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31.07.1998 - 

Windows NT/System-Management für Windows NT und mehr

Vielseitige Schweizer Messer sind schließlich auch nicht billig

Die Aufgabe des System-Ma- nagements besteht darin, Computersysteme so zu kontrollieren, daß sie maximalen Service bei minimalen Kosten bieten. Zur Servicequalität gehören insbesondere die Verfügbarkeit der gebotenen Leistungen und die Performance. Seit etlichen Jahren gibt es Netzwerk-Management-Tools von verschiedenen Herstellern, die mit grafischen Mitteln eine zentrale Überwachung praktisch sämtlicher Netzkomponenten wie Router, Switches und Hubs, aber auch der Rechner und Peripheriegeräte erlauben.

Außer der Monitoring-Funktion zum Erkennen und Beheben von Fehlern bieten diese Tools in der Regel auch Möglichkeiten zum Aufspüren von Leistungsengpässen. Die meisten messen zu Abrechnungszwecken den Leistungsverbrauch und bieten Hilfen zur Konfigurierung sowie Basisfunktionen zur Realisierung von Sicherheitskonzepten.

Netze und Systeme gleichwertig auffassen

Beim System-Management steht nicht das Netz, sondern die vernetzten Systeme im Mittelpunkt. Es soll sichergestellt werden, daß alle Computersysteme optimal arbeiten. Viele der Aufgaben sind dabei analog zum Netzwerk-Management, etwa Konfiguration, Fehlerverfolgung und Performance-Optimierung, und die Erfahrung zeigt, daß man beides zusammen betrachten muß, weil sie sich gegenseitig beeinflussen. Folgerichtig ist der Trend zu beobachten, daß die meisten Produkte zum Verwalten von Netzen den Anspruch erheben, System-Management mit einzuschließen.

Management-Tools, die bei der System-Software haltmachen, greifen dabei aber zu kurz. Es wird immer wichtiger, auch wenigstens die unternehmenskritischen Anwendungen wie SAP R/3 oder Datenbanken in der Systemverwaltung mit einzubeziehen. Letztlich geht es ja auch nicht um das Management von Hard- oder Software, sondern um die dahinterstehenden Geschäftsprozesse.

Windows NT ist angetreten, in jene Midrange- und High-end-Domänen vorzustoßen, in denen bislang Unix- und Mainframesysteme vorherrschen. Daher muß es sich auch an den dort geltenden Anforderungen hinsichtlich Verfügbarkeit und Performance messen lassen.

Daß Microsofts Betriebssystem heute in dieser Hinsicht noch Defizite zeigt, ist unbestreitbar. So hat zum Beispiel Unix noch einen deutlichen Vorsprung in der Multiprozessor- und Cluster-Technologie. Im oberen Leistungsbereich und bei geschäftskritischen Anwendungen genießen Unix-Systeme häufig noch mehr Vertrauen, aber auch dort findet NT bereits wachsende Beachtung.

Wo die Ablösung von Unix durch NT in größeren Konfigurationen strategisch beschlossen ist, erfolgt sie wegen der genannten Vorbehalte meist vorsichtig und schrittweise. Für System-Management-Tools bedeutet das, daß sie NT-Systeme in das Management einbeziehen müssen.

Der Vormarsch von NT hat in bezug auf System-Management aber auch noch einen anderen wichtigen Aspekt. Das Bewußtsein für die Notwendigkeit solcher Mechanismen und die Bereitschaft, sie einzusetzen, wächst gerade in kleineren Unternehmen, die bislang Unix-Systeme auch wegen der teueren Administrationswerkzeuge scheuten. Durch die Bereitstellung fast aller führenden Netzwerk- und System-Management-Plattformen auf NT werden diese erschwinglicher. Hier kommt der Hauptvorteil von NT gegenüber Unix zum Tragen: das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

System-Management ist mittlerweile auch im NT-Umfeld ein Thema von strategischer Bedeutung. Es gibt verschiedene Ansätze, die durch die Entwicklung von zentralisierten Mainframe-Strukturen hin zu verteilten PC-Netzen entstandenen Verfügbarkeits- und Kostenprobleme wieder einzufangen und in den Griff zu bekommen.

Microsoft konzentriert sich mit der Total-Cost-of-Ownership-Initiative auf die Verbesserung der Funktionalität im System-Management-Bereich, wohl nicht zuletzt, um der konkurrierenden NC/Java-Strategie den Wind aus den Segeln zu nehmen. Im Rahmen der Zero-Administration-Initiative wird derzeit an einer ganzen Palette von System-Management-Tools gearbeitet, die teilweise mit NT 5.0 ausgeliefert werden.

Administrations-Bestandteile von NT sind zum Beispiel die "Microsoft Management Console" und Web-based Enterprise Management (WBEM), ein Standard für die Datenmodellierung. Als optionales Microsoft-Produkt in diesem Bereich gibt es weiterhin den "System Management Server" (SMS). Es umfaßt Funktionen zur Hard- und Software-Inventarisierung und -konfigurierung, zur Softwareverteilung und -Installation sowie zur Ferndiagnose und -bedienung.

Einige Hersteller bieten hardwarebezogene Systemverwaltungs-Tools zu ihren NT-Servern, zum Beispiel "Insight Manager" von Compaq oder "Serverview" von SNI. Diese Produkte reichen aber nicht aus, um eine NT-Gesamtumgebung zu managen. Das Management der NT-Server im Gesamtzusammenhang wird erst durch den Einsatz übergreifender Tools möglich.

