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"Immunreaktion" auf I-love-you-Virus


20.10.2000 - 

Virenschutz-Hersteller feilen weiter an ihren Desktop-Produkten

MÜNCHEN (CW) - Der Love-Letter-Virus hat die Hersteller von Virenschutz-Produkten angespornt, ihre Desktop-Software weiter zu verbessern. So bietet etwa Trend Micro mit "PC-cillin 7.5" ein kostenloses Antivirenprodukt für den Endanwender an. Auch eine Versicherung gegen Virenbefall tritt auf den Plan.

Der I-love-you-Virus hat weltweit geschätzte zwölf Milliarden Dollar Schaden verursacht und so dazu beigetragen, den Endbenutzern die Gefahren von Computerviren eindringlich vor Augen zu führen. Das hat auch Online-Versicherern einen Boom beschert. Die Onsecure AG aus Hamburg beispielsweise meldet mehr als 11000 Vertragsabschlüsse für ihre Virenschutzversicherung in den vergangenen fünf Monaten.

Für eine Mark bietet der Online-Versicherungsmakler einem Endkunden Schutz bei Softwareschäden und Datenverlust. Ebenfalls gedeckt sind versehentlich gelöschte Dateien oder Computerabstürze. Onsecure übernimmt die Wiederherstellungskosten der Daten bis zu einer Höhe von 1000 Mark. Wer Daten mit höherem Wert hat, sollte zum PC-Schutzbrief von Onsecure greifen. Dieser versichert für 25 Mark monatlicher Prämie sowohl Hard- als auch Softwareschäden bis zu einer Höhe von jeweils 10000 Mark.

PC-cillin bekämpft Viren und WürmerAuch die Anbieter von Antiviren-Tools reagieren auf die immer neuen Virenspielarten mit verbesserten Produkten. Zum Beispiel bietet Trend Micro aus München sein Desktop-Produkt PC-cillin 7.5 zum kostenlosen Download an. Neben dem Aufspüren und Säubern einfacher Makroviren oder E-Mail-Würmer, wie der I-love-you-Virus einer war, bekämpft die Software auch schadhafte Java Applets, Active X und gefährliche Web-Scripte. Die Microsoft-zertifizierte Antivirensoftware scannt eingehende E-Mails sowie schon bestehende Nachrichten und Attachments im persönlichen Outlook-Ordner auf Viren. Die Vollversion gilt für ein Jahr, in dem regelmäßige Updates wahlweise manuell oder zeitgesteuert vorgenommen werden können. Software-Updates dauern im Schnitt nur eine Minute.

Wenn das Produkt eine virenbefallene Datei aufspürt, die nicht gesäubert werden kann, oder der Verdacht auf einen neuen Virus besteht, wird die Datei isoliert, an Trend Micros E-Doctor Lab geschickt und dort auf Virenbefall geprüft. Innerhalb von 48 Stunden erhält der Benutzer das Ergebnis der Untersuchung.

Ebenfalls von Trend Micro stammen drei unterschiedliche Versionen der Antivirenlösung "Scanmail for Exchange". Das Produkt wirkt am Exchange-Server und verhindert, dass Viren den Desktop des Benutzers erreichen und infizieren beziehungsweise sich von dort ausbreiten und den Mail-Server lahm legen. Version 3.51 nutzt das Messaging Application Program Interface (MAPI) und Virus Scan API (AV-API) von Microsoft, Version 3.6 dagegen Extensible Storage Engine API (ESE-API).

Bald könnten neue Herausforderungen auf die Virenschutzexperten zukommen. Kürzlich hat McAfee einen Palm-Virus entdeckt. Der "Palm OS/Phage Virus" befällt die Palm-OS-Anwendungen im Moment ihrer Ausführung. Sobald er aktiviert wird, erscheint eine dunkelgraue Box auf dem Bildschirm, die laufende Anwendung wird beendet. Dann vervielfältigt sich der Virus selbst und befällt andere Palm-OS-Applikationen. Allerdings ist der Virus bisher wenig verbreitet, daher stuft McAfee seine Gefährlichkeit als niedrig ein.