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23.11.1984

Vier Anschlußmöglichkeiten für ISDN-Teilnehmerendgeräte

Wenn im Jahr 1988 - so sehen es die derzeitigen Planungen der Bundespost vor - der Startschuß für das diensteintegrierende digitale Fernmeldenetz fällt, sollen zunächst mit Vorrang neue 64 KBit/s-Dienste angeboten werden, um so alle ISDN-spezifischen Leistungsmerkmale demonstrieren zu können. Zugleich beinhaltet das Konzept der Post zwei neue Möglichkeiten für den Anschluß von Teilnehmerendeinrichtungen: den ISDN-Basis-Anschluß und den ISDN-Primarmultiplexanschluß. Darüber hinaus können entfernt liegende ISDN-Teilnehmer über Basisanschlußmultiplexer und Konzentratoren vom ISDN Gebrauch machen.

In ihrer jüngst veröffentlichten Broschüre "ISDN - die Antwort der Deutschen Bundespost auf die Aufwendungen der Telekommunikation von morgen" hat die Bundespost alle Möglichkeiten für den Anschluß von ISDN-Teilnehmerendgeräten aufgeführt. (Vergleiche Abbildung oben). Beim Basisanschluß werden die drei eigenständigen Informationskreise Bl + B2 + D0 über eine Doppelader genutzt. Ist eine Teilnehmeranschlußleitung länger als acht Kilometer, so muß ein Zwischengenerator eingesetzt werden, mit dem dann Entfernungen bis zu 15 Kilometer Länge überbrückt werden können.

Die international genormte Teilnehmerschnittstelle S0 des Basisanschlusses erlaubt, insgesamt bis zu acht unterschiedliche Endgeräte anzuschließen, von denen wiederum zwei gleichzeitig benutzt werden können. Über einen oder mehrere ISDN-Basisanschlüsse ist es möglich, kleine bis mittlere ISDN-Nebenstellenanlagen mit dem ISDN-Netz zu verknüpfen.

Dagegen ist der ISDN-Primärmultiplexanschluß für den Zugang mittlerer bis großer digitaler ISDN-Nebenstellenanlagen zum Netz konzipiert. Dabei geht die Post davon aus, daß es hier anstelle mehrerer Basisanschlüsse zweckmäßiger ist, einen Primärmultiplex-Anschluß einzusetzen. Dieser besteht aus einer Digitalsignalverbindung mit zwei MBit/s. Die wechselseitig betriebenen Basiskreise B - insgesamt bis zu 30 - erlauben das transparente Übermitteln von digitalen Informationsströmen mit einer Bitrate von je 64 KBit/s. Da der 16. Zeitschlitz mit einer gesamten Bitrate von je 64 KBit/s für die Zeichengabe vorgesehen ist, ergibt sich beim Primärmultiplexanschluß eine Nutzstruktur von 30 mal B + D2.

Bis zur Umrüstung aller 6200 Ortsvermittlungsstellen auf die ISDN-Technik soll es über Fernschaltung möglich sein, Teilnehmer an ISDN-fähige Ortsvermittlungsstellen heranzuführen, um auf diese Weise schneller eine flächendeckende Versorgung zu erreichen. Für diese Übergangszeit sieht die Bundespost vor, Fernschaltungen entweder mit Multiplexern für ISDN-Basisanschlüsse oder mit ISDN-Konzentratoren zu realisieren, die in den herkömmlichen Ortsvermittlungen installiert werden. Werden diese Vermittlungen später gegen digitale ausgewechselt, können die so geschaffenen Zwei-MBit/s-Digitalsignalverbindungen weiter verwendet werden. Voraussetzung für eine entsprechende Planung und Realisierung sind allerdings "noch weitere Untersuchungen".

Der ISDN-Basisanschlußmultiplexer (BAMX) faßt zwölf Basisanschlüsse im Zeitmultiplex von 2, 048 MBit/s an einer neuen Schnittstelle - mit V2BAMX bezeichnet - statisch zusammen. In der Gegenrichtung werden aus einer 2, 048-MBit/s-Signal in umgekehrter Weise zwölf Basisanschlüsse abgeleitet.

Mit dem Multiplexer vergleichbar ist der ISDN-Konzentrator, der jedoch in der Lage ist, bis zu 500 Basisanschlüsse an die digitale Ortsvermittlungsstelle heranzuführen.