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27.06.1997 - 

Speicherrevolution: 20-GB-Medium in Sicht

Vielfalt an Formaten verschärft den Wettbewerb

Anwender neigen dazu, Daten zu "jagen, zu sammeln und zu besitzen", erklärte Dataquest-Analyst Joe Jura auf der "European-Storagetrack"-Konferenz die anhaltende Nachfrage nach Festplattenkapazität. Einher mit diesem Sammeltrieb geht allerdings die knappe Ressource Zeit, die es nicht erlaubt, die gewonnenen Daten auszuwerten und gegebenenfalls zu löschen. Einfacher und meist auch billiger sei es, sich mehr Speicherkapazität einzukaufen.

Von diesem Phänomen profitieren nicht nur die Hersteller von Festplatten, sondern auch die der Archivgeräte. 1996 wurden in Europa 1,66 Millionen Backup-Systeme und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr verkauft. Das entspricht 34 Prozent der weltweiten Auslieferungen. Insbesondere für Server sind Backup-Systeme ein Muß, dennoch werden heute noch 30 Prozent ohne Datensicherungseinrichtung betrieben. Wie verhängnisvoll solch leichtsinniges Vorgehen für die Betreiber sein kann, verdeutlichte Robert Hill, Marketing-Manager der in Bristol ansässigen Tape Storage Products von Hewlett- Packard: "25 Prozent der Unternehmen, die einen Datenverlust an ihrem ungesicherten PC-Server erlitten, mußten danach ihren Geschäftsbetrieb einstellen."

Dabei ist in diesem Bereich die Auswahl an Techniken groß, wenngleich 95,6 Prozent aller weltweit gelieferten Bandlaufwerke von nur acht Herstellern stammen. Von den Europa-Umsätzen im Jahr 1996 entfielen auf Minicartridge-Systeme 21 Prozent, DC600-Archive erzielten einen Anteil von 16 Prozent, DLT-Laufwerke von 15 Prozent und Acht-Millimeter-Systeme von elf Prozent. Den Löwenanteil (36 Prozent der Umsätze) sicherten sich die Backup-Geräte mit Vier-Millimeter-Bändern.

Unsicherheit herrscht allerdings über die Aufzeichnungsformate. 1995 wurden im Bereich Tape Drives drei neue Techniken vorgestellt, 1996 kamen fünf weitere hinzu, und auch für dieses Jahr erwarten die Dataquest-Analysten Neuerungen am Markt. Sie fordern, daß die Hersteller, auch im eigenen Interesse, ihre Nabelschau beenden und sich auf ein einheitlicheres Vorgehen einigen. Nicht viel besser als bei den Bandspeichern stellt sich die Marktsituation bei den Digital Versatile Disks (DVD) dar.

Einst als konsequenter Nachfolger der erfolgreichen CD-ROM-Technik gefeiert, kämpfte das früher "Videodisk" genannte Speichermedium von Anfang an mit Standardisierungsproblemen.

Die Vorgaben sind nun einigermaßen geklärt und entsprechen im Consumer-Bereich auch den Wünschen der Hollywood-Filmstudios.

Dennoch bleibt das Angebot unübersichtlich, denn die Hersteller propagieren auch während der Diskussionen um Standards ihre diversen Weiterentwicklungen. Derzeit sind folgende Formate bereits oder in Kürze verfügbar: DVD-Video, DVD-ROM, DVD-R (Write once), DVD-RAM (Rewritable) und DVD-Audio. Es bleibt zweifelhaft, ob der DVD-Technik eine ähnliche Erfolgsstory beschieden sein wird wie den CD-ROMs, die mit immerhin 95 Prozent aller Home-PCs ausgeliefert werden.

Eine Alternative zu DVDs könnte eine Neuentwicklung im magneto-optischen Bereich werden, die unter dem Codenamen "MO 7" läuft. Eine Gruppe von Herstellern hat sich zusammengefunden, um einen neuen Standard für das magneto-optische Medium zu definieren. Die "Advanced Storage Technical Conference" (ASTC) enthält als Gründungsmitglieder die Schwergewichte Fujitsu, Hitachi, Hitachi-Maxell, Imation, Olympus, Philips, Sanyo, Sharp und Sony. Sie wollen sich auf ein universelles Format einigen, das unter anderem kompatibel zu CD-ROMs und DVD-ROMs ist, allerdings mit deutlich höheren Kapazitäten - bis zu 6 GB je Medium - aufwartet.

Speicherrevolution mit NFR

Ebenfalls auf die MO-Technik setzt die Terastor Corp., eine Startup-Company aus dem Silicon Valley. Mit einer neuartigen Technik unter der Bezeichnung "Near Field Recording" (NFR) wollen die Manager um Festplattenpionier James "Jim" McCoy die Hersteller im gesamten Speichermarkt das Fürchten lehren (siehe Interview auf Seite 39). Terastor verspricht für das kommende Jahr Produkte, die die zehnfache Speicherkapazität herkömmlicher Geräte besitzen und dabei die Kosten unter die Schallmauer von einem Dollar je GB drücken.

Das magneto-optische NFR stützt sich im wesentlichen auf drei Techniken: einen modifizierten Lese- und Schreibkopf, die "Solid-Immersion-Linse" (SIL) und das Aufzeichnungsverfahren auf der "ersten" Oberfläche des Mediums (siehe Grafik). Diese drei Komponenten zusammen sorgen insbesondere für eine stark erhöhte Aufzeichnungsdichte und damit für mehr Speicherplatz auf der Oberfläche.