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11.08.2005

Virtualisierte Server - und wo bleibt die Performance?

Wolfram Vossel 

Wer bei Virtualisierungsprojekten nicht in die Performance-Falle laufen will, sollte einige kritische Punkte beachten:

1. Welche Applikationen soll die Virtualisierungssoftware abbilden?

- Mail-Dienste wie Exchange und Lotus lassen sich einfach betreiben, nicht jedoch große Datenbanken wie Oracle.

- Hier besser nur das Frontend virtualisieren und die eigentlichen Daten extern lagern.

- Auch Softwareverteilungen lassen sich zwar abbilden, benötigen bei größeren Rollouts jedoch extrem viel Systemleistung.

- Daher jeden Einzelfall gesondert untersuchen und immer den Auslastungsgrad der abzulösenden physischen Maschinen betrachten.

2. Die Anzahl der virtuellen Maschinen (VM) genau planen.

- Beispiel: Microsoft-Exchange auf VMware nur mit maximal 500 Nutzern pro VM betreiben, damit die Leistung optimal bleibt.

- Bei Bedarf einen weiteren Exchange Server als VM aufsetzen.

3. Virtuelle Multiprozessorfähigkeit nur, wenn unbedingt notwendig, nutzen. Denn eine VM, die zwei virtuelle Prozessoren darstellt, verbraucht viermal so viel Verwaltungsressourcen wie eine Single- CPU-VM.

- Daher jedes System zunächst mit nur einem Prozessor testen.

- Ein Upgrade auf zwei CPUs ist immer möglich, ein Downgrade wird von VMware nicht unterstützt. Hierzu muss die VM dann neu installiert werden.

4. Die Größe des Storage Area Network (SAN) an der Anzahl der virtuellen Maschinen ausrichten.

- Dabei nicht mehr als zehn VMs einer logischen Zuordnungseinheit (Logical Unit Number = LUN) zuteilen und den Gigabyte-Bedarf jeder virtuellen Maschine exakt kalkulieren.

5. Die Netzkapazitäten nicht überfordern, damit keine langen Antwortzeiten entstehen.

- Nur maximal fünf virtuelle Maschinen pro Gigabit-Netzwerk-Interface arbeiten lassen.

6. System-Tuning: Es ist sinnvoll, den Server nach der Produktionsübergabe noch zu optimieren und an die speziellen Kundenanforderungen anzupassen.

- Hierbei lassen sich mit Systemeinstellungen im VMware-Server gute Ergebnisse erzielen.

- Die Grenzen der physikalischen Maschine können jedoch nicht überwunden werden.

Wolfram Vossel, Leiter Competence Center Intel Solutions der Becom Informationssysteme GmbH in Schwerte.