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10.05.1996

Virtual-Reality-Anwendungen/Jedem seine Realität

Nachdem Politik einer geläufigen Definition zufolge als "die Kunst des Möglichen" gilt, wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis das Adjektiv "virtuell" nach dem Motto "doppelt genäht hält besser" zur Phraseologie des multimedial präsenten, innovativen Politikers gehört. Der nämlich - so war im Bayerischen Rundfunk real zu hören, kommuniziert bereits virtuell mit dem Bürger. Unter uns: Er kommuniziert auch nur per Compuserve oder Internet, das aber eben virtuell, meinte der Kollege vom Radio.

Dürfen wir uns aber nicht wundern! Nehmen es doch die, die es eigentlich säuberlich auseinanderhalten müßten,

-was nun nur elektronisch,

-was echt multimedial,

-was zwei-, drei- oder x-dimensional ist und vor allem,

-was exakt "Virtual Reality" ist,

auch nicht so genau mit dem so überaus häufig anwendbaren Wörtchen "virtuell", das laut Duden nichts anderes bedeutet als "der Kraft oder Möglichkeit nach vorhanden".

Auch in dieser Publikation ist schon so manches virtuell gewesen - natürlich in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Sprachgebrauch in der Branche:

-Kaum kommuniziert der Bankkunde elektronisch mit seiner Bank - pardon, mit dem Rechner seiner Bank -, ist diese bereits auf dem Innovationstrip in Richtung "virtuelle Bank". Vor zwei Jahren hätte man schlicht noch von Automatisierung gesprochen.

- Das "virtuelle Unternehmen" indes scheint nur noch aus real nicht so recht faßbaren Strukturen zu bestehen, außer der Hardware - ein paar Menschen, quasi Funktions-Cluster in Biomasse, mal außen vor.

-Auch so Manpower-intensive Unternehmensbereiche wie Marketing und Vertrieb scheinen auf dem besten Weg in die Virtualität. Vorsicht: Da geht es meist nur um ausgetüftelte Online-Anwendungen mit direkter Feedback-Funktion, die langsame Direkt-Mailings mit hohen Streuverlusten ersetzen sollen.

Hier aber ist unter "Virtual Reality" eine Technologie der Simulation von Wirklichkeit verstanden, die unterschiedliche Wahrnehmungskanäle des Menschen erreichen kann: Auge, Ohr, Gleichgewichtssinn etc. bis hin zum nahezu völligen Austausch der Wahrnehmung von "realer Realität".

Flugzeug- und Autobauer sind von derartigen Befürchtungen völlig frei.

Sie genießen die erfreuliche Realität massiver Kosteneinsparungen durch inzwischen ausgereifte Virtual-Reality-Anwendungen (beispielsweise simulierte Crash-Tests), wovon dieser Schwerpunkt auch handelt.