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26.02.1988

Vielfalt im Angebot erleichtert die Entscheidung

Der Markt für Abteilungsrechner ist einer der am besten beschickten. Es gibt keinen anderen Bereich in der Datenverarbeitung mit einer vergleichbaren Vielfalt des Angebotes. 21 Hersteller drängeln sich mit mindestens ebensovielen, jeweils in einer ganzen Reihe von Varianten konfigurierbaren Produktlinien um den Kunden. Im Gegensatz zum Kompatibilitäts-Einheitsbrei der PC- und Mainframe-Szene hat sich in der Weit mittleren Systeme eine gewisse Individualität der Produkte erhalten. Die so mögliche weitgehende Anpassung des Rechners an die Problemlösung des Anwenders erleichtert Kaufentscheidungen sicher.

Der Grund für die Vielfalt liegt dabei in der Unterschiedlichkeit der Anforderungen. Zwar sind alle Superminis weitgehend als Universalrechner zu gebrauchen, aber es hat doch fast jeder Hersteller seine Spezialitäten. Einer lockt mit einer besonders hohen Datentransferrate, ein zweiter erlaubt den Anschluß extra vieler Terminals, und andere sind mit einer trickreichen Architektur beispielsweise für rechenintensive oder transaktionsorientierte Anwendungen, für Datenbankdienste oder Bürokommunikations-Anwendungen prädestiniert.

"Den" Abteilungsrechner als solchen gibt es jedoch überhaupt nicht (lesen Sie dazu auch den Beitrag von Klaus Kemmler auf Seite 33). Erst die Software, die Anwendung macht ihn dazu. Eine gewisse Präferenz für bestimmte Umgebungen und Einsatzgebiete ergibt sich jedoch schon aus der Technik, der Hardware einer Maschine. Viele Architekturen haben durchaus ein markantes Profil vorzuweisen, welches bestimmte Anwendungen begünstigt oder andere eher unvorteilhaft erscheinen läßt. So käme vermutlich kaum jemand auf die Idee einen Number-Cruncher wie die GEI Trace als LAN-Server einzusetzen oder mit einer für Echtzeit-Transaktionsverarbeitung optimierten Stratus-Maschine CAD-Aufgaben lösen zu wollen.

Eine weitere Differenzierung ergibt sich aus dem Marketing-Gebaren des Anbieters. Aus ihm resultiert der Anwendungsschwerpunkt, wie ihn der Verkäufer sieht - oder sehen will. Zwar läßt sich gerade bei Maschinen mit einer universell ausbalancierten Architektur eine solche Präferenz nur schwer angeben. Dem Kunden jedoch vermittelt er eine Information, in welchem Milieu der Anbieter zu Hause ist. Die Vermutung, daß er auf diesem Sektor auch mit dem besten Anwendungs-Know-how klotzen kann, liegt nahe, muß jedoch nicht immer zutreffen. Gelegentlich ist auch die Hoffnung eines Herstellers auf ein bestimmtes Image das Motiv für die Nennung eines Anwendungsschwerpunktes. Mit dem Image ist es überhaupt eine Sache für sich. So haftet den Computern von DEC und Prime immer noch der Ruch der, Ingenieur-Maschine " an, und IBM gilt wohl eher als Lieferant der Kaufleute.

Viele Hersteller konzentrieren sich dagegen ganz bewußt auf bestimmte Bereiche der Datenverarbeitung. Dabei handelt es sich meist um kleinere Anbieter, und sie tun das wohl in der Regel, um sich nicht zu verzetteln. Ein Beispiel ist der US-Hersteller Areté/Arix, dessen Maschinen von ihrem technischen Potential durchaus in der Lage wären, etwa aufwendige technisch-wissenschaftliche Berechnungen durchzuführen, die aber praktisch ausschließlich im Bereich der kommerziellen Datenverarbeitung zu finden sind. Bei solch vielseitig einsetzbarer Hardware liegt es oft im Bereich der Möglichkeiten unabhängiger Software- und Systemhäuser, den Rechner auch einem ganz anderen als- dem vom Hersteller vorzugsweise adressierten Sektor zu vermarkten.

Neu in dieser Marktübersicht gegenüber bisherigen Umfragen ist neben dem Applikationsschwerpunkt auch die Frage nach dem Durchsatz. Diese Größe ist für Anwendungen besonderer Bedeutung, die eine Betonung auf der Datenein- und -ausgabe aufweisen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob diese Kommunikation mit Terminals, mit über ein LAN angeschlossenen PCs oder mit anderen Rechnern gleichen Größenklasse erfolgt. Das Verhältnis zwischen Rechenleistung und Durchsatz gibt einen wichtigen Hinweis auf gewisse strukturell vorgegebene Schwerpunkte im Einsatz. Insofern ist der Durchsatz eine Größe, die der Rechenleistung an Bedeutung gleichkommt.

Diese Marktübersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weder was die Auswahl der Anbieter noch die Darstellung deren Produktpalette angeht. Die vorliegenden Daten beruhen im übrigen auf Angaben der Hersteller. Für ihre Richtigkeit können wir daher keine Gewähr übernehmen.