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23.03.1984 - 

Intelligente Bildschirme unterstützen Datenbank-Recherchen:

Vier TSO/CICS-Anwendungen laufen parallel

DÜSSELDORF - Virtuelle Bildschirme für die Pflege von Patentdatenbanken setzt seit kurzem Henkel, Düsseldorf, ein. Die intelligenten, 3270-kompatiblen Sichtgeräte können in einem Bildschirminhalt bis zu vier Anwendungen parallel einfrieren. Nach anfänglicher Skepsis bei den Henkel-DV-Experten beginnen jetzt Bildschirme von HOB die gewohnten 3270-Stationen zu verdrängen.

Durch die Abteilung Informationswesen verfügt das Zentralressort Forschung und Entwicklung von Henkel theoretisch über unbegrenzte Zugriffe auf Patent-Einzelinformationen und -Datenbanken in der ganzen Welt. Sämtliche Abfragen und Eingaben erfolgen computerunterstützt. An den Bildschirmen arbeiten hochqualifizierte Retrieval-Sachbearbeiter, die sich sowohl mit der Materie als auch mit den Deskriptoren des Datenbank-Thesaurus auskennen.

Die Aufgaben des Henkel-Informationswesens liegen allgemein in der Vermittlung von Fachinformationen für die eigenen Chemiker. Es werden sowohl Recherchen in eigenen Datenbanken als auch in fremden, zum Teil ausländischen Informationsbeständen geführt.

Eine weitere Aufgabe ist die technische Betreuung der Patentabteilung. Dazu werden im Informationswesen alle wichtigen Daten selbst erfaßt und in den Computer eingegeben. Der aktuelle Stand der eigenen Schutzrechte kann von der Patentabteilung im Dialog-Betrieb ständig abgefragt werden.

Die DV-Installation

Das Informationswesen betreibt zwei kleinere eigene Rechner, benutzt aber zur Speicherung großer Datenmengen die zentralen Großrechner. Die Bildschirme sind an zwei IBM-Systeme 3033 und 3081 angeschlossen. Beide Rechner befinden sich auf dem weitläufigen Unternehmensgelände in einem anderen Gebäude. Die Datenübertragung erfolgt über Modemstrecke (Standleitung) mit einer Transferrate von 9600 Bit pro Sekunde.

Ein Rechner nimmt die Informationen der Datenerfassung auf, der andere übernimmt die Abfragen. Die Bildschirme haben Zugriff auf beide Anlagen. Die Datenspeicherung und -Bearbeitung geschieht mit TSO/ SPF. Als Datenbank-Abfragesystem wird Stairs von IBM eingesetzt.

Die Druckausgaben werden je nach Umfang getrennt vorgenommen: Größere Listen und Patentauskünfte mit einem Laserdrucker IBM 6670, kleine Informationsmengen über kleinere lokale Drucker.

Bis vor kurzem waren im Informationswesen fast ausschließlich IBM-Bildschirme des Typs 3279 installiert. Wie Tausende von anderen Anwendern war man es auch in der Literatur- und Patentdokumentation gewohnt, mit jedem IBM-Bildschirm auch nur jeweils einen Vorgang bearbeiten zu können. Wollte man bei Datenbankabfragen zum Beispiel in ein anderes Programm umsteigen, mußte der IBM-Bildschirm erst einmal "aussteigen". Das heißt, der Sachbearbeiter mußte sein Terminal abmelden, den neuen Suchvorgang mit allen Zugriffs-Berechtigungs-Informationen eingeben und den neuen Suchvorgang starten. Die alten Bestände waren dann bereits weg, da der IBM-Bildschirm ohne eigene Intelligenz keine Daten zwischenspeichern kann.

Eine Lösung erreichte Henkel schließlich mit dem virtuellen Bildschirmsystem HOB 78E, das eine Eigenentwicklung der Technologiegruppe Brandstätter in Zirndorf bei Nürnberg ist.

Inhalt eingefroren

Das HOB-Terminal arbeitet genauso wie der IBM-Bildschirm 3278. Er enthält einen 16-Bit-Mikroprozessor. Der Anschluß erfolgt über Koaxkabel an die IBM-Steuereinheit 3274. Der technische Kniff des Terminals liegt in seiner Software. Bei Henkel wurde das von HOB entwickelte Lizenzprogramm Codis direkt im IBM-Rechner installiert. Codis ist ein Terminal-Steuerprogramm. Es wird als eigene Partition im Host abgestellt, wo es mit dem IBM-DÜ-Programm VTAM kommuniziert.

Im Host werden keine anderen Systemkomponenten beeinträchtigt. Codis verhält sich nur aktiv gegenüber den via 3274 angeschlossen HOB-Terminals.

Jeder HOB-Bildschirm besitzt vier Programm-Umschalttasten. Diese sind bevorrechtigt und erlauben ein beliebiges Umschalten auf andere Programme. Beim Blättern in Patent-Datenbanken muß man sich dadurch nicht mehr ab- und anmelden. Muß der Sachbearbeiter in einen anderen Programmbereich wechseln, so kann er per Tastendruck innerhalb vier verschiedender TP-Anwendungen umschalten. Hat er seine gewünschten Informationen gefunden, so schaltet er wieder auf den vorangegangenen Bildschirminhalt zurück, der für die Zeit des anderweitigen Suchens "eingefroren" wurde. Alle vorher angesammelten Informationen bleiben dabei erhalten. Der Sachbearbeiter kann auch mehrere Male, falls erforderlich, hin und her schalten, wenn es das Anforderungsprofil der betreffenden Recherchenanfrage verlangt.

Rolf Mindykowksi, Leiter der technischen Gruppe im Informatikwesen: "Ein weiteres Plus konnten wir dem Rechenzentrum gegenüber aufmachen. Bei der HOB-Lösung belegen wir für vier Displays und einen Drucker nur die Leitung wie früher für einen normalen IBM-Bildschirm."

Retrieval-Sachbearbeiterin Dietlinde Koch nutzt bei ihrer Arbeit auch eine weitere zusätzliche Eigenschaft des neuen Bildschirms: "Die gewünschten Informationen stehen häufig in vielen Dateien. Ich nutze dann die Bildschirmpufferung und komplettiere zwischenzeitlich die Fragen."

Dieser Puffer erlaubt das Zwischenspeichern von 64 Zeichen. Zusätzliche Entlastung bringen 29 definierte Funktionstasten des HOB-Bildschirms, auf denen individuell bestimmte Routinen automatisiert werden. Weitere Vorteile des virtuellen Parallel-Bildschirms sind Invers-Darstellung (wahlweise) und die komfortable Erfassung von Daten unter TSO/SPF.