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21.09.2001 - 

Hersteller erweitert Funktionsumfang

Vignette pusht V6 als Basis für Web-Applikationen

MÜNCHEN (fn) - Der amerikanische Spezialist für Web-Content-Management-Software Vignette aus Austin, Texas, hat mit "Content Suite V6" ein stark überarbeitetes Release seiner Softwareplattform für große Unternehmen vorgestellt. Die Software enthält einige bisher separat zu erwerbende Funktionen und unterstützt Standardtechniken besser als vorangegangene Versionen.

Das neue Release enthält Erweiterungen in puncto J2EE und COM/ASP-Unterstützung. Beispielsweise können auch mit JSP und ASP entwickelte Web-Seiten in Online-Kampagnen zur Absatzförderung einbezogen werden. Ausgebaut wurden auch die XML-Funktionen.

Über Content Suite V6 lässt sich nun neben dem Applikations-Server von Bea auch das IBM-Produkt "Websphere" einbinden. An einer Unterstützung für den Server von Iplanet arbeitet die US-Firma noch. Das Vignette-Produkt läuft nun auch auf dem Betriebssystem AIX und arbeitet mit der Datenbank DB2 zusammen. Für die Integration von Backend-Software von Drittherstellern sehen die Texaner "Enterprise Adapter" vor, die der Kunde mit dem Zusatzprodukt "Content Integration Extensions" erwirbt. Neben diesen Adaptern zur Integration bietet V6 nun auch eine "Visual Workbench". Mit dieser grafischen Benutzeroberfläche verbindet der Anwender Geschäftsprozesse aus unterschiedlichen Anwendungen von Drittherstellern, um daraus Anwendungskomponenten in Form von Enterprise Javabeans, Java Servlets oder Active X zu erzeugen. Bot der Anbieter dieses Tool bisher optional als "Business Integration Studio" an, ist es nun in der neuen Plattform enthalten.

Neu hinzugekommen ist eine Reihe von Web-Analysemodulen, wie etwa "Site Analysis". Es erlaubt dem Verwalter, das Surf-Verhalten von Internet-Usern zu untersuchen. Vignette hat das den Tools zugrundeliegende Datenbankschema offen gelegt und gibt den Anwendern Schablonen an die Hand. Dies soll Unternehmen in die Lage versetzen, den Umfang der Analysefunktionen in Eigenregie zu erweitern. Die bei diesem Vorgang gelieferten Informationen können für gezielte Online-Kampagnen verwendet werden. Für deren Realisierung hat der Hersteller das Zusatzprodukt "Relationship Management Server" im Programm.

Bisher gehörte die Personalisierung zu den Stärken der Vignette-Plattform. Umso mehr verwundert es, dass der Anbieter auch die Personalisierungs-Engines der Firmen Bea und IBM unterstützt. Vignette begründet dies zum einen mit Kundenanfragen, zum anderen ließen sich beispielsweise die regelbasierte Engine von Bea gut mit dem eigenen Personalisierungssystem namens "Recommendation Engine" ergänzen.

V6 macht auch das Leben für Entwickler leichter. So lassen sich jetzt marktgängige Tools wie Macromedias "Dreamweaver Ultradev", "Visual Age" von IBM, "Rational Clearcase", "Microsoft Visual Interdev" und "Softquad Xmetal" zum Schreiben von Web-Applikationen für die Vignette-Software nutzen. Diese greifen über den CMS Explorer aus den Web-Content-Management-Server zu.

Langsamer Abschied von TclWie schon die vorangegangenen Versionen erlaubt auch die V6 Content Suite den parallelen Betrieb von Tcl Server Pages (TSP), ASPs und JSPs. Immer noch basieren die meisten Anwendungen bei Kunden auf der Script-Sprache Tcl. Vignette arbeitet bereits an einem Werkzeug, dass einen Umstieg von TSP auf eine der anderen Techniken erlaubt. Doch dies ist keinesfalls trivial. Ein Verfügbarkeitsdatum nannte der Anbieter nicht.

Zusätzlich zum Basisumfang von V6 Content Suite hat Vignette zusätzliche Produkte im Portfolio. Dazu zählen Anwendungspakete für Finanzinstitute "Financial Advisor Suite", die Portalsoftware "Enterprise Application Portal" sowie "Merchant Suite" für die Online-Vertrieb.

Aus Fehlern gelerntSolche Applikationen sollen Firmen zu einem rascheren Aufbau von E-Business-Lösungen verhelfen. In der Branche hat Vignette zwar einen guten Namen, allerdings erntete der Hersteller vor allem deshalb Kritik, da es relativ lange dauert, das System zum Laufen zu bringen. Im Gegensatz zu einigen anderen Anbietern, darunter auch solche aus dem deutschsprachigen Raum, hielt Vignette lange an seiner proprietären Technik fest. Doch der Hersteller setzt inzwischen auf offene Standards, um dieses Image abzustreifen. Auch bei der Lizenzierung kommen die Texaner den Anwendern entgegen. Statt eines komplizierten Modells auf Basis von Page-Impressions zahlt der Kunde neuerdings schlicht für jede CPU, auf der V6 läuft. Dies sowie die Integration bisher eigenständiger Produkte resultiert nach Angaben des Anbieters in erheblichen Preisvorteilen.

Abb: Architektur von V6

Die "Content Suite V6" enthält Funktionen, die Kunden bisher separat hinzukaufen mussten. Quelle: Vignette