Die Grundanforderungen an System-Management-Produkte gelten für alle Einsatzszenarien. Wichtig sind ein zentrales Monitoring mit einheitlicher Sicht auf alle Ressourcen, die intelligente Filterung und Korrelation aller wichtigen Ereignisse zur frühzeitigen Problemerkennung beziehungsweise Prävention sowie die Automatisierung von Administrationsaufgaben wie Softwareverteilung oder Backup.

Des weiteren sollten solche Lösungen möglichst flexibel sein. Die Integration von Third-Party- oder Kundenanwendungen, die Skalierbarkeit von kleinsten Workgroup- bis zu kompletten Enterprise-Lösungen und vor allem das Beherrschen plattform- und herstellerübergreifender Konfigurationen sollen ohne allzu großen Aufwand möglich sein. Dazu sind eine offene Architektur und ein modularer Aufbau der Produkte wichtige Voraussetzungen.

Es gibt eine Vielzahl von System-Management-Produkten. Doch manche Hersteller überlassen die Integration dem Kunden. Hier sollte sich der Interessent genau erkundigen, ob die angebotenen Werkzeuge wirklich technisch oder nur in Marketing-Aussagen integriert sind.

In einer reinen NT-Umgebung sollte der Anwender darauf achten, daß die Tools sich mit SMS verstehen, zum Beispiel dessen Inventory-Daten auswerten können oder bei der Softwareverteilung mit diesem zusammenarbeiten. Die Überwachung von NT-Logging-Dateien und von Backoffice Services (SQL-Server, Mail-Server etc.) sollte ebenfalls möglich sein.

Ein weiteres interessantes Szenario ist eine Mainframe-dominierte Struktur, in der eine NT-Umgebung aufgebaut werden soll. Hier wird man sich nicht nur für Administrationszwecke Unix-Rechner anschaffen und Unix-Know-how aufbauen wollen. In diesem Fall ist es wichtig, eine System-Management-Plattform auszuwählen, die unter NT ablauffähig ist und die ein einheitliches Management beider Welten ermöglicht.

Schließlich wird es häufig den schon erwähnten Fall geben, daß eine bestehende Unix-Landschaft schrittweise auf NT migriert werden soll. Hier kann man die Management-Station vorläufig auf Unix belassen, es sind zunächst nur Agenten auf den NT-Rechnern nötig. Man muß sich aber Gedanken darüber machen, wie die Migration organisiert werden soll. Eine Management-Plattform, die auf beiden Betriebssystemen in identischer Funktionalität zur Verfügung steht und einen schrittweisen Übergang unterstützt, ist von Vorteil.

Durch die zunehmende Vielfalt und Größe von Programmen entstehen enorme Kosten sowohl bei Systembetreuern als auch bei den Anwendern, die für die Zeit manueller Installationen unproduktiv sind. In Fehlerfällen entsteht zusätzlicher Aufwand für die Diagnose und eine eventuelle Rückkehr zu den alten Anwendungen.

Software-Management ist mehr als Softwareverteilung, es umfaßt die durchgehende Kontrolle von Programmen während ihres gesamten Lebenszyklus. Tool-Unterstützung ist nötig für die Definition und Freigabe einer Applikation, für die Verwaltung und Versionskontrolle, für die Inventarisierung, Verteilung (online und/oder offline), Installation und Konfiguration. All das sollte möglichst vollautomatisch und bedienerlos vonstatten gehen und robust gegenüber Fehlersituationen sein. Es gibt Software-Management-Tools, die einerseits in rein Windows-basierten Netzen oder Teilnetzen in SMS integrierbar sind und sich andererseits in ein unternehmensweites Konzept integrieren lassen, wobei die verschiedenen Plattformen in gleicher Weise bedient werden.

Nicht vergessen: Total Cost of Implementation

Administrationshilfen haben nicht nur auf NT-Rechnern an Bedeutung gewonnen, sondern auch für diese Umgebungen. System-Management im weiteren Sinne, das auch Netzwerk- und Anwendungs-Management einschließen muß, ist eine komplexe, an der Organisationsstruktur und den Geschäftsprozessen orientierte Aufgabe.

Ihre Lösung kann leicht sehr teuer werden, denn ein großer Teil der Kosten für umfassendes System-Management fällt bei der Installation und Anpassung an die Infrastruktur vor Ort an. Außer der Total Cost of Ownership sollte man daher beim Produktvergleich immer auch die Total Cost of Implementation beachten.

Ein einzelnes Produkt kann unternehmensweites System-Management nicht erfüllen. Dazu bedarf es schon eines durchgehenden Konzepts, das offen und flexibel ist und sich mit wenig Aufwand an die jeweilige Organisa- tion anpassen läßt.

Angeklickt

Eine wachsende Zahl von Unternehmen bereitet eine strategische Entscheidung für den Einsatz von Windows NT vor oder verwendet das System, häufig in Koexistenz mit Unix-Rechnern und Mainframes in komplexen Client-Server-Umgebungen, bereits als Plattform für geschäftskritische Anwendungen. Das erfordert eine effektive Systemverwaltung, um maximale Verfügbarkeit und Performance sicherzustellen und die Administrationskosten zu minimieren. Die Tools müssen einigen Anforderungen genügen, um die parallele Verwendung verschiedener Plattformen optimal zu unterstützen.

Stefan Peters ist Produkt-Manager Transview bei der Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG in München.