Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.07.1991 - 

Sicherheitssystem behandelt Anwendergruppen autonom

Vines setzt der - Anwenderzahl im Netzwerk keinerlei Grenzen

Obwohl in anderen Ländern, vor allem in den USA, ziemlich populär und verbreitet, steht das Netzwerk-Betriebssystem Vines von Banyan in Deutschland deutlich im Schatten von! Netware und dem LAN Manager. Clemens Wilhelm* stellt die wichtigsten Features vor, wodurch sich Vines von den Konkurrenzprodukten abhebt.

Vor einigen Jahren war das Netzwerk-Betriebssystem Vines (Virtual Networking System) von Banyan Systems noch ein Insider-Tip von PC-LAN-Experten. Mittlerweile hat sich Vines jedoch aufgrund seiner einzigartigen Systemarchitektur im Umfeld komplexen, unternehmensweiter Netze etabliert. Im Unterschied zu allen anderen marktbekannten Produkten kann Vines im wörtlichen Sinne grenzenlos expandieren, ein Vorzug, der bei der fortschreitenden Vernetzung in den Unternehmen zunehmend zur Geltung kommt und Vines wachsende Marktanteile bescheren dürfte.

Insbesondere die Fähigkeit zu expandieren, läßt sich an handfesten Beispielen festmachen. Es gibt keine Begrenzung, was die Anzahl der anschließbaren Benutzer betrifft. Ferner ermöglicht das Netzwerk-Betriebssystem den Zusammenschluß von beliebig vielen Servern zu einem lokalen oder WAN-Verbund - falls erforderlich auch weltweit. Wichtig ist dabei, daß auch im weltumspannenden Serververbund nur ein logisches Netzwerk besteht.

Für die Anwendung in der Praxis bedeutet dies, daß sämtliche Netzwerk-Ressourcen im Zugriff eines jeden Benutzers stehen, sofern ihm die Zugriffsberechtigungen eingeräumt wurden. Der Benutzer braucht nicht einmal zu wissen, auf welchem Server seine Daten liegen, da er entsprechend der Vines-Architektur im gesamten Netzwerk angemeldet ist, nicht aber auf einem speziellen Server oder in einer Domäne. Kommandos wie "Remote Login" oder Attach" benötigt der Vines-Benutzer nicht.

Streettalk organisiert die Vines-Netzverwaltung

Diesen Komfort - nach dem man bei anderen Netzwerk-Betriebssystemen vergeblich sucht - realisiert in Vines Streettalk, eine verteilte Datenbank zur Verwaltung aller Netzwerkressourcen. Via Streettalk weiß jeder Server zu jederzeit, welche Ressourcen an welchem Ort verfügbar sind und welche Benutzer welcher Gruppe angehören. Kommen neue Netzwerkdienste hinzu oder werden zusätzlich Drucker angeschlossen, setzt Streettalk alle Vines-Server im Netz davon in Kenntnis, ohne daß vom Anwender spezielle Verwaltungsprozesse durchgeführt werden müssen. Diese neuen Ressourcen sind damit allen im Netz bekannt und stehen ad hoc im Zugriff eines jeden Vines-Benutzers.

Zur Realisierung einer integrierten, unternehmensweiten Vernetzung gehört auch die Einbindung anderer Systemwelten. So gilt die Einbindung von IBM-Mainframes und -Minicomputern als Schlüsselkriterium für eine echte Komplettlösung. Auch hier geht Banyan den Weg der umfassenden Integration. Die Anbindung an Fremdsysteme erfolgt zentral über den Vines-Server, nicht etwa über diverse Kommunikations-Server. Auch diese Kommunikationsdienste, wie beispielsweise SNA3270, werden über Streettalk verwaltet und stehen für alle Teilnehmer im Vines-Netz ZUM Abruf bereit. Zur Unterstützung heterogener Systemumgebungen bietet Banyan eine Vielzahl an Vines-Lösungen; neben den Emulationslösungen zur Einbindung von IBM-Systemen unter anderem auch solche zur Integration von DEC- und Unix-Systemen.

Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Ergänzungsprodukten sogenannter Dritthersteller, die mit der Entwicklungssoftware "Vines Application Toolkit" erstellt wurden. Auch diese Produkte bedienen sich der Informationen von Streettalk und sind somit voll in die Vines-Architektur integriert. So wurden eine Vielzahl an Gateway-Produkten entwickelt, die die Verbindung zwischen zwei Systemwelten herstellen.

Gateway-Lösungen finden beispielsweise Einsatz, um zwischen unterschiedlichen elektronischen Postverteilungssystemen (E-Mail) Mitteilungen auszutauschen, wobei die Gateways in diesem Fall auch die Konvertierung der Daten übernehmen. Vines-Anwender sind zudem in ihrer Kommunikation nicht nur auf andere Vines-Benutzer beschränkt, sondern können über entsprechende Gateways beispielsweise mit Usern in Novell. Netzen Nachrichten oder auch Dateien austauschen. Weitere Gateway-Lösungen für Vines ermöglichen das Versenden von Mitteilungen über den internationalen X.400-Standard sowie zu Fax-Teilnehmern weltweit.

Verteilte Administration regelt die Zugriffsrechte

In einem Netzwerk, in dem die Philosophie des netzweiten Zugriffs gilt, müssen natürlich verschärfte Zugriffsregeln gelten. So kann beispielsweise der Mainframe-Access administrativ auf bestimmte Anwender beschränkt werden, die dann nur zu bestimmten Zeiten in genau festgelegten Bereichen eine Host-Sitzung eröffnen dürfen. Sämtliche Zugriffe im unternehmensweiten Netz werden von Vines permanent überwacht und protokolliert. Berichte erlauben dem Administrator, falls erforderlich, auch noch Ereignisse und Störungen vom Vortag nachzuvollziehen.

Den Zugangsschutz ermöglicht das Konzept der verteilten Administration. Die Sicherheitsmechanismen wirken auf der Ebene der Arbeitsgruppen, die als autonome Gruppen verwaltet werden. Mit dieser Vines-spezifischen Verfahrensweise wird verhindert, daß im unternehmensweiten PC-LAN-Verbund willkürlich Daten offengelegt werden. Somit ist Vines sogar gegen Manipulationen von oberster Ebene durch den Administrator geschätzt.

Die Meinung, daß ein PC Netzwerk vorrangig dazu diene, Datenbestände zentral zu verwalten und Drucker gemeinsam zu nutzen, ist überholt. Von einem modernen integrativen Netzwerk-Betriebssystem wird erwartet, daß es zentraler Angelpunkt der unternehmensweiten Bürokommunikation sein kann. Es ist deshalb von Bedeutung, ein Betriebssystem zu wählen, das dem Wachstum in den Unternehmen gerecht wird.