenden das aktuelle System SAP ERP als Haupt-Release im Unternehmen. Der Gesamtwert über 100 Prozent resultiert aus mehreren ERP-Instanzen in vielen Firmen.
Nur wenige Kunden verwenden das aktuelle System SAP ERP als Haupt-Release im Unternehmen. Der Gesamtwert über 100 Prozent resultiert aus mehreren ERP-Instanzen in vielen Firmen.

Noch immer ist R/3 das meistgenutzte Produkt der SAP-Kunden. Derzeit modernisieren zahlreiche Anwender ihre Systeme. Welche Releases Unternehmen nutzen und wohin sie - wenn überhaupt - migrieren wollen, untersucht das Marktforschungsunternehmen RM Consult aus Münster in regelmäßigen Umfragen ("Raad Marktforschung").

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Der aktuellen Erhebung zufolge liegt der Anteil der R/3-Releases 4.6C und älter zurzeit bei 48 Prozent. Im Jahr 2006 entfielen noch 62 Prozent auf diese SAP-Altprodukte. Von den unlängst befragten 4392 Firmen gaben 21 Prozent an, bereits ERP 6.0 zu verwenden, bei neun Prozent ist es der Vorgänger ERP 5.0. Etwa 45 Prozent der Firmen betreiben R/3 in Version 4.7 (R/3 Enterprise), dem letzten R/3-Release. Allerdings verfügen viele Unternehmen über mehrere Softwaresysteme von SAP, die unterschiedliche Release-Stände aufweisen. Nur bei zwölf von 100 Firmen ist SAP ERP das alleinige Haupt-Release, daneben laufen mitunter Business-Applikationen auf älteren Versionen.

R/3 4.7 kaum noch interessant

Seit 2004 haben Unternehmen mit steigender Tendenz ihre Systeme auf R/3 4.7 umgestellt. Doch dies ändert sich, da mittlerweile SAP ERP das bevorzugte Migrationsziel der R/3-Nutzer ist. Bis Ende 2007 wollen 18 Prozent auf das aktuelle SAP-System wechseln und lediglich ein Prozent auf R/3 4.7. Mit 81 Prozent stellen Firmen, die bis Ende 2007 keine Migration vorhaben, die größte Gruppe dar. Viele SAP-Anwender wollen ihre Altsysteme (4.6c oder älter) noch eine Weile nutzen. "Voraussichtlich erst etwa 2010 werden nur noch vereinzelte Alt-Release-Produkte laufen", so RM Consult.

Zu denen, die es nicht eilig haben mit dem Release-Wechsel, zählt der Teleshopping-Betreiber HSE24. Das Unternehmen aus München nutzt R/3 4.5B sowie die Industrielösung für den Handel ("SAP Retail"). Ein Upgrade nehmen die Verantwortlichen erst in Angriff, nachdem die CRM-Einführung komplett abgeschlossen ist.

Von den im Jahr 2006 geplanten Migrationen auf SAP ERP wurden laut RM Consult bisher zwei Drittel realisiert. Demgegenüber werden die 2006 geplanten Vorhaben für eine Umstellung auf R/3 4.7 vermutlich nicht in die Tat umgesetzt, da die Verantwortlichen ihre Strategie zugunsten von ERP ändern. RM Consult prognostiziert den Anteil der ERP-Nutzer (ERP 5.0 oder 6.0) bis Ende 2008 auf 49 Prozent. Alte R/3-Releases sind den Vorhersagen zufolge dann nur noch bei 39 Prozent der Firmen im Einsatz. R/3 4.7 kommt in dieser Betrachtung auf 46 Prozent, wobei RM Consult glaubt, dass dieser Wert eher niedriger ausfallen wird, da einige Kunden bis dahin R/3 4.7 durch ERP ersetzt haben dürften.

Vor allem Unternehmen der Branchen Dienstleistungen, Finanzen und Versicherungen, Logistik und Versorgung/Entsorgung planen den Umstieg auf SAP ERP. Zu den zögernden Wirtschaftszweigen zählen der Handel, die Konsumgüterindustrie, Chemie und Pharma, Telekommunikation sowie die öffentliche Hand.

Motivation für ein ERP-Upgrade

Dass R/3-Kunden ihre Software modernisieren, liegt nicht zuletzt an den höheren Wartungsgebühren der SAP: Ende 2006 ist R/3 4.6C aus der Standardwartung gefallen. Um der Verteuerung zu entgehen, müssen Kunden mindestens auf R/3 4.7 wechseln. In den meisten Fällen werden bestehende R/3-Installationen technisch und betriebswirtschaftlich auf SAP ERP umgestellt. Experten zufolge migrieren nur große Unternehmen auch wegen der neuen Softwarefunktionen. Dazu zählen zusätzliche Features des Hauptbuchs und des Personalwesens.

SAPs Release-Strategie

Der Migration in Richtung ERP hat die SAP auch durch ihre im Jahr 2006 formulierte Produktstrategie Vorschub geleistet: Vor einem Jahr hatte der Konzern erklärt, bis 2010 zumindest keine tief greifenden Änderungen am ERP-Produkt vorzunehmen. Zuvor hatte das Unternehmen vorgehabt, in kurzen Abständen neue Softwareversionen auf den Markt zu werfen, was Firmen, die mehrheitlich in langfristigen Update-Zyklen denken, verunsicherte. (fn)