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26.07.2007

Virtualisierung kappt Energiekosten

Weniger Server durch höhere Auslastung und neue Rechner mit weniger Stromverbrauch machen sich laut Experton Group für die Anwender schnell bezahlt.

Verbreiteten Argumenten in Sachen Green IT fehlt es an Überzeugungskraft, solange sie in erster Linie den Umweltschutz bemühen. Das meint jedenfalls die Experton Group. Eingängiger und wichtiger seien Beispielrechnungen, die nach Ansicht der Marktanalysten und Berater "belegen, dass Virtualisierungs- und Konsolidierungsprojekte sich in Kombination mit Green-IT-Komponenten schon allein durch die Senkung der Energiekosten begründen lassen".

Der aktuelle Energieverbrauch ist exorbitant

Entsprechend nimmt sich Experton der Problematik an. Man brauche nur zu berücksichtigen, wie viel Strom konventionelle und Blade-Server, Speicher- und Netzwerkkomponenten sowie die Klimatisierung des Rechenzentrums verbrauchen. Nicht berücksichtigt sind Kapazitätserweiterungen der IT-Infrastruktur und der Stromversorgung. Die Ausgangsbasis der Beispielrechnung ist der Fall eines mittelständischen Industrieunternehmens mit 900 Mitarbeitern und drei Standorten in Deutschland. Es betreibt 25 dedizierte Server und 120 Blades in Racks, Speicher mit 10 TB Kapazität sowie die weitere Infrastruktur aus Netzwerk, Bandlaufwerken und Klimaanlagen. Diese IT-Anlagen verbrauchen 1,2 Megawatt pro Jahr, was rund 165 000 Euro kostet.

Auf dieser Basis berechnet Experton die finanziellen Konsequenzen einer durch Virtualisierung möglichen Konsolidierung und des Einsatzes von Green-IT-Komponenten. Den Effekt der Virtualisierung, die bessere Ausnutzung der Ressourcen, veranschlagen die Analysten mit einer Reduzierung sämtlicher Server und der Speicher um durchschnittlich 25 Prozent. Dabei entstehen über fünf Jahre Projektkosten für Software und Services von insgesamt 112 000 Euro.

Stromfressende Systeme müssen ersetzt werden

Die jährlich eingesparten Stromkosten belaufen sich auf 47 200 Euro. Hinzu kommt das Ersetzen stromfressender Rechner durch energieeffizientere Neugeräte: Dedizierte Server verbrauchen anschließend maximal 350 Watt und Blades 175 Watt pro Stunde. Das schlägt sich nieder in weiteren Stromeinsparungen in Höhe von 35 100 Euro.

Den anfänglichen Gesamtkosten von 88 840 Euro stehen nur jährliche Einsparungen von 33 460 Euro gegenüber. Aber nach den Erstinvestitionen ändert sich das Bild rasch: Ab dem dritten Jahr ergibt sich ein positiver kumulierter Cashflow. Genau genommen dauert es bei konstanten Energiepreisen 32 Monate, bis sich Virtualisierung und Green IT bezahlt machen. Über fünf Jahre beläuft sich die Einsparung auf 78 460 Euro.

Experton fügt hinzu: "Dabei wurden die stark vom Einzelfall abhängigen Vorteile durch einfachere Administration und höhere Verfügbarkeit einer virtualisierten Umgebung noch nicht quantifiziert. Würde man die zusätzlichen Vorteile durch eine virtualisierte Umgebung und Strompreissteigerungen von 20 Prozent einbeziehen, käme man auf Amortisationszeiten von deutlich unter 18 Monaten." Das Ganze fiele noch krasser aus, würde man einen Ausbau von RZ-Kapazität, Klimatisierung und Stromversorgung in Betracht ziehen, was ohne Konsolidierung früher oder später ansteht.

Experton-Analyst Wolfgang Schwab empfiehlt RZ-Verantwortlichen und CIOs, sie sollten "das Thema aktiv angehen und für die eigenen Zwecke nutzen". Früher oder später würden Unternehmenscontrolling oder die Geschäftsleitung ohnehin auf die kostspieligen Energieverbraucher zu sprechen kommen. Wenn die IT erst dann reagiere, habe sie verloren.

Größere Konzerne machen es dem Mittelstand vor

Die Nachricht scheint bei großen Unternehmen, die auch große Energieverbraucher sind, eher anzukommen als im Mittelstand. So haben nach Experton-Angaben 52 Prozent der Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern be-reits virtuelle Umgebungen eingerichtet, weitere elf Prozent wollen damit in den nächsten 18 Monaten beginnen. Deutlich weniger sind es hingegen in der Gruppe der Unternehmen mit 200 bis 500 Mitarbeitern: Hier setzen erst 23 Prozent der Firmen Virtualisierungslösungen ein, während weitere 17 Prozent derlei ins Auge fassen. (ls)