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10.03.2005

Virtualisierung erreicht Intels x86-Architektur

Neue Prozessortechnik von Intel und AMD hat Folgen für Softwareanbieter.

Beide Chiphersteller arbeiten im fortgeschrittenen Stadium an Techniken, die Prozessoren virtualisieren. Auf diesen könnten gleichzeitig mehrere unterschiedliche Betriebssysteme laufen. Intel hat die Spezifikation der "Vanderpool Technology External Architektur" Ende Januar dieses Jahres veröffentlicht, das Konzept inzwischen in "Intel Virtualization Technology" umgetauft und kürzlich Prototypen entsprechender Prozessoren vorgestellt. Ende 2005 sollen Vanderpool-32- und -64-Bit-CPUs marktreif sein.

Bei AMD läuft Virtualisierung unter dem Codenamen "Pacifica". Prozessoren mit dieser Technik sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Die Spezifikationen will AMD noch in diesem Monat publizieren. Allein die Aussicht hat einige Analysten zu besorgten Äußerungen veranlasst. Sie befürchten, der Chiphersteller könnte von den Intel-Vorgaben abweichen, was einer Spaltung der x86-Architektur gleich käme. Die Instruktionen, mit denen Betriebssysteme die Virtualisierungssoftware der Prozessoren ansprechen, könnten sich unterscheiden. Doch ein so radikaler Schritt dürfte für AMD geschäftlich zu riskant sein.

Die Virtualisierung von Prozessoren hat beträchtliche Auswirkungen auf die Anbieter von Virtualisierungssoftware und von Betriebssystemen. Virtualisierungsprogramme können erheblich effektiver und performanter arbeiten, wenn in den CPUs schon entsprechende Basistechniken implementiert sind. Virtuelle CPUs sind immer langsamer als reale, aber das Defizit ließe sich etwas reduzieren.

So nimmt es nicht Wunder, dass VMware, Anbieter der Virtualisierungsprodukte "ESX-" und "GSX-Server" eng mit Intel zusammenarbeitet - und demnächst wohl auch mit AMD. VMware hat angekündigt, seine Virtualisierungstechnik an alle Intel-Prozessoren nach der x86-Architektur anzupassen. Dazu gehört explizit auch die 32-/64-Bit-fähige EM64T-Architektur. Unterstützt werden sollen alle Betriebssysteme für diese CPUs; das wären in erster Linie Windows und Linux.

Kooperation ist angesagt

Von Microsofts Zusammenarbeit mit Intel in Sachen Virtualisierung ist bisher nichts bekannt. Man kann bei den eingespielten Partnern aber davon ausgehen, dass der "Virtual Server" bereits überarbeitet wird. Ob die Redmonder mit AMD kooperieren erscheint zweifelhaft. Bisher hat der Softwareriese es abgelehnt, seine Produkte an unterschiedliche Hardware anzupassen. Immer kam Intel zum Zuge, und AMD musste seine Entwicklungen Microsoft-kompatibel auslegen.

Das dritte wichtige Virtualisierungsprogramm ist "Xen", entwickelt von einem Open-Source-Projekt und getragen vom Unternehmen Xensource. Hier gibt es seit längerem eine gute Zusammenarbeit mit Intel und AMD. Ian Pratt, Gründer des drei Jahre alten Projekts bestätigte, dass Intel, HP und das Linux Technology Center von IBM in beträchtlichem Umfang Sourcecode zu dem Projekt beigetragen haben.

Gleichzeitig steht Xen im Zentrum einer weiteren bedeutungsvollen Entwicklung. Novell-Suse und Red Hat wollen Xen-Technik in ihre Linux-Distributionen integrieren. Sie würden Erweiterungen und Schnittstellen aber am liebsten in der primären Ebene von Linux sehen, im Kernel. Andrew Morton, Maintainer des Kernels 2.6, erklärte, Xen-Support werde es zwar noch nicht in der anstehenden Kernel-Version 2.6.11 geben, aber in einer der zwei folgenden Sub-Releases. Das wäre noch in diesem Jahr der Fall und könnte darauf hinauslaufen, dass die nächsten Hauptversionen der Server-Linux-Varianten von Novell-Suse und Red Hat per se schon virtualisierungsfähig sind. (ls)