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02.03.2001 - 

Visualisierung der Prozessabwicklung

Viewlocity setzt dort an, wo SCM aufhört

MÜNCHEN (ue) - Die Firma Viewlocity mit Dependance in München will einen IT-technisch bisher noch wenig erschlossenen Abschnitt im Logistikprozess besetzen. Der aus dem Bereich Enterprise Application Integration (EAI) kommende Anbieter offeriert unter dem Stichwort "Radar Screen" eine Tool-Palette, die nicht die Planung von Supply Chains, sondern deren Abwicklung visualisiert und so vor Engpässen während eines laufenden Prozesses warnt.

Mit der Integration von Daten aus den Backend-Systemen der an einer Supply Chain beteiligten Partner tut sich der ehemalige EAI-Spezialist eigenen Angaben zufolge nicht schwer. Die dazu verfügbaren "Connectivity Solutions" bieten eine vordefinierte Anbindung marktführender ERP- und Supply-Chain-Management-(SCM-) Lösungen wie von SAP, J.D. Edwards, Oracle, i2 und Manugistics. Die Kopplung scheint auch deshalb relativ unproblematisch zu sein, weil nur die für eine Supply Chain zentral verantwortliche Firma die Viewlocity-Software installieren muss - alle anderen involvierten Unternehmen können ihre Informationen in einem bei ihnen gebräuchlichen Datenformat exportieren, sei es als Flatfile, SAP Idoc, via EDI oder XML-Message.

Die Informationen von Lieferanten, Distributoren oder Transporteuren werden im "Integration Broker" gesammelt und für den Web- beziehungsweise Application-Server aufbereitet. Diese vom Hersteller als "Tradesync" bezeichnete Komponente übernimmt in erster Linie eine echtzeitnahe HTML-Darstellung, die sich wiederum von den Teilnehmern, nun aber als kombinierte Informationen, via Browser anzeigen lässt.

Darüber hinaus kann die Applikation über einen "Process Manager" und rollenabhängige Geschäftsregeln eingestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel Profile und Sichtweisen der Beteiligten, das Abgleichen der eingespeisten Soll- und Ist-Daten sowie das Einstellen von Warnsignalen, wenn ein Prozess aus einem vorgegebenen Toleranzbereich ausbricht.

Über diese vom Hersteller propagierte "Visibility" hat jeder Supply-Chain-Zugehörige einen vergleichsweise schnellen Blick auf den Auftragsstatus. Ein Transporteur etwa kann erkennen, ob die Fertigstellung einer Ware im Plan liegt oder ob es zu Verspätungen kommt und er seine LKWs zunächst anderweitig einsetzen sollte.

Daraus ergibt sich auch das Potenzial der Lösung: Tradesync soll für seine Anwender besonders dann zu Buche schlagen, wenn in der Logistikkette Probleme auftreten - der ursprünglich geplante Soll-Zustand also nicht haltbar ist und die Beteiligten aufgrund dieser Informationen anders disponieren können. Unterm Strich seien die anteiligen Logistikkosten einer Organisation, die in der Regel zwölf Prozent des Betriebsbudgets ausmachen, auf bis zu sieben Prozent reduzierbar, so die Münchner.

Von den marktgängigen SCM-Tools grenzt sich Viewlocity klar ab. Mit solchen Programmen würden in der Regel Logistikketten über mehrere Teilnehmer hinweg geplant, visualisiert, iteriert und dann abgeschlossen. Sobald es in die Abwicklung gehe, sei der Plan eingefroren, lasse sich also nicht mehr verändern. Eine Visualisierung der so genannten Realtime-Prozessabwicklung übernehmen SCM-Produkte laut Stuart Facey, Europa-Chef von Viewlocity, nicht. Hier greife Tradesync. So setze zum Beispiel Ryder Logistics, eines der großen US-Transportunternehmen, i2-Software für die Planung ein, zur Realtime-Visibility werde darüber hinaus das Viewlocity-Produkt verwendet.

Abb: Tradesync gleicht zwischen Soll und Ist ab

Der Integration Broker bereitet sämtliche eingehenden Daten zur Darstellung eines Prozess-Status ab. Quelle: Viewlocity